84. Reisetag – Dienstag, 11.03.2025 – Napier/Neuseeland
Die Stadt Napier ist mit 60.000 Einwohnern mehr als nur ein kleines Hafenstädtchen und hatte demzufolge auch eine ordentliche Pier, an der die ARTANIA festmachen konnte, sodass wir heute nicht tendern mussten.
Die Stadt wurde 1931 durch ein Erdbeben völlig zerstört. Für den Wiederaufbau wurde beschlossen, die Stadt im Art-déco-Stil wieder aufzubauen.
Was jetzt der Art-déco-Stil genau ist, versuchten wir bei Wikipedia nachzulesen, haben aber letztlich nicht genau verstanden, was dort beschrieben ist.
So findet man dort Sätze wie:
Vielmehr handelt es sich um eine Entwicklung inmitten des generellen Aufbruchs der Klassischen Moderne, bei der die gestalterische Verbindung von Eleganz der Form, Kostbarkeit der Materialien, Stärke der Farben und Sinnlichkeit des Themas im Vordergrund stand.
Wir haben den Art-déco-Stil für uns dann vereinfacht so definiert: Irgendwie anders.
So angemessen intellektuell vorbereitet fuhren mit dem bereitgestellten Shuttlebus in die City.

Pania of the Reef ist eine Figur der Mythologie der Maori. Sie ist in Neuseeland ähnlich populär wir die Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen.
Unser Stadtrundgang führte uns zu den entsprechenden Sehenswürdigkeiten, wie sie auch in der Landgangsinformation von Phoenix aufgelistet waren.
Den Abschluss bildete ein Besuch des Kaufhauses The Warehouse Napier, das Doris ausfindig gemacht hatte.
Ich war auf der Suche nach einer ganz bestimmten Workware, nämlich neonfarbenen Shirts, wie sie überall hier in Neuseeland und in Australien von Arbeitern getragen werden, die outdoor, also im Freien, arbeiten.
In diesem Kaufhaus wurden wir fündig.
Mir gefallen diese Shirts nun mal außerordentlich (und Doris kann mich in einer Menschenmenge schnell ausfindig machen) und finde sie originell.
Außerdem sind sie von guter Qualität, sind atmungsaktiv, haben einen Lichtschutzfaktor von 50 und sind obendrein noch preiswert. Es gibt sie in Gelb, Orange und Rosa, mit Kurz- oder Langarm, sowie mit Kragen oder Rundhalsausschnitt. In Summe gibt es also 12 verschiedene Varianten und meine damals 2020 in Sydney angefangene „Sammlung“ ist noch lange nicht komplett. 😊
Zurück am Schiff erfreute die Heimkehrer ein Musiker-Trio mit Dixieland-Klängen ...
... und der örtliche Oldtimerclub mit seinen „Hinguckern“ ließ die Herzen der Fotofreunde höher schlagen.
85. Reisetag – Mittwoch, 12.03.2025 – Picton/Neuseeland
Picton war unser erstes Ziel auf der Südinsel. Das Städtchen hat nur 5.000 Einwohner, aber dennoch ein Pier, die groß genug ist, dass die ARTANIA dort festmachen kann.
Wie gestern im Hafen von Napier wird auch hier im Hafen von Picton hauptsächlich Holz verschifft.
Die Anleger sind in der Hauptsache für die Frachtschiffe da; Kreuzfahrtschiffe sind hier eher in der Minderheit.
Das kleine Picton ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Von hier fahren die Auto- und Eisenbahnfähren nach Wellington auf der Nordinsel bzw. kommen von Wellington hier an.
Ebenso ist der Tourismus ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor.
Am Vormittag gegen 11:00 Uhr machte die ARTANIA an der Pier fest. Der Hafen lag etwas außerhalb, sodass es von Vorteil war, dass ein kostenloser Shuttleservice in die City eingerichtet war. Von Nachteil war, dass das halbe Schiff um sofort nach der Freigabe für den Landgang kurz nach 11 Uhr geshuttlet werden wollte, sodass sich eine sehr lange Schlange bildete, obwohl 5 Busse gleichzeitig im Einsatz waren.
Der Kreuzfahrtdirektor wies über Bordlautsprecher auf die lange Warteschlange hin und empfahl den Passagieren, die noch an Bord waren, besser erst mal eine halbe Stunde abzuwarten. Die Durchsage missverstanden etliche Passagiere als Aufforderung, jetzt, gleich und unverzüglich auch geshuttlet werden zu wollen und die Warteschlange wuchs noch einmal kräftig an.
Doris und ich gingen erst mal in Ruhe zum Mittagessen, die Restaurants hatten heute schon ab 11:30 geöffnet und waren erfreulich wenig frequentiert.
So gestärkt kamen wir, ohne vorher in einer Schlange stehen zu müssen, im Zentrum von Picton an.
Von unserem Streifzug durch die Stadt gibt es nichts Spannendes zu erzählen und ich bin deshalb mit meinem Tagesbericht schon fertig.
86. Reisetag – Donnerstag, 13.03.2025 – Akaroa/Neuseeland
Akaroa ist ein kleiner Ort mit gerade mal 800 Einwohnern an der Westküste der Südinsel. Akaroa ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die größte Stadt der Südinsel, Christchurch mit ca. 400.000 Einwohner liegt 80 Kilometer von Akaroa entfernt.
Im 19. Jahrhundert gründeten französischen Siedler hier eine Kolonie, was aber die englische Krone wenig beeindruckt hat und einfach die britische Souveränität für die Südinsel verkündigte.
Die französischen Spuren sind bis heute sichtbar, so z. B. an einigen Straßennamen, etwa der Rue Jolie.
Wir kamen am Vormittag um 9:00 Uhr an unserm Ankerplatz an und bis die Behörden an Bord waren und die Freigabe für den Landgang erteilten, wurde es viertel vor 10 Uhr.
Jetzt hatten alle Passagiere schon gefrühstückt und sowohl die Phoenix-Ausflügler als auch die privaten Landgänger scharrten mit den Hufen und wollten an Land, möglichst gleichzeitig.
Für das heutige Tendern wurde aber Geduld vorausgesetzt, da die Tenderstrecke recht lang war und es somit auch länger dauerte, bis ein Boot wieder neue Passagiere von der ARTANIA einladen konnten. So kamen wir erst, nachdem die Hufenscharrer alle schon weg waren, gegen 12:30 Uhr an Land.
Durch Wald, Natur und den Ort wurden wir wieder von unserem virtuellen Guide (Geocache Adventure Lab) geleitet.
Zwei Punkte auf dieser Tour sind dabei besonders hervorzuheben. Zum einem unser Mittagessen, das gemäß unserer Bestellung aus einem Hotdog und Pommes bestand, denn der sogenannte Hotdog war außergewöhnlich. Der Hot Dog war letztlich ein in einem Backteig frittiertes Würstchen am Stiel.
Diesen frittierten Backteig kennt jeder, der in England schon mal Fish and Chips bestellt hat.
Das war aber bei näherer Betrachtung gar nicht sooo verwunderlich, denn das Restaurant oder besser der rustikale Imbiss nannte sich schließlich „Fish and Chips Shop“.
So gestärkt bestritten wir den steilen Aufstieg durch den Wald zum alten französischen Friedhof. Ein wenig verwundert bis leicht erschrocken war ich, als plötzlich ein kleiner Vogel von der Seite auf mich zu flatterte und mich einmal umkreiste und sich in die Nähe auf einen Zweig setzte.
Einen Augenblick später flog er wieder kurz auf und setzte sich auf einen anderen Zweig, aber wieder in meiner Nähe.
Auch vor Doris zeigte er keinerlei Scheu.
Es kam sogar noch ein Kumpel von diesem zutraulchen Piepmatz vorbei und veranstaltete das gleiche Spiel.
Wir blieben gebannt stehen, um dieses Schauspiel zu beobachten. Selbst als wir weiterzogen, blieben die Beiden noch eine Weile unsere Begleiter.
Gegen 18:45 machten wir uns auf den Rückweg zur Tenderpier, denn der letzte Tender sollte um 19:30 abfahren.
Wir gingen davon aus, dass die meisten Passagiere schon an Bord waren, aber diese Annahme war nicht ganz richtig. Auf dem Weg zur Pier fuhren vier vollbesetzte Phoenix-Ausflugsbusse an uns vorbei, was bezüglich Wartezeit an der Tenderstation nichts Gutes verhieß.
Als wir an der Pier angekommen waren, trafen wir auf eine lange Schlange, weil seit Ankunft der vier Busse noch kein Tender da war, um die Massen zum Schiff zu befördern.
Wir wollten uns irgendwo abseits dieses länglichen Ungeheuers hinsetzen und in Ruhe abwarten, bis die Schlange sich aufgelöst hat. Davon nahmen wir dann aber rasch Abstand, als wir sahen, dass noch ein Ausflugsboot, vollbesetzt mit Phoenix-Gästen, auf den Anleger zusteuerte. Da reihten wir uns dann doch lieber ein, um noch vor dem Schließen der Restaurants 20:30 Uhr auf der Artania an Bord zu sein. Das hat dann letztlich auch geklappt. Außerdem hatte das Hoteldepartment ein Einsehen und hat die Öffnungszeiten um eine halbe Stunde verlängerte, damit auch die letzten Spätheimkehrer noch einen Happen zu essen bekommen konnten.
