Dann wird das entsprechende Foto in einem separaten Fenster "in groß" angezeigt.
33. Reisetag – Samstag, 18.01.2025 – Seetag
Der erste Seetag eines neuen Reiseabschnitts ist prädestiniert für den Kapitäns-Handshake und Galaabend und das hat die Reiseleitung wieder gnadenlos ausgenutzt. Aber mein benutztes weißes Hemd beim letzten Galaabend war für den Heutigen noch gut genug (2 x abends ist wie 1 x ganztägig). 😊
Erwähnenswert wäre höchstens noch diese kleine Facebook-Geschichte:
Die Übergabe hat dann auch problemlos geklappt. Man sieht, dass Facebook manchmal sogar nützlich sein kann. (Trotzdem mag ich Herrn Zuckerberg nicht besonders.)
34. Reisetag – Sonntag, 19.01.2025 – Rio Grande/Rio Grande do Sul/Brasilien
Rio Grande? Erinnert mich sehr an einen Western mit John Wayne. Aber der Rio Grande ist nicht nur ein Fluss zwischen USA und Mexiko, von dem der besagte Filmtitel herrührt, sondern ist auch der Name einer Stadt (210.000 Einwohner) im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul, die in der Lagune Lagoa dos Patos liegt. Im 18. Jahrhundert hielten die Portugiesen, als sie Südamerika kolonialisierten, die Lagune für einen großen Fluss, also für einen Rio Grande.
Rio Grande wurde nur deshalb angelaufen, weil hier der Papierkram für die Ausreise aus Brasilien, das sogenannte Ausklarieren, erledigt werden musste.

(Blick von Steuerbord)
Für uns Kreuzfahrer wurden ein paar Souvenierstände aufgebaut. Ansonsten herrschte im Hafen Sonntagsruhe.
An dieser Stelle kann ich kurz nachtragen, warum wir am Montag, den 6.1.2025, nicht in Natal angelegt haben, wo eigentlich die Einklarierung, also der Einreisepapierkram, erfolgen sollte.
An diesem Tag, Heilige drei Könige, wollten oder konnten die brasilianischen Behörden keine Papiere und Pässe stempeln. Also musste der Stempeltag auf den 7.1. und nach Recife verlegt werden. AM 8.1. war eigentlich ein Seetag vorgesehen, aber als Ersatz für das ausgefallene Natal wurde Maceio angelaufen.
Die geplante Liegezeit von 6:00 Uhr bis 13:00 Uhr ließ wenig Zeit für ausgeprägte Landgänge. Der Kreuzfahrtdirekt legte uns Passagieren nahe, im Hafen zu bleiben. Das ca. 2 Kilometer entfernte Stadtzentrum sei unattraktiv. Außerdem warnte er mehrmals vor Kriminatität und mahnte, einsame Straßen und Wege zu meiden.
Da wir sowieso keine konkreten Pläne hatten (außer vielleicht einen Geo-Cache zu heben) vertraten wir uns ein wenig die Beine im Hafen, wo wir uns an der Pier relativ frei bewegen konnten, was in dem meisten anderen Häfen nicht erlaubt ist.

Die Pier bot genügend Platz für mehrere Schiffe. Aber mit uns lagen hier nur noch 2 Frachtschiffe und einige Schlepper.
Um 13:00 Uhr legten wir ab.
Am späten Nachmittag wurde die See unruhig. Aufgrund dieser Tatsache und dass die Wetter-App für morgen in Punta del Este/Uruguay starken Wind voraussagte, gingen Doris und ich davon aus, dass morgen nicht getendert werden kann, denn wir sollten wieder mal auf Reede liegen.
35. Reisetag – Montag, 20.01.2025 – Punta del Este/Uruguay
Unsere gestrige Prophezeiung war falsch, denn wir konnten heute problemlos tendern. Weil der Tenderweg mit 2 Seemeilen (3,7 Km) sehr lang war, wurden zusätzlich zu unseren Tenderbooten zwei große lokale Boote, jeweils mit Platz für mehr als 100 Personen, bestellt, sonst hätte man die Landgangswilligen nicht innerhalb einer vernünftigen Zeit an Land bringen können.
Punta del Este, am nördlichen Ufer an der Mündung des Rio de la Plata gelegen, ist ein beliebter Badeort, viele Argentinier verbringen hier ihren Urlaub.
Allerdings herrschte heute kein ideales Badewetter. Bei bedecktem Himmel, starkem Wind und Temperaturen, gerade so um die 20°, lagen die Tausende von Urlaubern nicht am Strand, sondern bevölkerten die Straßen und die Restaurants.
Bei unseren ersten Zielen an Land, dem Leuchtturm (hier war ein Geo-Cache zu finden) und die daneben liegende Kirche, bemerkten wir von den Massen allerdings noch nichts.
Das änderte sich schlagartig als wir Ziel Nummer 3 anvisierten, La Mano (die Hand) eine Skulptur an der Playa Brava.
Am Strand fallen uns 2 Dixiklos auf, die wir auch ansteuern. Als wir uns nähern, erhebt sich die Betreiberin dieser Fazilitäten von ihrem Klappstühlchen im Schatten. Wir können beide für 1 US$ eines der Klos benutzen.
Wir waren uns anschließend einig. Noch nie, nirgendwo auf der Welt einschließlich Deutschland, haben wir ein so sauberes und gepflegtes Dixiklo benutzt.
Hut ab! Dieser Besuch war ganz bestimmt den Dollar wert.

Bumerangs, heute gesehen in einem Souvenierladen in Punta del Este. Ich werde mit Kapitän Hansen sprechen. Australien brauchen wir jetzt eigentlich nicht mehr anlaufen.
Auf dem Rückweg zum Schiff kamen wir an einer Wechselstube vorbei. Wir überlegten, ob wir uns für den morgigen Besuch in Montevideo ein paar uruguayischer Pesos eintauschen sollten. Wir kamen rasch zu dem Ergebnis, morgen kein Bargeld zu brauchen. Aber Doris kam auf die brillante Idee, sich stattdessen gleich hier argentinische Pesos zu beschaffen. Bei zwei Tagen Aufenthalt in Buenos Aires und jeweils einen Tag in Puerto Madryn und Ushuaia machte das Sinn.
Außerdem machten wir vor 10 Jahren bei unserem Besuch von Buenos Aires die Erfahrung, dass in der dortigen U-Bahn Bargeld unerlässlich war und am Hafen keine Wechselmöglichkeit bestand.
Für 50 US-Dollar erhielten wir 58.000 Pesos. Laut unser Währungs-App hätten das „nur“ 53.000 Pesos sein sollen. Schon hier wird man anscheinend mit der starken Inflation in Argentinien konfrontiert.
Bevor wir zurück zur ARTANIA pilgerten, erstanden wir in einem Supermarkt noch 2 Dosen einheimisches Bier, das wir mit der Kreditkarte bezahlen konnten.
Erst um 21:00 Uhr wurde der Anker eingeholt und wir schipperten gemütlich den Rio de la Plata flussaufwärts nach Montevideo. Für die zurückzulegenden 70 Seemeilen hatten wir bis morgen 7:00 Uhr genügend Zeit.
