57. Reisetag – Dienstag, 11.02.2025 – Seetag
Schreck in der Morgenstunde (7:30 Uhr)!
Eine der ersten Tätigkeiten nach dem Aufstehen, noch vor dem Zähneputzen, besteht darin, Kanal1 des Bordfernsehens einzuschalten. Hier in der sogenannten Cruise-Show erfahren wir die aktuellen Kurs- und Wetterdaten. Bei den Kursdaten stutzen wir. Geschwindigkeit 10 Knoten, Entfernung zum nächsten Ziel, den Osterinseln, mehr als 1.000 Seemeilen. Die Ankunft ist in 3 Tagen um 8:00 Uhr vorgesehen, das heißt in 72 Stunden.
Eine einfache Rechnung ergibt:
10 Knoten x 72Stunden = 10 Seemeilen/Stunde x 72 Stunden = 720 Seemeilen.
Das hieße schlicht und ergreifend wir kämen viel zu spät an. Haben wir einen Maschinenschaden?
Entwarnung nach einigen Minuten!
Unser Dampfer nimmt wieder Fahrt auf und hält dann eine Geschwindigkeit von mehr als 16 Knoten.
Neue Rechnung:
16 Knoten x 72 Stunden = 1.152 Seemeilen.
Wir werden höchstwahrscheinlich rechtzeitig ankommen.
58. Reisetag – Mittwoch, 12.02.2025 – Seetag
Es ist schon etliche Tage her, dass wir mit dem Chefkoch, Aleksei Anisimov, zufällig gesprochen und erwähnten, dass Doris es bedauert, dass bei Grill-Events in der Kopernikus-Bar die Sauercreme für die Folienkartoffeln grundsätzlich mit Knoblauch versetzt ist.

Das Grillen an der Kopernikus-Bar erfreut sich immer großer Beliebtheit. Außerdem entlasten diese Veranstaltungen die Platzknappheit im Lido-Restaurant, das sich auf dem gleichen Deck befindet.
Doris hat, in den vielen Jahren als Berufspendlerin, in den vollen S- und U-Bahnen eine “Knoblauchallergie“ entwickelt.
Aleksei Anisimov zeigte volles Verständnis und meinte, dass er für Doris eine Portion knoblauchfreie Sauercreme bereithalten würde.
Heute war der Tag, an dem sich weisen sollte, ob der gute Küchenchef sich noch an seine Worte erinnern würde? Er wirbelt an der Grillstation hin und her und hält so den Laden am Laufen.
Aber als er uns erblickte, wandelte sich sein bis dato so angestrengter Gesichtsausdruck zu einem Lachen und er überreichte Doris ein Schüsselchen mit der Doris-Spezial-Sauercreme.
10 von 10 möglichen Punkten auf der Hut-ab-Skala für Herrn Anisimov. 😊
59. Reisetag – Donnerstag, 13.02.2025 – Seetag
Seit heute Vormittag fährt die ARTANIA nur noch mit spritsparenden 8,5 Knoten.
Eine kurze Rechnung (einfacher Dreisatz) ergab, dass wir rechtzeitig ankommen würden.
Abends, so ab halb zehn, zieht in Harry’s Bar das “Schnapsi-Duo“ seine Kreise.
Die Getränke-Stewardess Maricel und der Getränke-Steward Ervin präsentieren im täglichen Wechsel verschiedene hochwertige Spirituosen und weisen ihnen nicht ganz ernstgemeinte Eigenschaften zu (z. B. spräche man nach dem Genuss eines Gläschens Grappa hinterher perfekt Italienisch).
60. Reisetag – Freitag, 14.02.2025 – Hangaroa/Rapa Nui (Osterinsel)/Chile
Wir konnten es kaum glauben, pünktlich um 8:15 Uhr fuhren für die Vormittags-Ausflügler die ersten Tenderboote an Land.
Der Anleger lag am Rand der einzigen Stadt der Osterinsel, Hangaroa. Hier leben auch die meisten der ca. 8.000 Inselbewohner.
Wir hatten, entgegen unseren Gewohnheiten, für heute bei Phoenix einen Ausflug gebucht.
Die Chance auf der Osterinsel anlanden zu können ist schlechter als 50:50 und die Entscheidung, ob es klappt oder nicht wird sehr kurzfristig getroffen, sodass die Buchung eines individuellen Ausflugs ein hohes Risiko darstellt, auf den Kosten sitzen zu bleiben, insbesondere da die Ausflüge keine Schnäppchen sind.
Bei Phoenix-Ausflügen hingegen fallen keinerlei Stornokosten an, falls der Ausflug nicht stattfinden kann. Das ist bei einem Ausflugspries von 170 Euro pro Person durchaus ein Argument. In diesem Ausflugspreis ist der Eintritt für den Nationalpark in Höhe von 80 US-Dollar enthalten.