87. Reisetag – Freitag, 14.03.2025 – Timaru/Neuseeland
Timaru ist ein weiterer neuseeländischer Hafen an der Ostküste der Südinsel.
Von der Pier ins Zentrum fuhr ein kostenloser Shuttlebus.
Als zusätzlicher Service machte der Bus noch eine kleine Stadtrundfahrt einschließlich Erklärungen durch den Fahrer, ...
... um uns am Ende in der Nähe eines kleinen Kusthandwerkermarktes abzusetzen.
Wir ließen uns wieder von einem virtuellen Stadtführer leiten und konnten so die wenigen Sehenswürdigkeiten dieses 25.000 Einwohner zählenden Ortes zu Fuß ablaufen. Dazu gehörte auch ein Abstecher in die Stafford Street, der Hauptgeschäftsstraße oder ein Halt beim Denkmal von Bob Fitzsimmons (*16.5.1863 †22.10.2017), der als erster Boxer mehrere Weltmeistertitel in drei verschiedenen Gewichtsklassen gewonnen hatte.
Den 10-minütigen Fußweg zurück zum Schiff schafften wir locker ohne Shuttlebus.
88. Reisetag – Samstag, 15.03.2025 – Port Chalmers/Neuseeland
Unser letzter neuseeländischer Hafen dieser Reise war Timaru, eine Stadt mit 26.000 Einwohnern.

... ein Containerhafen.
Die Container werden mit langen Güterzügen auf der Schiene ab- bzw antransportiert.
Für die touristischen Interessen bietet die Stadt einige Museen und Parkanlagen. Die interessanteren Alternativen waren ein Besuch der ca. 15 Kilometer entfernten Großstadt Dunedin oder eine mehrstündige Fahrt mit einer historischen Eisenbahn.
Da die Eisenbahn heute komplett von Phoenix gechartert wurde, blieb für uns nur noch der Großstadtbesuch.
Auch hier gab es wieder zwei Möglichkeiten:
- Hin- und Rückfahrt mit einem Shuttlebus, Fahrpreis 15 € pro Person, Tickets an der Rezeption.
- Hin und Rückfahrt mit dem öffentlichen Bus, Fahrpreis 6 NZD (ca. 3,15 €), Tickets beim Fahrer nur gegen einheimische Währung.
Der Shuttlebus fuhr alle 15 Minuten direkt an dem kleinen Passagierterminal ab. Der Weg zur Bushaltestelle für den Öffentlichen (Linie 14) war noch ca. 5 Minuten länger. Außerdem verkehrte die Linie 14 am Wochenende nur einmal die Stunde.
Es ist durchaus verständlich, dass die meisten Passagiere die teurere Variante gewählt haben, denn die Informationen für den öffentlichen Nahverkehr, wie Buslinie, Abfahrtszeiten, Haltestellen, etc. müssen aus dem Internet herausgefischt werden. Das ist nicht jedermanns Sache.
Langer Reder kurzer Sinn, Doris und ich wählten den ÖPNV und trafen rechtzeitig an der Haltestelle in der George Street ein und bestiegen planmäßig um 10:15 Uhr den fast leeren Bus. Die Fahrtzeit nach Dunedin betrug eine knappe halbe Stunde.
Die Fahrstrecke war nicht nur ein reiner Transport von A nach B, sondern war gleichzeitig eine Panoramafahrt entlang der Bucht, die sich “Otago Harbour“ nennt.
Dunedin wurde 1848 von schottischen Siedlern gegründet und hat heute 120.000 Einwohner.
Das Zentrum, das sogenannte Octagon wird von einer achteckigen Ringstraße eingerahmt.
Genau hier vertrieben wir uns die Zeit.
Unter anderem ließen wir uns von einem Geocache Adventure Lab zu verschiedenen Fassadenmalereien führen, die zum Teil etwas versteckt lagen und die ein schnell schreitender Tourist durchaus übersehen könnte.
Genau in der Mitte des Octagons steht das Denkmal des schottischen Dichters Robert Burns (* 25.01.1759 † 21.07.1796) . Ein Blick ins Internet verriet uns, dass Burns als der schottische National Dichter bezeichnet wird, also durchaus mit unserem Goethe oder Schiller vergleichbar.
Sein weltweit bekanntes Werk ist der Text des Liedes Auld Lang Syne.
Es folgte noch ein kurzer Abstecher zum imposanten Bahnhofsgebäude, quasi nur ein Fotostop. Hier fährt ein historischer Touristenzug an verschiedenen Tagen zu unterschiedlichen Landschaftsfahrten ab. Aber heute nicht, da, wie bereits erwähnt, Phoenix den ganzen Zug gechartert hatte und der fuhr nicht hier, sondern direkt am Hafen in Port Chalmers ab.
Öffentlichen Personenzugverkehr gibt es in Dunedin seit mehr als 20 Jahren nicht mehr.
Mit dem Bus der Linie 14 ging es wieder zurück nach Port Chalmers und um 18 Uhr legte die ARTANIA ab.
Vor uns liegen jetzt drei volle Seetage, bis wir auf der australischen Insel Tasmanien in Horbat anlegen werden.
89. Reisetag – Sonntag, 16.03.2025 – Seetag
Seit wir gestern die geschützte Bucht “Otago Harbour“ verlassen haben, kam kräftiger bis stürmischer Wind auf, der auch heute den ganzen Tag, an dem wir an der Westküste der neuseeländischen Südinsel entlangfuhren, anhielt.
Das blieb nicht ohne Konsequenzen.
Der maritime Frühschoppen um 11:00 Uhr musste von der Kopernikus-Bar ins Innere des Schiffs verlegt werden, und zwar ins Restaurant Vier-Jahreszeiten und ins Foyer.
Das hatte für mich den immensen Vorteil, dass es nur wenige Schritte vom Büro in Harry’s Bar sind. Von dort kann man auf das Foyer herunterblicken und die Austern-Theke und den Sektausschank fotografieren.
Der Maritime Frühschoppen ist jetzt nicht wirklich so unser Ding, aber er spielte uns trotzdem in die Karten, denn ein Highlight am Morgen und am Nachmittag wäre des Guten dann doch zu viel. So war heute eine ganz normale Kaffeestunde mit der zugehörigen Schwarzwälder Kirschtorte. Das Wiener Kaffeehaus wird erst morgen stattfinden.
Die für den frühen Nachmittag vorgesehenen Passagen durch den Dusky Sound (engl. Sound = deutsch Sund) und den Doubtful Sound mussten gestrichen werden, da starker Wind das Halten des Kurses in den engen Fjorden erschweren würde und demzufolge zu gefährlich war.
Sund? Fjord? Es handelt sich hier um Fjorde und nicht um Sunde, was die damaligen Entdecker bei der Namensgebung nicht wussten. Trotz des Irrtums wurde die Bezeichnung “Sound“ beibehalten.
ChatGpt erklärte mir den Unterschied zwischen Sund und Fjord wie folgt:
Fjord: Ein Fjord ist ein tiefes, schmales und oft verzweigtes Meeresgewässer, das durch Gletschererosion entstanden ist. Fjorde sind von steilen Felswänden umgeben und reichen oft weit ins Landesinnere. Ein berühmtes Beispiel ist der Geirangerfjord in Norwegen.
Am späten Nachmittag konnten wir dann doch noch in einen Sound einfahren, ...
... der in Wirklichkeit ein Fjord ist, nämlich in den Milford Sound, der als Trostpflaster herhalten musste.
Dieser Fjord liegt weiter nördlich, wo der Wind nicht mehr so stark wehte, sodass einer Einfahrt nichts im Wege stand.
Nach dieser Passage und der Ausfahrt aus dem Fjord nahmen wir direkten Westkurs auf Tasmanien.
90. Reisetag – Montag, 17.03.2025 – Seetag
Kaum hatten wir gestern die offene See erreicht, fing die ARTANIA wieder an zu schaukeln und das auch heute den ganzen Tag und die ganze Nacht.
Das hatte den Vorteil, dass zum Mittag- und Abendessen das Restaurant Lido nicht so voll war wie sonst. Einige Passagiere litten unter Appetitlosigkeit und andere bevorzugten die Restaurants ARTANIA (Deck 3) und Vier-Jahreszeiten (Deck 2), denn weiter unten sind die Auswirkungen der Schiffsbewegungen nicht so stark wie auf den oberen Decks.
91. Reisetag – Dienstag, 18.03.2025 – Seetag
Die Gästebuch-Schreiber werden bemerkt haben, dass nach dem Abschicken ihres Gästebucheintrags eine angstmachende Fehlermeldung erschienen ist:
Für den Gästebucheintrag hatte das zum Glück keine Konsequenzen, denn der wurde sauber eingetragen.
Ich selbst hatte lange von dem Fehler keine Ahnung, da ich mir selbst gästebuchmäßig kaum etwas mitzuteilen habe.
Als ich vor einiger Zeit zufällig auf dieses Phänomen gestoßen bin, habe immer wieder, wenn Zeit dafür war, versucht, die Ursache für die Übellaunigkeit des Gästebuchs zu finden.