36. Reisetag – Dienstag, 21.01.2025 – Montevideo/Uruguay
Das Wetter war heute wieder so, wie man es sich für Südamerika vorstellt, sonnig und warm.

Heute kamen neue Crew-Mitglieder an Bord, anderea flogen nach Hause, so z. B. auch unser Kabinensteward Ruben.
Wie geplant, machten wir einen kleinen Stadtrundgang, vom Hafen zum Plaza Independencia (Patz der Unabhängigkeit) und wieder zurück. Am Plaza Independencia gibt es zwei Sehenswürdigkeiten, das Puerta de la Ciudadela (Zitadellen-Tor) und das Mausoleum Montevideo.
Das Puerta de la Ciudadela ist der älteste noch vorhandene Teil der Stadtmauer.
Man sieht sich das Tor an, macht ein Foto (oberste Touristenpflicht) und das war es dann auch schon.
Das unterirdische Mausoleum wurde 1977 eingeweiht und dient einzig und allein der Aufbewahrung der Urne mit der Asche des Nationalhelden José Gervasio Artigas.
Artigas war ein uruguayischer General und Politiker. Er wird auch als „Vater der Unabhängigkeit Uruguays“ bezeichnet.
Die Urne wird von 2 Soldaten einer Kavallerieeinheit bewacht. Wir dachten zuerst, dass es sich um lebensgroße Puppen oder Figuren handelt.
Nur aus der Nähe und an den Augen erkannten wir, dass es sich um lebende Menschen handelt, da ihre Pupillen sich leicht bewegten, ansonsten standen sie absolut regungslos auf ihrem Posten.
Was macht der arme Soldat denn, wenn ihm plötzlich die Nase juckt, er aber im absoluten „Stillgestanden“ verharren muss?
Ich weiß aus leidvoller Erfahrung aus meiner Bundeswehrzeit, wie langweilig und ätzend es ist, auf Wache stehen zu müssen Aber wir durften uns wenigsten bewegen und sogar die Nase putzen, wenn es erforderlich war.

Mit uns lag die Costa Diadema im Hafen.
Bis zu 4.947 Passagiere und 1.253 Besatzungsmitglieder passen auf diesen maritimen Plattenbau..
Um 18:00 Uhr legten wir ab, weiter den Rio de la Plata läppische 152 Seemeilen flussaufwärts mit Ziel Buenos Aires.
37. Reisetag – Mittwoch, 22.01.2025 – Buenos Aires/Argentinien
Wir lagen im Containerhafen und mussten zunächst mit einem Shuttlebus zum großen Passagierterminal gebracht werden.
Mit unseren argentinischen Peseten in der Tasche, die wir uns schon vor 2 Tagen in Uruguay besorgt hatten, machten wir uns auf dem Weg zur U-Bahn-Station Retiro. Wir hatten vor ziemlich genau 10 Jahren schon einmal Buenos Aires per Kreuzfahrtschiff bereist. Damals war es unerlässlich Bargeld zu haben, um mit der Subte, so nennt sich hier die U-Bahn, fahren zu können; Kreditkarten wurden nicht akzeptiert.
Auf dem ca. 15-20-minütigen Fußmarsch zur Station, wurden wir von einer Soldatin gefragt, ob sie uns helfen könne. Eigentlich brauchten wir keine Hilfe, wir kannten den Weg und wurden dabei noch von Google-Maps unterstützt.
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Die freundliche Soldatin der Luftwaffe (Fuerza Aerea) nahm, bevor dieses Foto gemacht wurde, ihr Namensschild ab.
Aber sie ließ es sich nicht nehmen, uns ein Stück zu begleiten, damit wir nicht vom rechten Weg abkommen.
An der U-Bahn-Station angekommen, galt nach wie vor: „Nur Bares ist Wahres!“
Zunächst mussten wir an einem Schalter für jeweils 1.500 Pesos (1,50 €) eine Subte-Karte kaufen, das ist eine Art Prepaid-Karte. Am Automaten konnte man dann ein Guthaben auf die Karte laden, indem man ihn mit 1000- oder 2000-Peseten-Scheinen fütterte. Laut Erkenntnis aus dem Internet sollte eine Fahrt 40 Peseten kosten, also fast nichts, sodass wir mit einem Guthaben von 1000 Peseten, mit denen wir unsere Karten aufgeladen hatten, gut aufgestellt waren.
Am Drehkreuz zum Bahnsteig hielten wir unsere Karten an den dafür vorgesehenen Sensor und konnten sehen, dass 150 Peseten von der Karte eingezogen worden waren. Aber auch mit umgerechnet 15 Euro-Cent ist eine Fahrt noch erschwinglich.
Unser Ziel war die Subte-Station Perú, die, ebenfalls laut Internet, wegen ihres Jugendstil-Interieurs besonders sehenswert sei.
Um dort hinzukommen mussten wir zwischendurch umsteigen.
Eine entsprechende Umsteigemöglichkeit suchten wir uns an einem ausgehängten Plan aus.
Ein Uniformierter (Polizist?) fragte nach unserem Vorhaben und dadurch erfuhren wir von ihm, dass unser Plan nicht ausführbar war, weil die Umsteigestation, die wir uns ausgesucht hatten, wegen Bauarbeiten geschlossen war. Seinen Alternativvorschlag, mit der Linie F zur Station Bolivar zu fahren und von dort die wenigen Schritte nach Perú zu laufen, nahmen wir dankend an.
In Bolivar angekommen, hoben wir unweit der Station schnell noch einen Cache. Auf Grund dieser „Schnitzeljagt“ kamen wir bereits in die Nähe der Plaza de Mayo, deshalb tappten wir auch dorthin. An diesem großen Platz steht die Casa Rosada (Rosa Haus), dem Sitz der argentinischen Präsidenten.
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Ein paar Fotos von diesem „Roten Rathaus 😊“ und dem weitläufigen Platz waren schnell im Kasten und schon konnten wir die beiden Sehenswürdigkeiten Palza de Mayo und Casa Rosado abhaken.
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Sein Hauptgeschäft ist eigentlich das Schuheputzen. Aber uns hatten es die neonfarbigen Schnürsenkel angetan. Wir kauften 2 Paar.
Unser eigentliches Ziel, die Metro-Station Perú erwies sich als Flop. Hier war aber rein gar nichts spektaktulär.
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Nicht alles was im Internet zu finden ist, ist auch zutreffend. Dieses angebliche touristische Highlight ist gar keins.
Die Stahlträger und die Lampen könnte man zur allergrößten Not noch als Jugendstil durchgehen lassen.
Aber ansonsten war das eine ganz gewöhnliche U-Bahn-Station.
Wir stellten fest, dass wir bei 30° im Schatten genug gelaufen waren und beschlossen, zurück zum Schiff zu fahren.
38. Reisetag – Donnerstag, 23.01.2025 – Buenos Aires/Argentinien
Im Terminal gab es einen Infostand. Dort fragten wir nach, ob man nicht per Bus zur Subte-Station Retiro fahren könnte, um sich den Fußweg dorthin zu sparen. Die Antwort war ein eindeutiges: „Nein“. Die einzige Möglichkeit wäre, sich ein Taxi zu nehmen.