Zu diesem Nationalpark gehört praktisch die gesamte Insel bis auf die Stadt Hangaroa.
Das Sammeln für unseren Ausflug in der Atlantik-Show-Lounge war zwar erst für 13:00 Uhr angesetzt, aber wir tenderten schon am Vormittag an Land, denn es gab auch die Option, erst an Land zur Ausflugsgruppe hinzuzustoßen. Und am allerwichtigsten war für uns, erst mal einen Fuß an Land zu bekommen. Weiß man, was die Wellen am Nachmittag vorhaben werden? Und zurückbringen auf die ARTANIA wird man uns auf alle Fälle schon irgendwie – so unsere Gedankengänge.
Aber um die Spannung vorwegzunehmen, Wetter, Wind und Wellen blieben den ganzen Tag äußerst tenderfreundlich.

Noch vor dem Anlegen an der Tenderpier erspähten wir durch eine Luke des Tenderboots unseren erst Moai.
Um 11:00 Uhr betraten wir beinahe ehrfurchtsvoll Rapa Nui, so lautet der polynesische Name der Osterinsel.
Die Osterinsel liegt 3.500 Kilometer vom südamerikanischen Festland entfernt und gehört zu Chile. Aber des einzige chilenische auf dieser Insel ist die Währung und die spanische Amtssprache, kulturell und ethnisch gehört sie eindeutig zu Polynesien.

Dieser Wagen mit den seltsamen Figuren erinnerte uns stark an einen Motivwagen im Rosenmontagszug.
Wir sollten später noch erfahren, dass wir damit gar nicht so falsch lagen.
Da wir bis zum Beginn des Ausflugs noch gut zwei Stunden Zeit hatten, machten wir einen Spaziergang in die nahegelegene Stadt Hangaroa.
Unser Ausflug am Nachmittag nannte sich
Akahanga Ahu, Rano Raraku und Ahu Tongariki.
Im Ausflugstitel verbergen sich ausschließlich polynesische Bezeichnungen (ausgenommen das Bindewort „und“), also deshalb hier die wichtigsten Begriffe:
- Rapa Nui ist der polynesische Name der Osterinsel.
- Ein Ahu ist eine zeremonielle Plattform auf der Moais aufgestellt werden.
- Ein Moai ist eine steinerne monolithische humanoide Statue, die typisch für die polynesische Osterinsel ist.
- Der Rano Raraku ist ein erloschener Vulkan mit einer Höhe von bis zu 126 Metern im Südosten der Osterinsel. Hier wurden die Moais aus dem vulkanischen Tuffstein geschlagen.
Man weiß nicht sicher, mit welcher Technik die bis zu 10 Meter hohen und mehrere Tonnen schweren Figuren von hier über die gesamte 162,5 km² große Insel verteilt worden sind. In halber Höhe rund um den Kraterrand stehen 396 fertige, halbfertige und auch beschädigte Moais. - Akahanga ist der Name eines Geländes an der Südküste der Insel. Hier befinden sich die Überreste eines alten Dorfes und viele auf dem Gesicht liegende Moais.
- Ahu Tongariki ist der Name des größten und eindrucksvollsten Ahu von Rapa Nui.

Die Erklärungen der örtlichen Reiseleiterin erfolgen über ein Funkmikrofon. Jeder Ausflugsteilnehmer hat einen Empfänger mit Ohrhörer (siehe türkisen Knopf im Ohr bei Doris).
Das Ausflugsdrumherum war, wie Ausflüge in der Masse halt so sind, nicht unser Ding.
Aber wegen der unzähligen Moais in einer grandiosen Landschaft und überhaupt wegen des Traums, hier auf der Insel sein zu können, fiel unsere Massen-Ausflug-Phobie überhaupt nicht ins Gewicht.
Ich entsinne mich dabei an die Fernsehdokumentation “Kontiki“, die ich als kleiner Junge Anfang der 1960er Jahre im Fernsehen gesehen habe.
1947 segelte der Norweger Thor Heyerdahl mit der Kontiki, einem Floß aus Balsaholz, von Peru nach Rapa Nui.
In dem (schwarz-weißen) Dokumentarfilm wurden auch die steinernen Statuen der “Langohrmenschen“ gezeigt, was damals den kleinen Jungen total fasziniert hatte.
Die frühen Bewohner von RapaNui trugen schweren Ohrenschmuck, wodurch sich die Ohren in die Länge zogen. Bei diesem Foto eines Moai sind die langen Ohren ganz gut zu erkennen
Und jetzt mehr als sechs Jahrzehnte später stehen wir vor diesen steinernen Kolossen.