Vergeblich!
Die Software-Firma , die (unter anderem) die Gästebuchsoftware programmiert hat, bietet Support bei der Fehleranalyse an. Hierfür muss man für 20 € ein sogenanntes Support-Ticket kaufen, dann würde man schnelle und umfassende Hilfe bei Problemen erhalten.
Und genau so war es. Viktor Vogel selbst, der Inhaber von Kubik-Rubik hat innerhalb eines Tages mit Hilfe seiner Analysewerkzeuge den Fehler in meinem Blog gefunden.
Wie so oft in der Computerwelt saß das Problem vor dem Bildschirm.
Ich hatte bei System-Parameter-Einstellungen im Blog das dafür vorgesehene Feld für meine E-Mail-Adresse nicht ausgefüllt.
Das arme Gästebuch will mir aber, wenn jemand einen neuen Eintrag gemacht hat, dies per E-Mail mitteilen. Aber ohne E-Mail-Adresse irrte es hilflos in den Tiefen des Internets umher, um sich dann, völlig kirre, mit einer Fehlermeldung zu beklagen, die mit dem eigentlichen Problem gar nichts zu tun hat.
Nachdem ich meine E-Mail-Adresse dort hinterlegt hatte, war alles wieder so, wie es sein soll, Viktor Vogel sei Dank. Sein Support war jeden einzelnen Euro Wert
92. Reisetag – Mittwoch, 19.03.2025 – Hobart/Australien
Hobart ist eine 250.000 Einwohner zählende Stadt auf der australischen Insel Tasmanien.
Ca. 30 Kilometer von der Macquarie Wharf, unserem Liegeplatz, entfernt, befindet sich das Bonorong Wildlife Sanctuary.
Das Bonorong Wildlife Sanctuary ist ein 9,7 Hektar großes Wildschutzgebiet in Brighton, Tasmanien, Australien. Bonorong ist der Rettung, der Rehabilitation und dem Erhalt einheimischer australischer Tiere gewidmet und beteiligt sich aktiv an verschiedenen Naturschutzprojekten, trägt zu Zuchtprogrammen, Forschungsinitiativen und Interessenvertretungen zum Schutz der Tierwelt Tasmaniens bei.
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Bonorong_Wildlife_Sanctuary
Der Besuchern zugängliche Teil vom Bonorong Wildlife Sanctuary ist letztlich ein Tierpark. Hier waren wir vor 8 Jahren schon einmal und hier wollten wir auch dieses Mal hin.
Den Transfer hatten wir im Internet gebucht, Abfahrt beim Tasmanian Travel & Information Centre, ungefähr 10 Gehminuten von unserem Liegeplatz entfernt.
Die Fahrt im Minivan mit 5 weiteren Parkbesuchern dauerte 30 Minuten.
Gleichzeitig mit uns kam am Bonorong Wildlife Sanctuary ein Bus mit 50 Phoenix-Ausflüglern an. Die Ausflügler wurden als Gruppe am Kassenhäuschen vorbeigeschleust, während wir dort anstanden, um unsere Eintrittskarten zu kaufen (34,50 NZD – 20,00 €). Die Phoenix-Reiseleitung musste aber den ein oder anderen Ausflügler wieder einfangen, der sich brav hinter uns eingereiht hatte.

Der Wombat ist neben dem Tasmanischen Teufel ein ganz typischer Vertreter der neuseeländischen Tierwelt.
Das Highlight vor 8 Jahren war das Handfüttern der freilaufenden Kängurus. Das Futter konnte man sich aus bereitgestellten Behältern nehmen.
Wie enttäuscht waren wir, dass auf der Wiese, wo sich damals jede Menge Kängurus tummelten, die sich nur zu gerne von den Besucher füttern ließen, lediglich zwei Tiere zu finden waren.
Und diese scheinbar völlig übersättigten beiden Gesellen wurden komplett von der Phoenix-Truppe in Beschlag genommen.
Ich musste meine Fütterungsambitionen auf eine Gans verlagern, die aber nur wenig Interesse an dem Kängurufutter hatte.
Der Phoenix-Ausflug verließ nach einer Stunde den Tierpark und wir schlenderten ein wenig frustriert durch die Anlage, zumal wir vor einigen Tagen im Internet gelesen hatten, dass der letzte hier verbliebene Koala vor kurzem verstorben war.
Unsere Laune verbesserte sich schlagartig, als, als wir einen Bereich entdeckten, wo sich etwa 20 Kängurus aufhielten.
Diesen Bereich konnten die Tiere, wenn sie wollten, durch Schlupflöcher im Gatter verlassen,
was sie jetzt, wo es im Park nicht mehr so vor Menschen wimmelte, auch ausgiebig taten.
Jetzt stand unserer Fütterungsorgie nichts mehr im Weg.
Zufrieden verließen wir gegen 13:30 Uhr den Park und unser Minivan brachte uns zurück nach Hobart.

Der dem Big Ben nachempfunde Uhrturm spielte zu jeder vollen Stunde, wie sein Londoner Vorbild, die bekannte Big-Ben-Melodie.
Hier durchstreiften wir noch etwas die Stadt, ehe wir zurück zum Hafen marschierten.
Erst spät um 23:00 Uhr legte die ARTANIA ab.
93. Reisetag – Donnerstag, 20.03.2025 – Port Arthur/Australien
Port Arthur war einmal eine tasmanische Gefängnis-Halbinsel und ist heute, warum auch immer, ein beliebtes Ausflugsziel und Weltkulturerbe.
Das Gefängnis war berühmt berüchtigt für seine unmenschlichen “modernen“ Haftbedingungen – ständige Einzelhaft und absolutes Sprechverbot.
Gegen 11:00 Uhr tenderten wir an Land.
Auf die dort angebotene Möglichkeit einer kostenlosen Katamaranfahrt haben wir verzichtet, unter anderem, weil uns die Fahrt zu ölsardinig schien (siehe Foto).
Das Gefängnis selbst hatten wir bereits 2017 besichtigt, deshalb machten wir lieber einen kleinen Spaziergang.
Nach zwei Stunden in Natur und im Park zog es uns wieder zurück aufs Schiff.
Nicht unbedingt wegen der zur Mittagessenszeit in der Kopernikus Bar angebotenen ...
... „Im Ganzen gebratenen Rinderkeule", sondern einfach so.
Aber wenn wir schon mal da waren, die Pellkartoffeln und die Sauercreme, die bei solchen Events zu den Beilagen gehören, erfreuten unseren Gaumen.
Eigentlich finden solche zusätzlichen Verköstigungen nur an Seetagen statt, aber eben nur „eigentlich“, wie wir heute gelernt haben.
94. Reisetag – Freitag, 21.03.2025 – Seetag
Am Vormittag von 11 – 12 Uhr fand wieder der Stadl-Frühschoppen statt, ein untrügliches Zeichen, dass der Reiseabschnitt “Das Beste Neuseelands und Tasmaniens!“ in Kürze zu Ende sein wird.
Von den “Schmankerln“, die bei diesem Großereignis angeboten werden, nehmen wir gerne das Bauchfleisch, das zwar naturgemäß sehr fett ist, aber gerade deswegen sehr gut schmeckt. Das ist dann bereits unsere Mittagessen und wir gehen um 12:30 Uhr nicht nochmal zur normalen Essenszeit ins Lido.
Leider ging unser Bauchfleisch-Konzept heute in die Hose. Die Bauchfleischscheiben waren nicht warm, nicht lauwarm, sondern schlicht und ergreifend kalt und somit nicht mehr genießbar. Da hat wohl die Küchen-Logistik total versagt.
Notgedrungen sattelten wir auf Leberkäse um, den man auch kalt essen kann. Aber, oh Wunder, er war warm und schmeckte gut (also: geht doch!). Auch das Freibier war wohltemperiert (kühl).
Heute bekamen wir eine E-Mail vom Projekt Coral Gardeners, das wir in Moorea kennengelernt hatten. Wir hatten inzwischen eine Koralle adoptiert und die ist heute in den sogenannten Korallenkindergarten (nursery) gekommen und wir erhielten ein erstes Foto.
In Zukunft werden wir über den Wachstumsfortschritt der Koralle weiter unterrichtet werden.
Nach etwa einem Jahr wird sie mit weiteren Korallen dann in ein geschädigtes Riff in der Südsee verpflanzt, um das geschwächte Ökosystem zu beleben.
95. Reisetag – Samstag, 22.03.2025 – Eden/Australien
Die kleine Stadt Eden (3.500 Einwohner) ist der erste Hafen auf dem australischen Kontinent.
Der Weg vom Hafen in die Stadt war zwar nicht allzu weit von unserem Liegeplatz entfernt (etwas mehr als 1 Kilometer), aber der Fußweg dorthin sei „recht steil“, wie die Phoenix-Landgangsinformation drohte. Deshalb kauften wir uns für 5 Euro pro Person Tickets für den Shuttlebus.
Eden ist kurz gesagt ein äußerst adrettes Städtchen, hübsche eingeschossige Häuser, gepflegte große Vorgärten und viel grüner Rasen, auf dem man wie auf einem Teppich läuft.