Allerdings war keine 300 Meter vom Terminal entfernt, direkt auf der Strecke zu unserer Station Retiro, eine Bushaltestelle. Wir befragten Google und erhielten als Antwort, dass wir mit Bus Nummer 6, der in wenigen Minuten ankommen soll, uns die Lauferei nach Retiro sparen könnten.
Bus Nr. 6 kam tatsächlich, das Bezahlterminal im Bus gab grünes Licht, nachdem wir unsere Karte an den Sensor gehalten hatten und wir kamen bequem bei Retiro an.
Schönen Gruß an die Tourist-Info im Terminal. Habt ihr keine Ahnung oder hat die Taxi-Lobby Einfluss auf eure Aussagen?
Ursprünglich wollten wir von Retiro mit der Subte zum Friedhof Cementerio de la Recoleta fahren, aber ermutigt durch unsere gerade eben erfolgreich durchgeführte Busfahrt, wollten wir versuchen, mit dem Bus dorthin zu kommen, denn im Bus sieht man bekanntlich mehr von der Stadt als mit der unterirdischen Bahn.
Also zückten wir unsere Smartphones, befragten erneut Google-Maps und erfuhren, dass der Bus 101 fast bis an die Eingangspforte des Friedhofs fahren würde. Während unserer Recherche wurden wir von zwei Hilfspolizistinnen gewarnt, unsere Smartphones nicht so offen zu präsentieren, das sei sehr gefährlich. Wir gelobten Vorsicht und nutzten die Gelegenheit zu fragen, wo genau der 101er Richtung Friedhof abfahren würde.
Sie begleiteten uns die 20 Meter zur Haltestelle und warteten, bis wir in den Bus eingestiegen waren.
Da gab es allerdings ein Problem. Das Kartenlesegerät im Bus gab kein grünes Licht, irgendwie meinte ich aus der (spanischen) Fehlermeldung herauszulesen, dass ich meine Karte erst aufladen müsse. Die Schlange der Einsteigewilligen hinter mir, wurde leicht ungeduldig, ob meiner mehrfachen vergeblichen Versuche, den Kasten zu überzeugen, endlich grün zu leuchten. Auch der Fahrer rollte mit den Augen und seine für mich mangels Spanischkenntnissen unverständlichen Hinweise halfen nicht weiter. Also war die Busfahrt erst einmal ersatzlos gestrichen.
An den Automaten in der Subte-Station kann festgestellt werden, welcher Betrag auf der Subte-Karte noch vorhanden ist. Mit allergrößtem Erstaunen stellte ich fest, dass ich mit über 1000 Peseten im Minus stand. Auch Doris stand mit etwas mehr als 700 Peseten in der Kreide.
Eine Erklärung, wo die Kohle geblieben ist, haben wir bis heute nicht in Erfahrung bringen können und wissen auch nicht, warum Doris und ich verschieden hohe Schuldenberge angehäuft haben.
Es half ja alles nichts, wir mussten unsere Karten neu aufmunitionieren. Wir hielten einen Betrag von 3000 Peseten für angemessen, um unsere Schulden zu tilgen und noch ein Polster für die nächsten Fahrten zu haben.
Aber so einfach ist es nun auch wieder nicht, dem (nur spanisch kommunizierenden) Automaten klarzumachen, dass man ihn nun mit 3000 Peseten füttern möchte. Eine Subte-Mitarbeiterin, die bereits Leuten am benachbarten Automaten Hilfestellung leistete, kümmerte sich parallel auch um uns. Sie bearbeitet gekonnt den Touchscreen des Automaten, sodass dieser nun wissen wollte, was wir denn gedenken, ihm zukommen zu lassen. Nach Eingabe des gewünschten Betrags (3000 Pesos) boten wir ihm den ersten 1000-Pesos-Schein an seinem Eingabeschlitz an. Er zog ihn ein und spuckte ihn gleich angewidert wieder aus, obwohl der Schein absolut sauber und neuwertig war. Die Subte-Dame probierte einem Schein aus ihrem Fundus und scheiterte gleichfalls.
Sie umschiffte dieses Problem nun dadurch, dass Sie dem Automaten klar machte, dass jetzt nicht mit Bargeld, sondern mit ihrem Smartphone über einen QR-Code bezahlt würde. Das klappte dann auch und ich gab der Dame meine 3000 Pesos in bar.
Nun war Doris an der Reihe. Neuer Versuch mit Bargeld – und siehe da, es funktionierte, ohne dass der Automat zickte.
Nur die Option die Doris noch gewählt hatte, nämlich eine Quittung auszudrucken, ignorierte dieser arrogante Kasten kommentarlos.
Von einer Busfahrt nahmen wir erstmal Abstand und beschlossen, unserem ursprünglichen Plan zu folgen, mit der Subte zur Station Las Heras zu fahren und von dort zum Cementerio de la Recoleta zu laufen.
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An der Station Jujuy mussten wir umsteigen. Wir waren fasziniert von den wunderschönen Darstellungen mit den bunten Wandkacheln.
Der Friedhof La Recoleta (Cementerio de la Recoleta) liegt im gleichnamigen Stadtteil Recoleta der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, einem der teuersten Wohn- und Geschäftsviertel der Hauptstadt. Er wurde Ruhestätte zahlreicher wohlhabender und prominenter Einwohner.
Hier wurden argentinische Präsidenten bestattet, Profisportler, Wissenschaftler und Schauspieler; zu den bekanntesten zählt die zweite Ehefrau von Juan Perón, Eva Perón.
Der Friedhof umfasst eine Fläche von 5 Hektar auf der sich 6.000 Mausoleen und Gräber befinden.
Quelle: Wikipedia
Am Friedhof angekommen erlebten wir die nächste Pleite. Wir waren durchaus bereit, die 1.760 Pesten (ca. 16 €) Eintritt zu zahlen, aber das Kartenlesegerät akzeptierte die VISA-Kreditkarte von Doris nicht. Nach 2 Fehlversuchen versuchte ich es dann mit meiner VISA-Karte, mit dem gleichen negativen Ergebnis.
Wir waren sogar bereit unserer argentinischen Bargeldreserven anzugreifen, mussten aber erfahren, dass der Mensch an der Kasse unsere Peseten nicht annehmen wollte (oder nicht konnte oder nicht durfte).
Auch mit US-Dollars konnten wir ihn nicht erweichen, uns ein Ticket auszuhändigen.
Etwas genervt wandte er sich von uns ab und wendete sich dem nächsten Kunden zu.
Aus Frust kehrten wir in einen nahegelegen McDonalds ein. Dort wollten wir auch noch mal versuchen, mit der VISA-Karte zu zahlen, um vielleicht die Ursache für die Pleite am Friedhof herauszubekommen.
Beim Bezahlen mit der Karte bei MacDoof fiel Doris auf, dass sie am Friedhof bei der Pin-Eingabe einen Zahlendreher gemacht hatte und deshalb die Sache so nicht funktionieren konnte.
Mein Fehler hingegen war, dass ich die falsche Kreditkarte dabei hatte. Zwar haben meine beide Karten die gleiche PIN, aber die von AMAZON herausgegebene Karte hatte ich nicht für Auslandseinsätze freigeschaltet, im Gegensatz zu meiner Visa-Karte der HANSEATIC-Bank.