Ich spare mir hier die weiteren Ausführungen von historischen Details über die Moais, Besiedlung und Geschichte der Insel; das kann bei Interesse jederzeit im Netz nachgelesen werden.
Stattdessen einfach eine kleine Fotostrecke.

Rückenansichten am Akahanga .
Diese Moais sind nicht einfach umgefallen, sondern wurden aus spirituellen Gründen auf das Gesicht gelegt.
Die lokale Ausflugsbegleitung, die ihre Erklärungen in Englisch abgab, war sehr darauf bedacht, dass wir die vorgesehene Ausflugszeit von 3 Stunden einhielten, denn heute war der Höhepunkt des mehrtägigen traditionellen Tapati-Festivals.
Im Rahmen dieses Fests werden verschiedenste sportliche und kulturelle Veranstaltungen durchgeführt. Diese haben auch das Ziel, die alten und uralten Traditionen zu bewahren
Wegen des anstehenden Festzugs sollten Straßensperren erfolgen, ...
... somit mussten wir vor der Sperrung mit unseren beiden klapprigen Minibussen, auf die sich unsere Ausflugsgruppe aufteilte, wieder am Tender-Anleger sein.
Etwas abseits unseres Anlegers in und rund um eine hölzerne Freilufthalle, bereiten sich die Einheimischen auf den heutigen Abschluss des Tapati-Festivals vor.
Natürlich erschloss sich uns nicht die Bedeutungen der Körperbemalungen ...
... und das “Einschmieren“ (mir fällt kein passenderes Wort ein) der Körper mit einer lehmartigen Masse.
Die ARTANIA-Gäste (einschließlich Doris und ich) mischten sich neugierig unter das lebhafte Treiben, wobei uns die Einheimischen nicht weiter beachteten.
Wenn man allerdings fragte, ob man fotografieren darf, stellten sie sich gerne in Pose.
Leider konnten wir nicht bis zum Start des Festzugs am Abend warten, da das letzte Tenderboot schon um 20:00 Uhr zurück zu ARTANIA fuhr, obwohl wir über Nacht unseren Ankerplatz behielten. Tendern bei Dunkelheit ist auf Grund örtlicher Behördenauflagen nicht gestattet.
61. Reisetag – Samstag, 15.02.2025 – Anakena Beach/Rapa Nui (Osterinsel)/Chile
Gegen 6:00 Uhr in der Frühe verließ die ARTANIA ihren Ankerplatz vor Hangaroa, denn es drohte die Ankunft der MSC Magnifica mit ihren 2.500 Passagieren. Damit hat sie gegenüber unserem Schiff nicht nur die absolute Mehrheit, sondern sogar eine qualifiziere 2/3-Mehrheit.
Das sahen die Behörden von Hangaroa genauso und hätten der ARTANIA nur noch alle 45 Minuten die Anlandung eines Tenderbootes gestattet. Die restliche Zeit war für die Magnifica reserviert.
Da in ein Tenderboot ca. 75 Passagiere passen, braucht es, um die 1.000 Passagiere an Land zu bringen etwa 13 Fuhren. 13 x 45 Min = 585 Min = 9,75 Stunden.
Bei der heute geplanten Liegezeit bis 13:00 Uhr hätte man also die Plätze im Tenderboot verlosen oder an die Meistbietenden verkaufen müssen.
Da war es wirklich klüger, diesen Liegeplatz im Osten zu verlassen. Die Artania sollte vor der Nordküste dümpeln und versuchen an den Anakena-Strand zu tendern, wo es eine behelfsmäßige Tenderpier gibt.
Pünktlich um 8:00 Uhr begann
Eine Kurz-Choreographie des Nicht-Tenderns*.
- Der Kreuzfahrtdirektor äußert über Bordlautsprecher große Bedenken, ob Tendern wegen der starken Dünung überhaupt möglich ist.
- Der Kreuzfahrtdirektor kündigt an, dass dennoch ein Boot zu Wasser gelassen wird, um zumindest zu versuchen, ob ein Tendern doch möglich sein könnte.
- Der Kapitän Alex Zinkovskyi bläst kurzerhand alle derartigen Aktionen und Versuche ab.
- Die Sicherheit der Passagiere und der Crew steht an erster Stelle.
- (Trost): Wir werden die Insel mit der ARTANIA umrunden.
*siehe auch Blogeintrag vom 9.2.2025
Da nach dem Aufstehen ein Blick aus dem Kabinenfenster genügte, um zu sehen, dass der starke Schwell ein Tendern unmöglich machte, gingen wir erst einmal in Ruhe frühstücken. Nach dem Frühstück war die Inselumrundung allerdings schon weit fortgeschritten und der Anakena Strand war schon nicht mehr in Sichtweite.