Die suche Suche nach einem Geo-Cache führte uns etwas abseits in die etwas wildere Fauna zu den Steilklippen.
Den Weg zurück zum Schiff bewältigten wir dann aber zu Fuß.
Das Ablegen gegen 16:00 Uhr beobachteten wir beim Kaffee durch die großen Fenster im Restaurant Vier-Jahreszeiten.
96. Reisetag – Sonntag, 23.03.2025 – Sydney/Australien 1. Tag
Die Einfahrt nach Sydney ist etwas Besonderes: Das Passieren der Oper und das Unterqueren der Harbour Bridge.
Wir sind deswegen extra früher aufgestanden, um dann zu erfahren, das wegen verspäteter Ankunft des bestellten Schleppers sich die Einfahrt um eine gute halbe Stunde verschiebt.
Da steht man schon mal früher auf … ☹
Aber dann war es tatsächlich soweit und wohl so ziemlich alle Passagiere tummelten sich auf den Außendecks.
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Diese 4 Kabinenstewardessen und Kabinenstewards haben wegen der Einfahrt kurz ihren Dienst unterbrochen.
Die ARTANIA machte nach dieser eindrucksvollen Passage am White Bay Cruise Terminal fest.
Dieser Liegeplatz befindet sich am A… der Welt und hat obendrein überhaupt keine Anbindung an den öffentlichen Nah- und Fernverkehr.
Hier lagen wir auch schon 2017 und 2020. Damals gab es einen kostenlosen Shuttle Service, diesmal kostete dieser Service 10 € pro Tag und Person. Diese Tatsache sorgte für genügend Bord-Klatsch-Gesprächsstoff in den letzten Tagen.
Die Tickets wurden an der Rezeption verkauft. Es gab Tickets für die beliebten frühen Abfahrtszeiten und Flex-Tickets, die erst für Busse ab 10:15 Uhr galten.
Uns genügten die „späten“ Flex-Tickets.
Aber bevor es an Land gehen konnte, stand erst einmal das beliebte Drama „Anbringen der hafeneigenen Gangway“ auf dem Spielplan.
Die Gangway war hier in White Bay ein beweglicher Finger, der direkt mit dem Terminal verbunden war, ein Konstrukt, dass man auch von Flughäfen kennt.
Allerdings waren die beiden Ausstiegsluken der ARTANIA auf Deck 2 und Deck 3 mit besagtem Finger nicht kompatibel.
Nach der bekannten Methode von Versuch und Irrtum wurde nach einer Dreiviertelstunde notgedrungen die erforderliche Verbindung Finger mit Schiff auf dem Promenadendeck (Deck 4) bewerkstelligt.
Jetzt kamen allerdings die Zeitpläne für die Phoenixausflüge durcheinander und die auf den Shuttlebus-Tickets aufgedruckte Abfahrtszeit war Makulatur.
Aber bis Doris und ich startklar waren, war alle Hektik und Gedränge schon vorbei.
Eigentlich wollten wir am heutigen Sontag eine kleine Wanderung von Burrows Park zum berühmten Bondi Beach unternehmen, aber der Wetterbericht verhieß nichts Gutes und der Gedanke, sich in der freien Natur bei Regen nirgends unterstellen zu können, erzeugte ein gewisses Unbehagen.
Ganz in der Nähe der Haltestelle des Shuttlebus befand sich der Hyde Park, den wir gleich einmal besuchten.
Dort befindet sich auch das monumentale ANZAC Memorial.
Die Abkürzung ANZAC steht übrigens für „Australian and New Zealand Army Corps“ und ist in Australien und Neuseeland ein feststehender Begriff.
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Ein großer runder Raum in dem Dutzende dieser steinernen Stellwände aufgestellt sind, an denen Täfelchen mit Ortsnamen und ein Sichtglas mit der Erde dieses Orts angebracht waren. Jeder Ort in Australien aus dem Soldaten für den 1. und 2. Weltkrieg rekrutiert wurden, ist hier vertreten.
Eine komplette Besichtigung hätte gewiss den ganzen Tag gedauert, sodass wir uns nur mit einem ganz kleinen Teil begnügten.
Per Metro fuhren wir anschließend zum Circular Quay. Von hier fahren die Fähren zu verschiedenen Destinationen von Sydney und von hier sind es nur wenige Gehminuten zur Oper oder zur Harbour Bridge.
Das Fahren mit den „Öffis“ in Sydney ist einfach.
Das dichte Netz von Bussen und U-Bahn hat Google im Bauch und sagt uns exakt und zuverlässig, wie man von A nach B kommt, einschließlich der genauen Lage der jeweiligen Haltestellen. Das Bezahlen ist ebenfalls unkompliziert; Kreditkarte beim Ein- und Aussteigen an eine Lesegerät halten und der Fahrpreis wird abgebucht.
Ein Blick in den Himmel mehrte die Hoffnung, dass sich das Wetter halten könnte.
Also wagten wir, die komplette Harbour Bridge zu beschreiten (ca. 750 Meter).
Für den Rückweg wählten wir die Fähre, die ebenfalls zum öffentlichen Nahverkehr gehört.
Sie brachte uns innerhalb weniger Fahrminuten zurück zum Circular Quai.
Pünktlich zum Abendessen waren wir wieder zurück auf der ARTANIA.
97. Reisetag – Montag, 24.03.2025 – Sydney/Australien – 2. Tag
Der heutige Wetterbericht sagte für die Mittagszeit heftige Regenschauer voraus, was uns abhielt, unsere Wanderung zum Bondi Beach ins Auge zu fassen.
Das war insofern bedauerlich, da unser morgiger letzter Tag in Sydney für größere Unternehmungen eher ungeeignet war, da wir dann spätestens um 17:30 Uhr zurück an Bord sein müssten und das könnte etwas knapp werden.
Deshalb sah die heutige Planung wie folgt aus:
- Besuch des Stadtviertels Kings Cross,
- Haare schneiden,
- Foto-Papierabzüge machen lassen.
Der Reihe nach:
Kings Cross war einmal das Rotlichtviertel von Sydney und ist heute ein quirliger Stadtteil.
Am Ende der Macleay Street am Barncleuth Square befindet sich der El Alamein Brunnen, der absolute Lieblingsbrunnen von Doris.
Ein Aufenthalt in Sydney ohne dem einer Pusteblume nachempfundenen Brunnen einen Besuch abzustatten, wäre für uns undenkbar.
Der Weg zum El Alamein Brunnen führte uns durch die Darlinghurst Road.
Hier ließen Doris und ich uns 2020 in einem urigen klitzekleinen Friseursalon die Haare schneiden.
Da bei mir ein Haarschnitt wieder von Nöten war, suchten wir diesen Laden auf.
Nachdem wir ihn gefunden hatten, gab es allerdings lange Gesichter, der Salon war verwaist und stand zur Vermietung an.
Doris hatte die Idee, von dem Foto mit den vier Vertretern des Housekeepings, dass sie gestern gemacht hatte, Papierabzüge anfertigen zu lassen und die den so abgelichteten Kabinenstewardessen und Kabinenstewards zu schenken. Ich schloss mich dieser Idee an und wollte vom Foto des „Schnapsi Duos“, dass ich schon vor einigen Wochen geschossen hatte, ebenfalls Abzüge machen lassen.
Aber weit und breit war keine DM-Drogerie oder ein Rossmann zu finden, wo man den Plan leicht in die Tat hätte umsetzten können, denn bei den australischen Drogerien wurden wir nicht fündig.
In der Darlinghurst Road befindet sich eine Bibliothek, vielleicht könnte man uns hier weiterhelfen, so Doris' Gedanke.
Der freundliche junge Mann am Empfangsschreibtisch im Lesesaal bejahte unsere Frage noch dem Fotodruck ...
... und wollte schon mit meinem Stick zur Tat schreiten, als wir aber noch klären konnten, dass ein Ausdruck auf normalen Druckerpapier nicht unser Begehr sei.
Stattdessen befragte der junge Mann jetzt Google nach einem entsprechenden Service in der Nähe und erhielt einen Treffer von einem Lädchen ganz in der Nähe.
Das Lädchen war zwar klein, die Preise hingegen gesalzen.
Kostet ein Abzug an einem Automaten z. B. in einer DM-Drogerie ein paar Cent, wollte hier der chinesische Inhaber 2,50 Australische Dollar pro Abzug haben (ca. 1,45 €), also für die von uns benötigten 6 Abzüge 15,00 AUD. Aber was soll’s, dieser Laden war anscheinend alternativlos.
Im Cafe de la Fontaine mit Blick auf den Brunnen machten wir erst mal Pause, um zu beratschlagen, wie wir den Rest des Tages verbringen wollten.
Das Wetter war dem Wetterbericht zum Trotz prima, es kam sogar die Sonne durch, sodass wir beschlossen, die Wanderung zum Bondi Beach anzugehen.
Mit der Bahn der Linie T4 ging es zur Bondi Junction, dem großen zentralen Omnibusbahnhof, und von dort weiter mit dem Bus Nr. 360 zum Burrows Park.
Für die ca. 5 Kilometer lange Strecke Richtung Bondi Beach, einem Teilstück des sogenannten Costal Walk, benötigten wir drei Stunden, was gewiss keinen Geschwindigkeitsrekord darstellt, aber vielleicht einen Rekord im Genießen dieser schönen, abwechslungseichen Strecke.