Jedenfalls konnten wir unsere beiden Cheeseburger und 2 x Cola ohne Pleiten, Pech und Pannen mit Doris‘ Karte bezahlen. Die Preise hier bei McDonalds sind übrigens genau so hoch wie in Deutschland. Unsere Zeche betrug umgerechnet ca. 13 €.
Nachdem wir fastfoodmäßig gestärkt waren, nahmen wir einen zweiten Anlauf für das Projekt Cementerio de la Recoleta, um zum Mausoleum der Familie Duarte zu pilgern, in dem auch Evita Peron geb. Duarte (Don’t cry für me Argentna) bestattet ist.
Auf diesem Prominenten-Friedhof sind unzählige mächtige, ja protzige Mausoleen beheimatet.
Wir hatten befürchtet, dass es schwierig sein könnte, das Durate-Mausoleum zu finden, aber auch hier konnte uns Google-Maps punktgenau hinführen.
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Auch ohne Google-Maps hätten wir das Grab von Evita Peron finden können - einfach den Touristentrüppchen folgen.
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No me llores perdida ni lejana, yo soy parte esencial de tu existencia, todo amor y dolor me fue previsto, cumplí mi humilde imitación de Cristo, quien anduvo en mi senda que la siga.
SUS DISCIPULAS
Trauert nicht um mich, ich bin ein wesentlicher Teil eurer Existenz, alle Liebe und alles Leid waren für mich vorgesehen, ich habe meine demütige Nachahmung Christi erfüllt, der auf meinem Weg gegangen ist, um ihm zu folgen.
DEINE DISZIPLINEN
Übersetzt mit deepl.com
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Ein wenig markaber, aber eine recht originelle Art der Straßenmusik. Ein "Geköpfter" mit einer singenden Säge vor dem Eingang des Cementerio de la Recoleta.
Nachdem wir auch diesen touristischen Hotspot abgearbeitet hatten, machten wir uns auf den Heimweg.
Auf dem Weg zum Friedhof hatten wir eine Bushaltestelle für den 101er entdeckt und wir nahmen einen erneuten Anlauf mit dieser Buslinie zu fahren, diesmal eben in die Gegenrichtung.
Der Bus kam auch nach wenigen Minuten und siehe da, unsere Karten beherbergten noch genügend Guthaben, sodass wir jetzt mitfahren durften und wir kamen so zu einer kleinen Sightseeing-Tour durch die Stadt.
Ein Herr, der uns im Bus gegenübersaß, gab mir per Zeichensprache zu verstehen, dass ich mein Smartphone lieber einstecken sollte, mit dem ich mir gerade per Google die Routenführung des Busses angeschaut hatte.
Allerdings kann man mir nicht ganz so einfach das Handy aus der Hand reißen und verschwinden, den es hängt an einer Kordel um meinen Hals. Aber um den Ratschlag des Herrn nicht unhöflicherweise zu ignorieren, steckte ich es weg.
An der Haltestelle Retiro stiegen wir und auch der besagte Herr aus. Er warnte uns noch einmal davor, dass es gerade hier in dieser Gegend bis runter zum Hafen äußerst gefährlich wäre.
Aber wir kamen am Hafen an, ohne bestohlen worden zu sein.
Die hohe Kriminalität hängt sicherlich auch mit der hohen Armutsrate zusammen. In den Straßen sahen wir unzählige Obdachlose, die wohl aus Sicherheitsgründen tagsüber auf den Bürgersteigen schlafen, um nachts auf sich und ihren wenigen Habseligkeiten aufpassen zu können.
Auch gibt es unzählige fliegende Händler mit nur ein paar Kaugummis oder Bonbons im Angebot. Einige versprechen sich von der folgenden Verkaufsmethode etwas Umsatz. Sie steigen in einen Waggon der Subte und legen den Fahrgästen z. B. eine Kaugummipackung auf die Beine, Rucksäcke, Handtaschen etc. Danach wird die „Ware“ bei denen, die nichts kaufen wollen, wieder eingesammelt. Bei unserer Fahrt Richtung Friedhof (15-20 Minuten) versuchten in unserem Waggon nacheinander 3 fliegende Händler mit der eben beschriebenen Methode (erfolglos) Umsatz zu machen; ein Bettler versuchte nach einer kurzen Rede Geld einzusammeln und eine junge blinde Frau sang ein Lied, bevor sie langsam durch den Waggon ging, in der Hoffnung, dass jemand ihr etwas zusteckt.
Gegen 19:00 Uhr legten wir ab, folgten dem Rio de la Plata flussabwärts bis zur Mündung und fuhren dann weiter mit südlichem Kurs an der argentinischen Küste entlang. Zwei volle Seetage lagen vor uns.
39. Reisetag – Freitag, 24.01.2025 – Seetag
Der heutige Seetag verlief fast ereignislos, also ganz nach unserem Geschmack.
Jetzt sind wir schon mehr als 5 Wochen an Bord. Vieles hier an Bord hat sich gegenüber den Vorjahren nicht geändert. Aber nach ganz kurzem Nachdenken, fallen mir doch 4 bedeutende Veränderungen ein.
- Kaffeemaschine.
- Wasserspender.
- Das Artania-Restaurant.
- Die Pfälzer Leberwurst.
1. In allen Kabinen und nicht nur in der Gold- und Silber-Kategorie befindet sich jetzt eine Kaffeemaschine.
Die zugehörigen Kapseln sind kostenlos und die verbrauchten werden täglich von der Kabinenstewardess/dem Kabinensteward ersetzt.
Es gibt verschiedene Sorten als da sind: Lungo, Espresso und Coffeinfrei.
Für eine Kaffeetante wie Doris eine absolute Verbesserung, die gerne und häufig genutzt wird.
2. Auf allen Decks findet gibt es jetzt Wasserspender, an denen man seine Trinkflasche(n) (leere Wasserflschen vom Aldi gehen auch) mit stillem Wasser auffüllen kann, wahlweise gekühlt oder ungekühlt. Auch dieser Service ist kostenlos.
Wie bisher, kann man auch Mineralwasser kaufen, das macht insofern Sinn, wenn man Wasser mit Kohlensäure haben möchte. Aber warum sollte man stilles Wasser kaufen, wenn die Spender selbiges kostenlos bereitstellen?
Das hat sich wohl auch Phoenix überlegt und bietet nun anstatt des schnöden Gerolsteiner, das in üblichen Glasflaschen daherkam, nun ein italienisches Wasser in blauen Designerflaschen an.
Andrea Eggert, die Flottenchefin des Housekeeping-Department, erläuterte uns, dass gegenüber des wegfallenden Gewinns aus den Verkaufserlösen, doch jetzt sehr viel weniger Glasabfall (Einwegflaschen!) anfällt. Und die Abfallentsorgung in den Häfen ist sehr teuer.
3. Das ARTANIA-Restaurant wurde komplett umgestaltet. Bis zum letzten Jahr wurde das Frühstücksbuffet in der Mitte des Restaurants aufgebaut, wofür mehrere große Tische genutzt wurden, die zum Mittag- und Abendessen wieder als „Esstische“ dienten. Die Stühle rund um diese Tische wurden zum Frühstück unter diese Tische verfrachtet und nach dem Frühstück wieder hervorgeholt.
Jetzt befindet sich das Buffet an einer Wand mit stationären Vitrinen, die mit den mittlerweile üblichen Scheiben, dem sogenannten „Spuckschutz“ ausgestattet sind. Für dieses Konstrukt fielen etliche Sitzplätze weg. In Summe hat das ARTANIA-Restaurant jetzt weniger Sitzplätze als vorher.
Das Buffet ist modern und gefällig, hat aber einen gravierenden Nachteil für Personen mit einer Körpergröße unter 2 Metern.
Das Buffet ist sehr tief, wenn man sich zum Beispiel Marmelade aus dem ganz hinten stehenden Gefäß nehmen möchte, klebt man zwangsläufig mit dem Gesicht an der Scheibe (dem Spuckschutz), weil sonst die Armlänge nicht reichen würde, um an das begehrte Frühstücks-Leckerli ranzukommen
Aber dadurch kann auch manchmal ein Tag gleich morgens ein unerwartetes Glücksmoment bereithalten, nämlich dann, wenn der Topf mit der von mir bevorzugte Orangenmarmelade nicht ganz hinten, sondern weiter vorn steht und ich mir ohne Dehnübungen und Verrenkungen ein Löffelchen davon holen kann.
4. Das Wurstangebot zum Frühstück und Abendessen war schon immer und ist immer noch nach unserem subjektiven Geschmack, bis auf wenige Ausnahmen, lediglich Mittelmaß. Herausragend war aber immer die Pfälzer Leberwurst, die ab und an angeboten wurde.
Leider wurde die Pfälzer Leberwurst ersatzlos gestrichen.
Das stattdessen angebotenen grobe Leberwürstchen ...
...ist geschmacklich etwas sehr gewöhnungsbedürftig - grob gesprochen.
Aber über Geschmack soll man bekanntlich nicht streiten und das Essen an Bord wird vielerorts frenetisch gefeiert. Leider gehören wir nicht zu der Fraktion, die in die Lobgesänge mit einstimmt.
Ja und trotzdem fahren wir immer wieder mit der ARTANIA, denn verhungern tun wir hier trotz allem nicht und die Routen und das Schiff selbst sind der Grund, weshalb wir „Wiederholungstäter“ sind.
40. Reisetag – Samstag, 25.01.2025 – Seetag
Seit ca. 2 Wochen zickt der Fernseher in unserer Kabine. Er hat manchmal keine Lust, sich, wie vorgesehen, mit der Fernbedienung anschalten zu lassen.
Dann müssen wir den Stecker aus der Steckdose, die hinter dem Fernseher versteckt ist, rausziehen und ihn anschließend wieder in die Dose fummeln.
Daraufhin startet das Gerät erst mal in aller Ruhe sein Betriebssystem und erst dann ist es wieder bereit, das anzuzeigen, was wir sehen möchten.
Das ist in der Regel der Kanal 1, denn hier läuft 24 Stunden am Tag die sogenannte Cruise-Show.
Das sind alle Informationen und Daten über Geschwindigkeit, Kurs der ARTANIA, das aktuelle Wetter, die Wetterprognosen und noch dies und das.
In gewissen Abständen werden auch die Bilder der Bugkamera eingeblendet.
Außerdem erfolgen über diesen Kanal wichtige Durchsagen des Kreuzfahrtdirektors und (meist weniger wichtige) Durchsagen des derzeitigen Kapitäns.
Nach dem wir das Stecker-raus-Stecker-rein-Spiel heute schon dreimal gespielt hatten und es, wenn es nach dem launischen Fernseher gehen sollte, nun noch ein viertes Mal spielen sollten, outeten wir uns als Spielverderber. Stattdessen zeigten wir das unfreundliche Verhalten des Geräts als Mangel bei der Rezeption an.
Es dauerte auch nicht lange, da erschien ein Mitarbeiter des Housekeepings und bevor wir irgendwelche Erklärungen abgeben konnten, zog er souverän den Stecker, steckte ihn gekonnt wieder ein und erklärte freudestrahlend, dass die Welt jetzt wieder in Ordnung sei.
Das sahen wir naturgemäß etwas anders und traten mit dem Herren in zähe Verhandlungen (und das mit unserem bescheidenen Schulenglisch).
Wie auch bei Gewerkschaften üblich, formulierten wir erst einmal unsere Maximalforderung, nämlich ein Austauschgerät.
Unser Verhandlungspartner erklärte sich schließlich, bereit unser Anliegen an der Rezeption vorzubringen.
Unsere Forderung nach einem Austauschgerät wurde aber erstmal abgelehnt. Begründung: Der Apparat ist noch keine sechs Monate alt. Stattdessen kam jetzt ein Mitarbeiter der IT-Abteilung in unsere Kabine, überprüfte Kabel und den Router, mit dem der Fernseher verbunden ist.
Er rief am Gerät ein Wartungsmenü auf (leider konnte ich nicht erkennen, wie er das gemacht hat) und surfte durch diverse Seiten dieses Menüs.
Nachdem er genug gesurft hatte, hoffte er, dass jetzt alles wieder gut sei, aber falls wider Erwarten doch nicht, sollen wir ihn über die Rezeption erneut ordern.
Um es vorwegzunehmen. Gleich am nächsten Morgen um 7:00 Uhr forderten wir den Herren erneut bei der Rezeption an. Schon nach wenigen Minuten war er da, aber anscheinend derart erschrocken, weil wir noch unsere Nachtgewänder trugen, dass er nur ganz schnell mit einer geheimen Tastenkombination auf der Fernbedienung das Wartungsmenü und in Folge das „normale“ Programm einschaltete und schnell wieder entschwand samt seinem mitgebrachten USB-Stick und dem Versprechen, in einer Stunde wiederzukommen, um die Software noch einmal komplett aufzuspielen.
Na dann schau‘n wir mal, ob die Geschichte weitergeht oder das Happy End bereits erreicht wurde.
41. Reisetag – Sonntag, 26.01.2025 – Puerto Madryn/Argentinien
Was man machen muss, wenn man in Puerto Madryn liegt, ist ein Ausflug zur Pinguin-Kolonie Punta Tombo, die wirklich sehenswert ist. Dieses Ausflugsziel ist allerdings 180 Kilometer weit entfernt. Wir hatten zunächst in Erwägung gezogen, diese Tour individuell mit einem lokalen Tourenanbieter durchzuführen. Das erschien uns aber wegen der großen Strecken dann doch zu riskant, falls z. B. bei Stau, Panne oder Unfall eine pünktliche Rückkehr zum Schiff nicht mehr möglich ist und dann stünde man im wahrsten Sinne des Wortes in der Pampa, welche hier in Patagonien vorzufinden ist.

Zumindest ein paar Seelöwen, die auf einem Gitter unterhalb unserer Pier dösten, bekamen wir zu Gesicht.
Wir hatten den Ausflug zu den Pinguinen vor 10 Jahren schon einmal gemacht und werden ihn im nächsten Jahr, wenn wir wieder hier sein werden, mit Phoenix durchführen.
Für heute begnügten wir uns mit einem ausgiebigen Strandspaziergang.
Der Strand war gleich am Ende der 500 Meter langen Pier und zog sich über viele Kilometer hin.

Uns fiel am Starnd schon von Weitem eine größere Menschenansammlung auf.
Als wir uns näherten, erkannten wir, dass es sich um einen Prediger ...