Am Ende dieser kleinen Wanderung brachte uns der Bus Nr. 333 direkt zur Haltestelle von unserem Shuttlebus.
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Nicht nur die Passagiere hatten gewechselt, sondern auch Teile der Crew wurden ausgetauscht.
Heute nach dem Frühstück ging Gerald, unser Lieblingskoch aus dem Lido, in den wohlverdienten Urlaub nach Hause auf die Philippinen.
Bei unserer Rückkehr auf dem Schiff war der Passagierwechsel auf der ARTANIA bereits vollzogen.
Wir nahmen erfreut vom Kreuzfahrtdirektor zur Kenntnis, dass wir jetzt zweihundert Passagiere weniger sind als auf der Etappe zuvor, nämlich „nur“ noch 850.
98. Reisetag – Dienstag, 25.03.2025 – Sydney/Australien – 3. Tag
Da wir gestern Kings Cross und Wanderung zum Bondi Beach absolviert hatten, hätten wir heute eigentlich die so erarbeiteten Überstunden abfeiern können, aber es zog uns doch noch einmal zum Circular Quai und von dort zur Oper.
Für heute war kein Regen angesagt und trotzdem mussten wir uns ins Innere der Oper flüchten, um nicht nass zu werden.
Was lernen wir daraus: In Sydney kann man sich auf die Wetterberichte nicht verlassen.
Gleich neben der Oper befindet sich der große botanische Garten (Royal Botanic Gardens), indem sich der Aussichtspunkt Mrs Macquarie’s Chair befindet, wo wir prompt auf einen Phoenix-Ausflug stießen.
Aber für den Ausflugs-Fotostop war nur eine kurze Zeit eingeplant, sodass sich der Trubel schnell wieder gelegt hat.
Die nächste Bushalltestelle war gut 5 Minuten entfernt, was uns die Entscheidung leicht machte, jetzt unser Sightseeing-Programm zu beenden und zur Shuttlestation zu fahren, um aufs Schiff zurückzukehren.
Um 17:45 Uhr fand anlässlich des neuen Reiseabschnitts die obligatorische Rettungsübung statt.
Um 18:30 Uhr hieß es Leinen los für die Etappe „Von Sydney auf Südwest-Kurs bis nach Bali“, wie sie offiziell im Katalog und im Tagesprogramm betitelt wird.
Wie immer, wenn eine neue Etappe beginnt, spendiert Phoenix den Sekt zur Auslaufparty (der aber sicher schon im Reisepreis mit einkalkuliert worden ist 😊).
99. Reisetag – Mittwoch, 26.03.2025 – Seetag
Dieser Seetag ist bitter nötig, damit ich einen Bürotag einlegen kann, denn nach 4 ausgefüllten Hafentagen bin ich mit dem Blog zwangsweise ins Hintertreffen geraten.
Als ich den letzten Absatz vom gestrigen Tag geschrieben hatte, fiel mir im Titel der neuen Etappe das Wort „Südwest-Kurs“ auf.
Bali liegt aber von Sydney aus gesehen eindeutig in nordwestlicher Richtung.
Lediglich der erste Hafen auf dieser Etappe, Burnie auf Tasmanien, liegt auf Südwest-Kurs. (Wir machen nämlich noch mal einen kurzen Abstecher nach Tasmanien, um dann die australische Westküste hochzufahren - also Richtung Nord-West.)
Bestimmt tatsächlich die erste Destination den Begriff „Von Sydney auf Südwest-Kurs“?
Egal, es genügt ja, wenn der Kapitän weiß, dass ab morgen Abend nach dem Ablegen ein Nordwest-Kurs gefahren werden muss.
Die zweite Sache, die ich (noch) nicht verstehe, ist das Tarif- und Abrechnungssystem des öffentlichen Nahverkehrs von Sydney.
Ich hatte ja kurz beschrieben das man beim Einstieg z. B. in einen Bus die Kreditkarte an ein Lesegerät hält (Tap On) und das Gleiche beim Aussteigen machen muss (Tap Off).
Kurz nach dem Tap On wird auf der Kreditkarte ein Betrag von 1 AUD (= 58 Euro-Cent) vorgemerkt, also noch gar nicht abgebucht. Darüber erhält man über die App für die Kreditkarte eine entsprechende Nachricht. Und dann passiert nichts mehr. Auch nach mehreren Fahrten mit vielen Tap Ons und Tap Offs, wird die Karte nicht belastet. Es bleib bei der 1-Dollar-Vormerkung. Meine Vermutung, dass am Ende des Tages eine Tagesabrechnung erfolgt, hatte sich nicht bestätigt.
Am Tag 2 und Tag 3 das gleiche Spiel!
Jetzt haben wir Sydney schon fast einen ganzen Tag hinter uns gelassen und es bleiben weiterhin nur 3 x 1 AUD Vormerkungen.
Wird erst am Ende der Woche abgerechnet oder gar erst am Ende des Monats? Oder wird wegen eines Softwarefehlers gar nicht abgerechnet? Es bleibt spannend.
100. Reisetag – Donnerstag, 27.03.2025 – Burnie/Tasmanien/Australien
Nachdem wir die ganze Nacht südwestlichen Kurs gehalten hatten, machten wir um 9:00 Uhr im Hafen von Burnie fest. „Begrüßt“ wurden wir von zwei riesigen Bergen von Sägemehl.
Das Sägemehl wird nach China verschifft und dort für die Papierherstellung verwendet.
Ohne große Pläne fuhren wir mit dem kostenlosen von der Stadt bereitgestellten Shuttlebus in die nahegelegene City.
Bereits im Bus wurden wir von einer „Volunteer“ umfassend über die touristischen Möglichkeiten wie Museum, Art Center, Bücherei, Burnie Park, Pinguin-Beobachtungszentrum etc. informiert. Die Volunteers waren überaus freundliche, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die in den Shuttlebussen und an der Haltestelle uns Kreuzfahrtgästen mit Rat und Tat zur Verfügung standen.
Einen richtigen Plan für unseren Landgang hatten wir für heute nicht.
Als wir an der Haltestelle ausstiegen, sahen wir einen Mann mit einem Schild, auf dem „Wing’s Wildlife Park Shuttle“ zu lesen war.
Das war genau unser Ding!
Bereits gestern Abend hatten wir vergeblich überlegt, wie man in den 40 Kilometer entfernten Tierpark kommen könnte. Phoenix hatte zwar einen entsprechenden Ausflug im Angebot, aber diese Art von Ausflügen sind bekanntermaßen nicht so nach unserem Geschmack.
Jetzt war die Sache einfach. Für 90 AUD (53,00 €) pro Person fuhr ein Mini-Van uns und 8 weitere Personen zum Wing’s Wildlife Park. In diesen 90 australischen Dollars war der Eintrittspreis bereits enthalten. Nach 1½ Stunden wurden wir wieder abgeholt und zur Haltestelle des Shuttlebusses zum Hafen zurückgebracht.
Allein die Fahrt zum Park und zurück kann man zu 100% als tolle landschaftliche Panoramafahrt verbuchen.
Der Besuch des liebevoll angelegten Parks mit seinen Freigehegen, Vogelvolieren und Terrarien war wirklich lohnenswert.
Der absolute Liebling im Park war der Koala.
In Tasmanien gibt es keine freilebenden Koalas, sodass man diesen Kameraden vom australischen Festland einbürgern musste.

Dieser Ziegenbock signalisierte, dass er sehr stark an dem Futter, das wir gekauft hatten, interssiert war.
Auf der Rückfahrt wurde noch ein Fotostop bei einem überlebensgroßen Plastikpinguin in der Ortschaft Penguin (deutsch: Pinguin) eingelegt. Dieser Fotostop scheint für alle Touristen verpflichtend zu sein, denn kurz nach unserer Ankunft hielt hier auch ein Phoenix-Ausflugsbus. Der Pinguin selbst war ausgesprochener Kitsch, aber das Panorama dahinter war OK.
101. Reisetag – Freitag, 28.03.2025 Melbourne/Australien
Für die Überfahrt von Burnie an der Nordspitze Tasmaniens nach Melbourne an der Südspitze des Kontinents musste die ARTANIA nur etwa 200 Seemeilen zurücklegen.
Kurz nach 8 Uhr machte die ARTANIA an der Station Pier in Melbourne fest.
Die schiffeigenen Gangways wurden vorbereitet, aber auch an der hafeneigenen Gangway, die mit ihrem „Finger“ das Passagierterminal mit dem Schiff verbinden kann, waren Aktivitäten zu beobachten.
Das ließ nichts Gutes vermuten.
Untermauert wurde unsere Vermutung dadurch, weil Mitarbeiter der Port-Authority, die unten auf der Pier standen mit den oben auf dem Deck der ARTANIA stehenden Offizieren, die das Anlegemanöver durchgeführt hatten, ganz furchtbar stritten.
Irgendwie war da schon klar, dass das Unheil seinen Lauf nehmen würde. Und so war es dann auch, denn was folgte, war ganz großes Kino.
Wir saßen seit halb neun gemütlich beim Frühstück im ARTANIA-Restaurant und es hätte eigentlich spätesten um 9 Uhr die Durchsage kommen müssen, dass das Schiff zum Landgang freigegeben ist und dass alle Passagiere, die privat an Land gehen möchten, dies jetzt tun können.
Stattdessen kam, später als erwartet eine Durchsage, dass es Schwierigkeiten gäbe, die hafeneigene Gangway anzubringen und man versuche jetzt, dies an einer Luke in der Nähe des Eingangs zum ARTANIA-Restaurant zu bewerkstelligen.
Nach langen und zähen Verhandlungen hätte man sich aber bereits darauf einigen können, dass zumindest die Phoenix-Ausflügler über eine schiffseigene Gangway das Schiff verlassen dürfen, weil die Ausflugsbusse direkt an der Pier vorfahren und direkt bei der Gangway halten könnten.
Die privaten Landgänger mussten noch nach wie vor an Bord bleiben. Dass sich am ARTANIA-Restaurant eine Ausstiegsluke befindet, war uns bis dato völlig unbekannt. Welche Nachteile diese Luke hat, sollten wir gleich erfahren. Wegen der Nutzung dieser Luke mussten die Eingangstür und die zugehörige Feuertür geschlossen werden, denn hierher mussten die bordeigenen Computer für die Erfassung der ein- und aussteigenden Passagiere und Crew-Mitglieder herbeigeschafft werden. Auch die Anlage zur Durchleuchtung der Taschen und Rucksäcke der zurückkehrenden Landgänger musste dort aufgebaut werden. Das alles versperrte den Restauranteingang.
Allerdings hatte man es verabsäumt, dies den im Restaurant verbliebenen Gästen mitzuteilen und vor allem zu sagen, wie man jetzt aus dem Restaurant wieder herauskommen konnte. Aber zumindest die Kellner wussten das und gaben ihr Wissen schließlich an die umher irrenden Frühstückler preis.
Durch eine Stahltür, wo ein großes Schild „Crew Only“ angebracht war, konnte man in Pichler’s Restaurant gelangen und dieses dann ganz normal verlassen, was wir so um viertel nach 9 auch taten.

Die Schlange ging nach hinten weiter bis zum Pichler's und dann noch um die Ecke bis fast zur Cassablanca Bar.
Vor der Ausstiegsluke hatte sich eine lange Schlange von privaten Landgängern gebildet, ...
... obwohl überhaupt noch nicht absehbar war, ob und wann die Verbindung ARTANIA-Passagierterminal über diesen vermaledeiten Finger gelingen könnte, denn zwischen Finger und ARTANIA klaffte immer noch eine Lücke.
Um die Wartenden bei Laune zu halten wurden inzwischen von irgendwoher Bar- und Servicekräfte aktiviert, ...
... die unablässig Sekt und Orangensaft anboten, als stünde eine Auslaufparty auf dem Programm.

Einige ließen die Schlange Schlange sein, machten aus der Not eine Tugend und ließen sich in der Casablanca Bar gemütlich nieder.
Wir betrachteten eine Zeitlang dieses sehenswerte Schauspiel und gingen dann über das Promenadendeck zu unserer Kabine.
Dabei bemerkten wir, dass auch auf der anderen Seite des Fingers eine Traube von Phoenix-Passagieren stand, die gerne aufs Schiff wollten (und nicht konnten). Dieses illustre Trüppchen war nämlich in Sydney für einen Überlandausflug zum Uluru/Ayers Rock von Bord gegangen ...
... und wollten jetzt hier in Melbourne wieder zusteigen.
Für sie gab es allerdings aus nachvollziehbaren technischen Gründen keinen Sekt.
Nachdem wir uns in der Kabine in Ruhe für unseren Landgang fertig gemacht hatten, peilten wir die Lage.

Mit diesem mobilen Brückchen schlossen die Australier schließlich die problematische Lücke zwischen dem Gangway-Finger und der ARTANIA.
Und siehe da, es gab keine Schlangen mehr.
Es wäre aber gar nicht schlimm gewesen, wenn durch die Reiseleitung zwischenzeitlich eine informelle Durchsage erfolgt wäre, dass das Verlassen des Schiffs jetzt möglich ist und der Stau sich aufgelöst hat. Das hätte sicher den ein oder anderen, der keine Lust hatte, sich in die Schlange zu stellen, interessiert.
Gleich im Terminalgebäude konnten wir uns eine sogenannte aufladbare myki-Karte kaufen. Die braucht man, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren zu können. Für uns Kreuzfahrer gab es die Tageskarte mit einem „aufgeladen“ Tarif, sodass wir den ganzen Tag die Öffis nutzen konnten (17 AUD ~ 10 €).
Das Riesenrad, das wir von der ARTANIA aus gesehen hatten, sollte unser erstes Ziel sein. Zum Glück bekam Doris während des Kaufs unserer myki-Karten die Info, dass sich der „Melbourne Star“ seit Jahren nicht mehr dreht.
An Tagen, an denen hier Kreuzfahrtschiffe liegen, wird die (öffentliche) Buslinie 109 aktiviert. Sie fährt nonstop vom Hafen ins 6 Kilometer entfernte Zentrum.
Hier war unser Ziel der Eureka Tower mit dem Skydeck. Der Eureka Tower ist mit 300 Meter einer der höchsten Wohntürme der Welt (556 Apartments). Im Stockwerk 88 befindet sich das Skydeck, eine Aussichtsplattform, der Grund warum wir hierhin wollten.
Als wir gegen 11 Uhr dort ankamen standen wir vor verschlossenen Türen, weil der Laden erst um 12 Uhr aufmacht.
Also vertrieben wir uns die Zeit bis dahin mit der Suche nach Geo-Caches.
Kurz nach 12 Uhr kamen wir zurück. Der Andrang war überschaubar. Mit dem Express-Aufzug ging es in 40 Sekunden die 88 Stockwerke nach oben.
Auf der Plattform hatten wir erwartungsgemäß einen schönen Ausblick über die Stadt.
Als Zusatzoption hatte ich den „Edge“ gebucht, eine Würfelplattform aus milchigen Glasscheiben, die drei Meter weit aus dem Gebäude herausgefahren und auf Knopfdruck durchsichtig wird, einschließlich des Bodens.

Für "The Edge" musste man einen zusätzlichen Obolus entrichten. Dieses Foto war aber im Preis inbegriffen.
Der erwartete Nervenkitzel blieb allerdings aus, denn viel anders als im Inneren der Aussichtsplattform war die Sache auch nicht. Daran änderten auch das Donnern und Grollen aus dem Lautsprecher nichts.
Beschaulich und entspannend war der Spaziergang durch die Queen Victoria Gardens.
In den Straßen rund um den sehenswerten Bahnhof Flinders Street Station ist es laut. Aber nicht wegen des Verkehrs, sondern wegen der Musikbeschallung, die aus jedem der unzähligen Restaurants und Lokale dröhnte.
Wir wollten eigentlich irgendwo in Ruhe eine Tasse Kaffee trinken, aber die Läden waren modern, mit yuppiemäßigem kühlem Interieur und wie schon erwähnt laut – hier waren wir irgendwie falsch.
Also fuhren wir zurück zum Schiff, um dort Kaffee zu trinken und hinterher noch eine Runde im Pool zu schwimmen.
102. Reisetag – Samstag, 29.03.2025 Seetag
Die Verkehrsgesellschaft von Sydney hat nun tatsächlich die Fahrten von unseren Kreditkarten abgebucht.
(Buchungstag ist nicht gleich Tag der durchgeführten Fahrten.)
Das heutige Abendessen war besonders lecker, denn wir haben die erste von unseren drei mitgebrachten Wurstdosen aufgemacht und im Lido-Restaurant (dort gibt es Brot und Gürkchen) verspeist.
103. Reisetag – Sonntag, 30.03.2025 Adelaide/Australien
Die ARTANIA hat am Morgen in Outer Harbour, das ist ein Vorort von Adelheit, festgemacht.
Die hafeneigene Gangway wurde vollkommen problemlos an die ARTANIA angeflanscht. Das hätte man doch eigentlich mit Sekt feiern müssen.
Bis in die City sind es 20 Kilometer, dorthin zu kommen war aber absolut problemlos.
Gegenüber vom Passagierterminal befindet sich der kleine Bahnhof von Outer Harbour.
Dort wurden Tagestickets für 10 AUD (knapp 6 €) angeboten, mit denen wir beliebig viele Fahrten mit Zug, Bussen und Tram im gesamten Gebiet von Adelaide machen konnten.
In gut 30 Minuten brachte uns der Zug, der alle halbe Stunde fuhr, ins Zentrum von Adelaide.
Gleich als wir dort den Bahnhof verließen, sahen wir eine Schwarz-Rot-Goldene Fahne, was uns etwas erstaunte.
Dieses Rätsel löste sich mit der Zeit auf, als wir ständig auf Leute trafen, die Schwarz-Rot-Goldene Shirts und Schals trugen.
Wir schlossen messerscharf, dass es sich hier nicht um Anhänger der deutschen National-Fußballmannschaft handelt, insbesondere weil DFB-Devotionalien doch irgendwie anders aussehen.