Wir begnügten uns mit den ersten 3 Kilometern, drehten dann um und wanderten zum Schiff zurück.
Hier hätte eigentlich der Tagesbericht geendet, wenn nicht am Nachmittag ein Sturm mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 60 Knoten (ca. 115 Kilometer/Stunde) aufgezogen wäre.
Ohne das Kapitän Hansen das Kommando “Leinen los“ gegeben hätte (das war erst für 19:00 Uhr vorgesehen), rissen gegen 17:00 Uhr zwei der Taue, mit denen die ARTANIA festgemacht war. Eine Windböe mit voller Breitseite hatte die ARTANIA getroffen. Dadurch driftete das Schiff einige Meter von der Pier ab. Das wiederum hatte zur Folge, dass die Verbindung zwischen der Ausstiegsluke und der Gangway abriss und niemand mehr an oder von Bord konnte.
Über das Walkie-Talkie eines Phoenix-Reiseleiters konnten wir mithören, dass sich noch 230 Leute an Land befanden.
Bei der Gangway handelte es sich nicht um die eigene der ARTANIA, die üblicherweise in Häfen genutzt wird,

Der Ingenieur konnte sich bei der Entwicklung dieses
Gangway-Ungetüms so richtig austoben.
Das Ergebnis erinnert ein wenig an einen
zusammengefalteten Eiffelturm.
sondern um ein vom Hafen gestelltes seltsames Ungetüm.
Manche Häfen bestehen darauf, dass ihre eigene Hafen-Gangway zu benutzen sei, was in aller Regel ein komplizierteres, langwieriges Manöver nach sich zieht, bis das Teil ordentlich an die ARTANIA angeflanscht ist und man ein- und aussteigen kann.
Auf der Pier, rund um die (zum Schiff verbindungslose) Gangway standen etliche Männer, Bedienstete des Hafens, und diskutierten heftig und beratschlagten sich.
Natürlich hielten viele Passagiere, Doris und ich eingeschlossen, an der Reling am Promenadendeck Maulaffen feil. Es dauerte aber nicht lange, da wurden wir per Lautsprecherdurchsage aufgefordert, uns ins Schiffsinnere zu begeben, angeblich aus Sicherheitsgründen, weil der Wind immer noch so stark pfiff.
An den Panoramafenstern der Bibliothek konnten wir das Geschehen aber dann weiterverfolgen.
Dann passierte erstmal eine gute Stunde lang nichts Entscheidendes, bis ein Gabelstapler die Gangway erst einmal zur Seite stellte und eine Neue herbeischaffte. Die neue Gangway war von der Konstruktion um vieles einfacher, letztlich ein breites metallenes Brett mit Geländer.
Das Anbringen schien aber nicht ganz so einfach, aber
teils mit Motorunterstützung, teils mit Muskelkraft gelang schließlich die Unternehmung.
Jetzt konnten die Wartenden zurück aufs Schiff.
Ein in weiß Uniformierter trieb mit entsprechenden Gesten die Leute zur Eile an. Warum? War die Konstruktion nicht ganz sicher? Wurde befürchtet, dass das Schiff wieder abdriften könnte? Ich weiß es nicht.
Aber es ging alles gut und alle Mann und alle Frau waren wohlbehalten an Bord zurück.
Um 19:00 Uhr war der Wind noch zu stark, um ein gefahrloses Ablegemanöver zu fahren. Aber schon eine dreiviertel Stunde später, der Wind hatte sich etwas gelegt, konnten wir dann ablegen. Vor uns lagen 2 Seetage, bevor wir im südlichsten Hafen der Welt, in Ushuaia, festmachen würden.
42. Reisetag – Montag, 27.01.2025 – Seetag
Der starke Wind hielt die ganze Nacht an, sodass die ARTANIA ordentlich schaukelte – In der seemännischen Sprache spricht man von Schiffsbewegungen.
Ansonsten verlief der Tag ohne besondere Vorkommnisse.
Was aber nicht heißt, dass es nichts gibt, worüber man sich Gedanken machen könnte. Wir haben nämlich einen Finanzberater an Bord, der ähnlich wie der Bordlektor, Vorträge hält. Aber nicht über Land und Leute oder Ackerbau und Viehzucht, sondern, wie es sich für einen gestandenen Finanzberater gehört, über Finanzen im Allgemeinen und im Besonderen.
Bisher hat er über folgende Themen referiert:
- Argentinien - Ein Land der wirtschaftspolitischen Extreme
- Geldanlage - Strategien in unsicheren Zeiten
- Die europäische Währungsunion
- Entnahmephase - Sinnvolle Strategien im Ruhestand
So weit, so gut, es ist durchaus begrüßenswert, wenn die ausgetretenen Pfade in Sachen Lektorat auch mal verlassen werden.
Uns machte ein wenig stutzig, dass der Referent, Mathias Uffelmann, ein (freier) Mitarbeiter von MLP ist. MLP ist ein Finanzdienstleister, der, wenn man dem Internet glauben darf, durchaus nicht unumstritten ist, siehe z. B.
- https://de.wikipedia.org/wiki/MLP_SE#Kritik oder
- https://www.dasinvestment.com/verbraucherzentrale-warnt-studenten-vor-finanzdienstleister-mlp/ ).
Allerdings erwähnte Herr Uffelmann sein Engagement bei MLP mit keinem Wort, als er sich im Rahmen seiner Vortragsreihe vorstellte, sondern er bezeichnete sich lediglich als selbstständiger Finanzberater.
Das ist de jure zwar vollkommen korrekt, aber de facto bleibt ein Geschmäckle, denn das Mitarbeiterkonzept von MLP sieht wie folgt aus:
Die Kunden werden von selbständigen MLP-Handelsvertretern betreut. Die Handelsvertreter, auch Berater genannt, durchlaufen eine „gezielte Weiterentwicklung“. Von ihnen wird die Bereitschaft erwartet, das MLP-Leistungsversprechen zu erfüllen und zum „Großen und Ganzen“ beizutragen.
Quelle: Wikipedia.
Das heißt nichts anderes, als dass ein freier Mitarbeiter bei MLP dort einen Fulltime-Job hat.
Aber auch das ist völlig Wurscht, solange es wirklich nur um Information geht und der Auftritt nicht stattdessen eine verdeckte Akquise ist, um hier an Bord für das Neukundengeschäft Kontakte zu knüpfen. Denn ein Teil der Passagiere ist mit Sicherheit das passende Klientel.
Die Leute vertrauen Phoenix, somit können sie doch auch einem Referenten vertrauen, den Phoenix an Bord geholt hat?
Wenn man sich die bisherige Vortragsreihe anschaut, sieht man, dass sich jeweils ein allgemeiner Vortrag über Wirtschaft und Finanzen mit einem Vortrag abwechselt, in dem es um Geldanlagestrategien geht, also um das Kerngeschäft eines Finanzberaters.
Doris und ich haben im Vortrag “Geldanlage - Strategien in unsicheren Zeiten“ am 19.1.2025 gelernt, das Tages- und Festgeld die schlechteste Strategie ist. Die Inflation frisst das Kapital trotz Zins auf. Außerdem ist diese Anlage gar nicht so sicher, wie man glauben mag, denn im Falle einer Bankpleite wird der Einlagesicherungsfond wahrscheinlich nicht ausreichen. Wurde da etwa unter den konservativen Sparern (wie auch wir welche sind) Angst und Schrecken verbreitet?