Nach einer kurzen Google-Recherche wussten wir, dass diese Menschen Anhänger des Footballvereins Adelaide Crows (Krähen von Adelaide) waren. Und die Vereinsfarben der Crows sind aber nicht Schwarz-Rot-Gold, sondern Marineblau-Rot-Gold.
Über unseren Stadtbummel gibt es nichts zu berichten.

Obwohl es Sonntag war, waren die Geschäfte in der Fußgängerzone geöffnet.
Aber die Fußgängerzone hier war genauso langweilig wie in anderen großen Städten.
Als wir hungrig wurden, suchten und fanden wir eine Alternative zu McDonald's und Hungry Jack's (der australische Ableger von Burger King).
Diese fanden wir bei Benny's Burger in der Hindley Street. (Insbesondere die Pommes waren super.)
Hier stärkten sich mit uns Fans der Crows.
Deshalb stellten wir uns – und dann Google – die Frage, wann und wo und welches Spiel denn stattfinden sollte. Die Antworten:
- Wann: in einer halben Stunde.
- Wo: Im Adelaide Oval, ca. 10 Gehminuten von hier.
- Was: Australien Football; Adelaide Crows gegen die North Melbourne Kangaroos.
Da war urplötzlich der Gedanke da, zum Stadion zu pilgern, um zu schauen, was denn da so abgeht.
Auf dem Weg dorthin meinte Doris: Warum nur die Atmosphäre vor dem Stadion schnuppern, lass uns doch das Spiel im Stadion anschauen.“
Ja, warum eigentlich nicht!
Die Schilder „General Admission Tickets Sold Out“ (Allgemeine Eintrittskarten ausverkauft) an den Kassen sprachen allerdings nicht gerade für die Verwirklichung unseres Plans.
Fragen kostet nichts, entschied Doris, und der junge Mann an der Kasse tippte daraufhin wild auf seinem Computer herum und konnte uns tatsächlich noch zwei Karten anbieten.
Für den Kauf mussten wir eine Telefonnummer angeben, warum auch immer.
Das Stadion fasst 55.000 Zuschauer, ist also recht groß.
Unsere Plätze waren in der Reihe “Y“, fast ganz oben.

Auf dem Feld befinden sich 18 Spieler von jeder Mannschaft plus 3 Hauptschiedsrichter, 2 Torschiedsrichter und 4 Linienrichter.
Da wir keinerlei Ahnung vom Football im Allgemeinen und vom Australian Football im Besonderen hatten, machten wir uns noch schnell via Internet mit den wichtigsten Grundbegriffe und Regeln vertraut.
Beim australischen Football sind die Spieler nicht wie beim American Football mit Protektoren gepanzert, obwohl auch diese spezielle Variante des Football sehr körperbetont ist.
Die Stimmung im Stadion war großartig.
Wir jubelten natürlich für die Crows, die das Spiel gegen die Kangaroos am Ende mit 114:78 Punkten gewonnen hatten.
So endete ein Landgang, der eigentlich keine besondere Höhepunkte versprochen hatte mit einem echten Knaller.
Dieser Stadionbesuch war ein richtig tolles Erlebnis!
Nicht unerwähnt bleiben soll, dass hier nicht wie bei Fußballspielen in Deutschland, ein großes Polizeiaufgebot in Hab-Acht-Stellung vor Ort bereitstand. Ein Feuerwehrauto und ein Krankenwagen – mehr war nicht. Selbstverständlich wurden auch keine Bengalos gezündet.
Diese Großveranstaltung konnte uneingeschränkt von ganzen Familien mit Kindern besucht werden – und von touristischen Football-Greenhorns.
Für den Weg vom Stadion zum Bahnhof bauchten wir nur wenige Minuten und um 18:30 Uhr waren wir wieder auf dem Schiff.
Um 20:00 Uhr verließ die ARTANIA ihren Liegeplatz an der Pier von Outer Harbour.
104. Reisetag – Montag, 31.03.2025 Penneshaw/Kangaroo Island/Australien
Schon gestern Abend wurden wir darauf vorbereitet, dass wegen des aufkommenden starken Windes heute ein Tendern problematisch werden könnte.
Heute die erste Durchsage des Kreuzfahrtdirektors hörte sich dagegen sehr optimistisch an, die zweite dann schon etwas weniger.
Statt der 4 Tenderboote könnten heute nur zwei Boote zum Einsatz kommen, weil die Boote auf der Luv-Seite nicht heruntergelassen werden können. Die Erklärung hierzu habe ich nicht ganz verstanden, aber irgendwie machte die Konstellation der Strömung und des Windes Schwierigkeiten.
Wir wurden deshalb auf längere Wartezeiten eingestimmt, das war die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht kam 10 Minuten später. Der Kapitän hatte entschieden nicht zu tendern, wodurch ja die angedrohten Wartezeiten wiederweggefallen sind.
Ein alternatives Tagesprogramm wurde von Phoenix schnell erstellt, somit wir nun einen ganz normalen Seetag vor uns hatten.
105. Reisetag – Dienstag, 01.04.2025 Seetag
Das Tagesprogramm für den heutigen Seetag enthielt einige aussergewöhnliche Veranstaltungen und Hinweise.
Den folgenden Tagesordnungspunkt "Ecooking Show" im Pichler's Restaurant hielt ich ebenfalls für einen Aprilscherz. Es gibt ja z. B. auch das E-Learning, das "elektronische Lernen", also das Lernen im Internet.
Aber Kochen im Internet? Soll man die erwähnten natürlichen und bilogischen Inhaltsstoffe downloaden?
Aber weit gefehlt. Ecooking ist kein Aprilscherz, sondern eine Kosmetik-Marke und die Ecooking-Show ist eine Verkaufsveranstaltung der Bord-Boutique.
Auf der (englischen) Internetseite von Ecooking kann man nachlesen:
Wir von ECOOKING glauben, dass Ihre Haut ein persönliches Rezept verdient. Deshalb haben wir das Beauty-Kochbuch entwickelt, damit Sie Ihr persönliches Rezept entdecken können.
Vielleicht wäre es geschickter gewesen, diese Veranstaltung erst am morgigen Seetag durchzuführen.
106. Reisetag – Mittwoch, 02.04.2025 Seetag
Unser morgiges Ziel lautete ursprünglich Esperance.
Gestern zur Kaffeestunde erfolgte jedoch eine Lautsprecherdurchsage, dass es eine kleinere Kursänderung geben würde.
Für genauere Informationen könne man sich ab sofort auf Kanal 8 im Bordfernsehen eine Sondersendung anschauen.
Es wurde noch ausdrücklich betont, dass dies kein Aprilscherz sei.
Es entstand erwartungsgemäß sofort eine gewisse Unruhe, was die etwas kryptische Durchsage zu bedeuten hatte. Warum wurde nicht einfach durchgesagt, wir fahren aus den und den Gründen nicht nach A sondern stattdessen nach B. Aber so schießen die Spekulationen ins Kraut.
In der „Sondersendung“ auf Kanal 8 waren dann der Kreuzfahrtdirektor und der Kapitän auf der Kommandobrücke zu sehen.
Der Kreuzfahrdirektor erklärte, dass wir vor Esperance nicht wie geplant ankern, weil wegen des zu erwartenden Wellengangs ein Tendern nicht möglich sein wird. Stattdessen wird das weiter westlich liegende Albany angelaufen. Zwar müssen wir auch dort tendern, aber Albany liegt in einer geschützten Bucht, da stehen die Chancen für ein gefahrloses Tendern besser.
Der Kapitän wiederholte das bereits gesagte auf Englisch und da war die Sondersendung auch schon vorbei, begann sofort wieder von vorn und lief in einer Endlosschleife immer weiter.
Wir vermuten, dass es wegen des bereits ausgefallenen Tenderns vor Penneshaw Ärger gegeben hat und man mit Kapitän und 2 Monitoren mit bedrohlichen Wettergrafiken die Notwendigkeit der Maßnahme deutlich machen wollte.
Das ausgefallene Penneshaw war bereits ein Ausweichhafen, denn ursprünglich stand für den 31.3.2025 Kingscote auf Kangaroo Island auf dem Routenplan. Dort wäre auf Grund eines zugewiesenen ungünstigen Ankerplatzes der Tenderweg mit 45 Minuten viel zu lange gewesen, deswegen damals die Umroutung.
Und am 7. April wird Geraldton ganz ausfallen, weil dort die Pier noch gar nicht fertiggestellt ist. Das wissen wir aber schon seit Anfang der Etappe.
Die „Wellenvorhersage“ windy.com für die Bucht von Albany sah für den 3.4.2025 mit einer Wellenhöhe von 2,50 Meter und einer Dünung von über 2 Meter gar nicht gut aus.
Bleibt zu hoffen, dass diese Voraussage nur für die offene See gilt und nicht für die Bucht von Albany.
Denn wird ein Tendern möglich sein, wenn die Prognose stimmt?
107. Reisetag – Donnerstag, 03.04.2025 Albany/Australien
„Albany, hoch in den Bergen von Norton Green …“, so sang Roger Whittaker im Jahr 1982 (Platz 3 d. deutschen Hitparade).
In dem Lied ging aber um das schottische Albany. Zu dieser schottischen Stadt gehört (noch heute) ein englischer Adelstitel, nämlich „Duke of York and Albany“ und nach einem Frederick, Duke of York and Albany wurde die 1826 gegründete australische Strafkolonie Albany benannt.
So jetzt haben wir die Verbindung zwischen Roger Whittaker und der australischen Stadt Albany, wo wir heute früh um 6 Uhr an der Pier festgenacht hatten, hergestellt.
Wikipedia sei Dank!
Zitat aus dem Reiseblog von 2017 (Montag, 20.03.2017)
So ganz stimmt die Analogie mit 2017 nicht, denn heute konnten wir erstens nicht an die Pier und mussten tendern und zweitens wurde der Anker erst um 7:00 Uhr geworfen und nicht schon um 6:00 Uhr.
Die See und der Wind waren zwar nicht optimal zum Tendern, aber auch nicht so heftig, um den Landgang abzublasen. Wegen des langen Tenderwegs (30 Minuten) war der im Tagesprogramm angegebene Zeitplan für das Tendern nach Decks hinfällig. Über Bordlautsprecher wurde zwischendurch gesagt, dass, das nächste der 4 im Einsatz befindliche Tenderboote erst in einer dreiviertel Stunde wieder zurück bei der ARTANIA sei und es keinen Sinn machen würde, in die ARTANIA-Show-Lounge zu kommen, wo sich die Tenderwilligen bekanntermaßen versammeln und geordnet zum Einstieg ins Boot geführt werden.
Diese Information hatte zur Folge, dass sich innerhalb kürzester Zeit dutzende Passagiere aufmachten, um schnellen Schrittes in die Show-Lounge zu marschieren.
Um 10:30 war die morgendliche Tender-Rushhour vorbei und wir fuhren, ohne vorher große Wartezeiten in der Show-Lounge verbringen zu müssen, an Land.
Dort stromerten wir zunächst mal ein wenig im Yachthafen umher.
Gleich in der Nähe befindet sich der ANZAC Peace Park.
In Australien und Neuseeland gibt es praktisch in jeder Stadt Denkmäler und Gedenkstätten für die heimischen Soldaten, die in den verschiedensten Kriegen teilgenommen hatten.
(ANZAC = Australian and New Zealand Army Corps)
In den bisherigen ANZAC Gedenkstätten, die wir besucht hatten, ging es bei den Texten auf den Informations- und Hinweistafeln eher um Trauer um die Gefallenen und um die Hoffnung auf Frieden.
Hier in Albany wurde der Einsatz der ANZAC-Soldaten im 1. Weltkrieg glorifiziert und die Tapferkeit und der Heldenmut in den Vordergrund gestellt und nicht die Schrecken des Krieges. Das hat uns nicht so gefallen.
Vom westlichen Ausgang des Parks stieß man nach wenigen hundert Metern auf den originalgetreuen Nachbau an Land des Segelschiffs Brig Amity.
Die Amity war eine 148-Tonnen-Brigg, die für Erkundungs- und Siedlungsreisen in Australien im frühen 19. Jahrhundert eingesetzt wurde.
Für ein kleines Eintrittsgeld konnte man das Innere des Schiffs besichtigen.
Dadurch bekamen wir eine ungefähre Vorstellung, wie die Mannschaft und die Siedler, zusammen etwa 50 Leute, in der Enge unter Deck hausten und das wochenlang.
Über eine App konnten wir uns Erklärungen zu den einzelnen Bereichen unter Deck detailliert informieren lassen.
Wir zogen weiter westwärts und stießen dabei auf einen See, der von verschiedensten Vögeln bewohnt war.
Wir waren jetzt schon mehrere Stunden unterwegs und kehrten zurück zur Tenderstation.
Der Wind hatte stark zugenommen.
Seit 14:00 Uhr, so erführen wir später, wurden keine Passagiere mehr an Land getendert. Wind und Wellen ließen ein sicheres Einstiegen von der Schiffseigenen Tenderplattform ins Tenderboot nicht mehr zu.
Nichtsdestotrotz mussten die Leute, die noch an Land waren, zurückgeholt werden.
Vor der Rückfahrt wurden wir instruiert, dass die Fahrt äußerst unruhig verlaufen wird und auch länger als eine halbe Stunde dauern wird. Unterwegs dürften wir auf keinen Fall aufstehen Dieser Hinweis war insbesondere an die Fotofreunde gerichtet, was allerdings bei einem Zeitgenossen nichts gefruchtet hat.
Dieser Bootsidiot hat, um die aufgeregte See zu filmen, seinen Platz verlassen und sich an die offene Tür gesetzt.
Die Fahrt war tatsächlich ein sehr heftiges Auf und Ab und das anfängliche Juchzen und Gelächter bei jeder Welle verstummt nach und nach und macht gespannter Ruhe Platz.
Zwei Damen, die uns gegenübersaßen wurden mit der Zeit blass und blasser. Kotztüten waren im Boot keine ausgelegt. Damit konnten wir zwar auch nicht dienen, hatten aber Plastiktüten im Gepäck, die wir immer dabei haben, falls wir Abfall produzieren, den wir abtransportieren müssen.
Die Damen ließen sich nur zu gerne von mit den Beuteln versorgen. Der einen Dame genügte die Existenz der Tüte, um die Fahrt nun gelassener fortsetzen zu können. Die andere hätte durchaus Neptun geopfert, wenn sie etwas gegessen hätte, aber so kam nur etwas heiße Luft.
Die Überfahrt war nicht das Kritische, sondern das Ausseigen, nachdem das Boot an der Tenderplattform festgemacht hatte. Zwei Mann von der Crew im Boot und zwei Mann auf der Plattform gaben Hilfestellung, indem sie im richtigen Moment, wenn Ausstieg und Plattform in etwa auf gleicher Höhe waren, das Kommando „Jetzt!!!“ gaben und durch Schieben bzw. Ziehen den notwendigen großen Schritt unterstützten, den man machen musste, um über die ca. 50 Cm große Lücke vom schwankenden Tender auf die sichere Plattform zu gelangen. Schon einen Augenblick später konnte das Boot um einen Meter absacken und der nächste Passagier musste erst auf den nächsten günstigen Moment warten.
Von der Plattform ging es über die Gangway, vorbei am Schiffsdoktor, der für alle Fällte dort parat stand, ins Schiffsinnere.
Das war wirklich eine sehr heikle Sache und ich möchte betonen, dass hier die Crew großartiges geleistet hat. Dank deren professionellen Handelns ging die ganze Aktion ruhig und unaufgeregt über die Bühne.
108. Reisetag – Freitag, 04.04.2025 Seetag
Nach dem Frühstück hatte ich einen Termin im Bordhospital. Ich war aber nicht krank, sondern holte mir eine „Überweisung“ für den Zahnarzt.
Am letzten Freitag (28.4.2025) ist ein Stück vom meinem Backenzahn abgebrochen. Er fing irgendwann auf der Fahrt an, etwas kälteempfindlich zu werden. Außerdem kam es (selten) vor, dass bei einer „ungeschickten“ Kau-Konstellation der Kamerad ganz kurz weh getan hat, aber damit konnte ich prima leben.
Natürlich war ich kurz vor der Reise noch beim Zahnarzt zum Check. Meine Hoffnung den besagten Zahn ohne weitere Komplikationen nach Hause bringen zu können, hatte sich nicht erfüllt.
Tags darauf begab ich mich ins Bordhospital, nicht um mich behandeln zu lassen, denn einen Zahnarzt gibt es dort nicht. Vielmehr kann das der Schiffsarzt bzw. seine Krankenschwestern über einen Agenten einen Termin bei einem Zahnarzt an Land organisieren.
Zum Glück tut der kaputte Zahn nicht weh und bei besagter ungeschickten Kau-Konstellationen reagiert er sogar nicht einmal mehr mit Aua. Nur etwas kälteempfindlicher ist der Kamerad geworden. Deshalb musste ich lernen, beim Biertrinken das Getränk am Zahn vorbei lavieren.
Jetzt hat mit das Bord-Hospital einen Termin am Sonntag (7.4.2025) um 17:00 Uhr in der On Point Dental Clinic in Freemantle besorgt, mit dem schriftlichen Hinweis „Bitte nehmen Sie ausreichend Bargeld und Kreditkarte mit“.
Kurz vor 12 Uhr nachmittags erfolgte schon wieder eine kryptische Meldung über Bordlautsprecher. Diesmal würde uns der Schiffsarzt auf Kanal 8 des Bordfernsehens über ein gesundheitliches Thema informieren, was unserem nächsten Hafen in Bunbury betrifft.
Die Auflösung dieses Mysteriums:
In Bunbury sind in einer Klinik und im Gefängnis einige Fälle von Masern aufgetreten und die Behörden haben veranlasst, dass wir Passagiere darüber informiert werden müssen.

Breaking News auf Kanal 8.
Schiffsarzt Dr Wolfgang Röske(li.) und der Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka (re.)
Jetzt ist dieser Masernausbruch für die meisten Passagiere nicht bedrohlich, da bis 1970 in Deutschland Impfpflicht gegen Masern bestanden. Wer geimpft ist oder als Kind bereits die Masern gehabt hat, ist vor einer weiteren Infektion geschützt.