Herr Uffelmann betonte ausdrücklich, dass kein seriöser Finanzberater einen Gewinn garantieren kann, aber dennoch sei eine kluge Anlagestrategie unerlässlich.
Die dann erläuterten Anlagestrategien kann zwar jeder im Prinzip selbst managen, aber die Materie ist halt doch sehr komplex, somit ist der Vorteil einer professionellen Finanzberatung nicht von der Hand zu weisen, sagte uns der Finanzberater.
Über anfallende Gebühren und Courtagen, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen, wurde wenig erzählt.
Irgendwie sehe ich Parallelen zu einer Aktion von MLP, zunächst “verdeckt“ an Unis und Hochschulen zu referieren, so wie auf der Internetseite “Das Investment“ beschrieben, um dann letztendlich den Studenten Geldanlageprodukte zu verkaufen. Werden hier an Bord lediglich Studenten durch vermeintlich betuchte Rentner ersetzt?
Ich betone, dass mein Bauchgrummeln über das Warum und Weshalb dieser Vortragsreihe mit einem MLP-Finanzberater reine Spekulation ist. Ich halte es dennoch für legitim, dies hier im Blog zu thematisieren. Es kann und soll sich jeder seine Meinung selbst bilden.
43. Reisetag – Dienstag, 28.01.2025 – Seetag
Seetage, ein volles Schiff und schlechtes Wetter sind eine sehr unglückliche Konstellation auf der ARTANIA.
Wobei schlechtes Wetter so zu definieren ist: Es nicht besonders gemütlich draußen zu sitzen.
Die Temperatur betrug heute nur ca. 15 Grad, es war bewölkt, aber trocken und es wehte ein teils kräftiger Wind, sprich wir hatten schlechtes Wetter gemäß obiger Definition.
Da die Leute sich wetterbedingt nicht auf den Außendecks um die Liegestühle streiten konnten, fand das Bordleben ausschließlich im Inneren statt.
Wir hatten Glück, in der Bibliothek den letzten noch freien Tisch zu erwischen.
Beim Mittagessen war jedoch etwas Geduld angesagt. Vor den Eingängen des Lido-Restaurants bildeten sich kleine Warteschlangen, denn die „freie Platzwahl“, wie sie im Katalog beschrieben ist, konnte mangels freier Plätze nicht erfolgen. Vielmehr musste man warten, bis man an der Reihe war und von der Restaurantaufsicht eingelassen wurde, wenn wieder PLätze freigeworden waren.
An solchen Tagen ist die 1 ½-stündige Öffnungszeit von 12:30 – 14:00 Uhr zu knapp bemessen.
Hier wird meines Erachtens der Betrieb mit einer zu dünnen Personaldecke gefahren, denn sonst könnte an solch “kritischen“ Tagen auch eine längere Öffnungszeit angeboten werden, etwa von 12:00 – 14:00 Uhr, was die Situation entzerren würde.
44. Reisetag – Mittwoch, 29.01.2025 – Ushuaia/Argentinien
Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt mit 83.000 Einwohnern, ist Ausgangspunkt für Expeditionsschiffe, die in die Antarktis fahren. Wobei die meisten dieser Expeditionen nicht wissenschaftlich orientiert sind, sondern rein touristisch.
Allerdings sind Kreuzfahrten auf diesen Schiffen, die eine spezielle Eisklasse nachweisen müssen, ...
... um ein Vielfaches teurer als „normale“ Kreuzfahrten. Eine 3-Wochenkreuzfahrt auf einem solchen Schiff kostet fast genau so viel wie eine Weltreise in der Holzklasse auf der ARTANIA.
An der Pier lagen neben der ARTANIA 3 weitere Kreuzfahrer und zwar sehr luxuriöse.
- Die ULTRAMARINE , ein Expeditionsschiff für nur 199 Passagiere aber mit 140 Mann/Frau Besatzung
- Die OCEAN VICTORY hat mit 200 Passagieren und der 100-köpfigen Besatzung ein etwas schlechteres Verhältnis von Passagieren zu Besatzung als die ULTRAMARINE. (Im Vergleich dazu die Artania 1260 Passagiere zu 510 Besatzungsmittglieder.)
- Die Odyssey VILLA VIE RESIDENTIALS hat gar keine Passagagiere, sondern Eigentümer, die eine der ca. 350 Kabinen gekauft haben.
Durch die Kreuzfahrtschiffe zunächst verdeckt, sahen wir, nachdem wir von Bord der ARTANIA gegangen waren, einen alten Segler mit einer Harpune am Bug.
Da Walfänger inzwischen aus der Mode gekommen sind, dachten wir, dass es sich um eine Art Museumsschiff handeln könnte.
Aber aus der Nähe stellten wir fest, das junge Leute an Bord waren und Lebensmittel gebunkert wurden.
Der Rumpf der EUROPA, so der Name des Seglers, war einst das Feuerschiff Elbe 4 (bis 1977) und wurde dann zu einem Segler umgebaut (siehe auch https://www.barkeuropa.com). Die Harpune ist wohl nur nostalgische Deko.
Außer als Startpunkt für Expeditionen in die Antarktis besticht Ushuaia durch seine Landschaft und Nationalparks.
Wir begnügten uns allerdings mit einem ausgiebigen Stadtrundgang.
Die Strecke wurde uns vorgegeben von einem sogenannten Adventure Lab. Hierzu nur soviel: Ein Adventure Lab ist mit einer Fußgängerrallye vergleichbar, gehört aber in die Familie der Geo-Caches.
So ergab sich ein Stadtrundgang von knapp 7 Kilometern.
Auf einem Parkplatz stach uns ein bunter klappriger Bus ins Auge.
Um ins Innere schauen zu können, presste ich neugierig meine Nase von außen an die Frontscheibe. Der Bus war innen zum Wohnmobil ausgebaut und an einem Tisch vor einem Laptop saß der Eigentümer und hatte mich natürlich sofort bemerkt. Er winkte mir freundlich zu und ich winkte zurück.
Er kam sogar heraus und er erzählte uns, dass er mit diesem Vehikel durch die Gegend reist.
Bei Interesse kann man seinen Instagram-Kanal besuchen.

Auf dieser Tafel stachen sofort die Farben schwarz-Rot-Gold ins Auge. Die Übersetzung des spanischen Textes: Dieses Werk ist eine Hommage an Gunther Plüschow, den Pionier der patagonischen Luftfahrt, der am
3. Dezember 1928 als erster Mensch Ushuaia per Flugueug erreichte.
Um 19:00 Uhr verließen wir Ushuaia und damit unseren letzten Hafen in Argentinien.
45. Reisetag – Donnerstag, 30.01.2025 – Seetag (Kap Hoorn)
„Vom Zuckerhut rund ums Kap Hoorn bis nach Chile!“, so lautet ja bekanntlich der offizielle Titel dieser Etappe. Also ist heute ein ganz besonderer Reisetag, denn der Teil „rund ums Kap Hoorn“, der südlichsten Spitze von Südamerika, stand an.
Diese Spitze befindet sich auf der kleinen Insel Isla Hornos (28 km2).
Laut Plan sollte die Passage zwischen 8:00 und 9:00 Uhr in Angriff genommen werden, demzufolge klingelte heute früh schon um 7:00 Uhr unser Wecker.
Das Wetter war zumindest in Ansätzen so, wie man es sich um Kap Hoorn vorstellt: Regen, Wind und schlechte Sicht.
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Die Positionsanzeige auf Kanal 1 des Bordfernsehens zeigte gegen 7:15 Uhr, dass es noch eine Weile dauern wird, bis der südlichste Punkt erreicht ist.
Anhand der angezeigten Schiffsposition auf Kanal 1 im Bordfernsehen und auf Google-Maps konnten wir uns ausrechnen, dass bis zum Erreichen des südlichsten Punktes unserer Reisen noch etwas Zeit ist.
Nach einem kurzen Ausblick auf Isla Hornos auf dem Promenadendeck gingen wir erst einmal zum Frühstück.
Gegen 8:30 Uhr, wir waren gerade mit dem Frühstück fertig, passierten wir die Westseite von Isla Hornos mit dem Leuchtturm und dem Denkmal für die vor Kap Hoorn ertrunkenen Seeleute (mehr als 10.000).
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Wir hatten Glück, die Sicht war besser geworden.
Der kleine Fleck links ist der Leuchtturm und
das silbrige Gebilde auf dem Hügel rechts ist das Denkmal.
Kapitän Hansen drehte noch eine zusätzlich Runde um Isla Hornos.
Beim erneuten Passieren des Leuchtturms hatte sich das Wetter erheblich verbessert. Doris, nun ausgestattet mit einem richtigen Fotoapparat und einem kräftigen optischen Zoom statt nur mit einem Smartphone, schoss noch einige Fotos , auf denen ein paar Details mehr erkennbar sind.
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Das Albatros-Denkmal mit dem Gedicht der Dichterin Sara Vial ist den etwa zehntausend Menschen gewidmet, die hier am größten Schiffsfriedhof der Erde ihr Leben verloren.
Die Übersetzung der Inschrift:
Ich bin der Albatros, der am Ende der Welt auf dich wartet.
Ich bin die vergessene Seele der toten Seeleute,
die Kap Hoorn ansteuerten von allen Meeren der Erde.
Aber sie sind nicht gestorben vom Toben der Wellen.
Denn heute fliegen sie auf meinen Flügeln in die Ewigkeit.
Nach diesem Rundkurs fuhr aber die ARTANIA nicht weiter westlich in den Pazifik, sondern machte kehrt, um am frühen Abend wieder in den Beagle Kanal einzubiegen, aus dem wir gestern in der Gegenrichtung von Ushuaia in den offenen Atlantik gefahren waren.
Genaugenommen war unsere heutige Route gar keine richtige Passage um das berühmt-berüchtigte Kap Hoorn, sondern nur ein kurzes Streifen oder Antippen. Umrundet wurde lediglich Isla Hornos
Aber egal, jetzt wollen wir mal nicht so pingelig sein.
Übrigens ist der Beagle Kanal kein künstlicher Kanal, wie etwa der Nord-Ostsee-Kanal, sondern eine Gewässerstrecke zwischen dem Inselgewirr, welches dem südamerikanischen Festland vorgelagert ist, und den Atlantik und den Pazifik verbindet.
Die erneute Einfahrt in den Beagle Kanal verzögerte sich allerdings wegen der dort herrschenden Windverhältnisse um 2½ Stunden. So lange dümpelten wir in einer Warteschleife im Atlantik, bogen dann schließlich wieder in den Beagle Kanal ein und passierten noch einmal Ushuaia.
Ab 21:00 Uhr erreichten wir die sogenannte Gletscherallee.
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Wir bezogen unseren Beobachtungsposten dann auf dem Promenadendeck (Deck 4).
Hier waren wir auch näher an unserer (warmen) Kabine.
Trotz Wind und niedrigen Temperaturen waren die meisten Passagiere auf den Außendecks unterwegs, um die „Gletscherparade“ abzunehmen.
In der Kopernikus-Bar wurde Eintopf angeboten, um den Witterungsunbilden besser trotzen zu können.
Von den 5 Gletschern, mit den Namen Holanda, Italia, Francia, Alemania und Romanche, die sich alle an der Steuerborseite befanden, konnten bis zu vollständigen Dunkelheit kurz nach 22:00 Uhr, die ersten vier noch bei Tageslicht bestaunt ...
... und vor allem fotografiert werden.
46. Reisetag – Freitag, 31.01.2025 – Punta Arenas/Chile
Über den Beagle Kanal und die Magellanstraße, ein unübersichtlicher Wirrwarr von Kanälen und Fjorden erreichten wir gegen 11:00 Uhr unsere erste chilenische Destination, Punta Arenas, eine Stadt mit 150.000 Einwohner.
An der Pier lag die VASCO DA GAMA von Nicko Cruises, sodass wir auf Reede liegen mussten und tendern, um an Land zu kommen.
Da die ersten Phoenix-Ausflüge erst für 12:30 angesetzt waren, durften die „freien Landgänger“ schon mit den ersten Tenderbooten übersetzen, die ab 11:45 Uhr ihren Dienst aufnahmen.
Satt Mittagessen stärkten wir uns notdürftig mit der 11-Uhr-Bullion, die, wenn die ARTANIA noch auf See ist, an der Phoenix-Bar ausgegeben wird.
Wir erwischten tatsächlich ohne Wartezeiten einen Tender, der uns an Land brachte.
Auch das Wetter war uns hold. War es am Vormittag noch bewölkt und kühl, zeigte sich jetzt die Sonne, dass wir bald eine Schale von unserer Zwiebel-Look-Garderobe ablegen konnten.
Unser Landgangskonzept war, wie in Ushuaia auch, dass wir uns über einen Adventure Lab fußgänger-rallye-mäßig durch die Stadt zu 5 verschiedenen Sehenswürdigkeiten lotsen ließen.
Uns fielen sehr positiv die rücksichtsvollen Autofahrer an den Zebrastreifen auf.
In Ushuaia hatten die Zebrastreifen einen rein dekorativen Charakter, denn die argentinischen Autofahrer dachten nicht im entferntesten daran, anzuhalten, wenn wir deutlich sichtbar die Straße überqueren wollten. Im Gegenteil, sie gaben noch ein wenig mehr Gas, wahrscheinlich deshalb, weil dadurch unsere Wartezeit am Straßenrand verkürzt wurde.
Ganz anders hier die chilenischen Fahrzeuglenker. Sobald wir uns auch nur einem Zebrastreifen näherten, hielten sie an, einige schalteten zusätzlich noch die Warnblinkanlage an.
Sogar wenn wir eine Straße ohne Zebrastreifen überqueren wollten, hielten viele Autos an und winkten uns über die Straße.

Monumento A Tripulantes Goleta Ancud
Dieses Denkmal ist den Besatzungsmitglieder des Segelschiffs ANCUD gewidmet, die die Magellanstraße 1843 für Chile annektiert hatten
Gegen 17:00 Uhr tenderten wir wieder zurück auf der ARTANIA.
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Um 19:30 wurde der Anker gelichtet. Vor uns lagen 3 Tage an denen wir in den chilenischen Kanälen und Fjorden kreuzen werden.