Somit war eine Fotoaufnahme des Strandes einschließlich des dort befindlichen Ahu Nau Nau mit sieben Moai nicht mehr möglich. Die hätten wir auf unserem Weg über das Promenadendeck zum Frühstück bewerkstelligen müssen.
Aber so schlimm war das nun auch wieder nicht, schließlich hatten wir die Übung des Nicht-Tenders an den Anakena Strand am 31.1.2027 schon einmal durchgeführt und damals hatten wir Fotos angefertigt (mit mäßigem Erfolg mangels Teleobjektiv).
Hier die beste der misslungenen Aufnahmen aus dem Jahr 2017.
62. Reisetag – Sonntag, 16.02.2025 – Seetag
Wie wir alle wissen, ist auf der ARTANIA sonntags der Tag der Schwarzwälder Kirsch Torte – normalerweise.
Auch heute hat man uns wieder mal einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn statt der „normalen“ Kaffeestunde wurde
im Tagesprogramm angekündigt
Und der Gag mit der Schwarzwälder-Sonderedition für Doris und mich, wie vor 2 Wochen, wurde leider nicht noch einmal wiederholt.
Dass das Tagesprogramm auch eifrig außerhalb der ARTANIA auf der entsprechenden Internetseite* gelesen wird (link siehe unten), zeigt die WhatsApp-Nachricht unseres Freundes Wolfgang „Wolle“ aus Ramelsloh, die uns schon am Vormittag erreicht hatte.
* Link zur Phoenix-Internetseite auf der man die Tagesprogramme abrufen kann:
https://www.phoenixreisen.com/hier-ist-die-artania-heute-.html
63. Reisetag – Montag, 17.02.2025 – Seetag

So sieht das normale Hauptmenü des Kabinenfernseher aus.
Man sieht, dass das Gerät viel mehr kann, als nur TV-Programme zeigen.
Unser Fernseher zickt immer noch. Mal lässt er sich nicht mehr einschalten, ...
... mal blendet er zusätzlich zum normalen Bild noch irgendwelche Texte ein, die dort gar nicht hingehören.
Oder auf einem "nackten" Bildschirm wird ein kryptische Text eingeblendet.
Diese Phänomene haben den Nebeneffekt, dass die Sonderfunktionen, wie z.B. das Anzeigen der aktuellen Bordrechnung nicht mehr aufgerufen werden können.
Wie ich schon im Januar beschrieben hatte, kann man das Stecker-raus-Stecker-rein-Spiel spielen, um die Kiste wieder zum Laufen zu bringen oder an der Rezeption Bescheid sagen. Anfangs schickten sie einen Techniker, der mit Hilfe einer geheimen Tastenfolge auf der Fernbedienung ein Service-Menü aufrief und damit das Gerät wieder in den Normalzustand zurückversetzten konnte.
Irgendwann kam der Techniker gar nicht mehr in die Kabine, sondern löste „remote“, also aus der Ferne, einen Neustart aus, das sogenanntes Booten (ausgesprochen: [ˈBuːtən]), um den Fernseher in einen geordneten Zustand zurückzuversetzen.
Ein Austausch des Geräts wurde durch den Techniker kategorisch abgelehnt, mit der Begründung, dass der Fernseher ganz neu sei und deshalb die Ursache des Fehlers dort nicht liegen könne.
Ich sehe das anders, denn auch Neugeräte können eine Macke haben.
Jetzt war es aber wieder mal soweit, dass ich an der Rezeption anrufen musste. Diesmal bat ich aber inständigst um eine dauerhafte Lösung und nicht einfach mit einem neuen Boot-Vorgang das Problem einfach nur zu vertagen.
Die Dame an der Rezeption zeigte, wie sie es gelernt hatte, vollstes Verständnis und versprach mein Anliegen genau so weiterzugeben.
Nach zwei Minuten rief sie erfreut an, dass der Techniker aus der Ferne gebootet hätte und die Hoffnung geäußert hat, dass das Problem damit dauerhaft gelöst sein könnte.
Da ist mir die Hutschnur geplatzt und ich forderte vehement einen Gerätetausch. Das wurde von der Rezeptionistin abgelehnt, obwohl das gar nicht ihre Entscheidung sein konnte. Trotz eindringlicher wiederholter Forderung meinerseits blieb sie stur. Ich stellte sie vor die Alternative entweder meine Forderung weiterzugeben oder mir einen Termin mit dem Kreuzfahrtdirektor zu machen. Sie blieb dabei, ich solle abwarten, ob der gegenwärtige „Lösungsversuch“ dauerhaft sei und ich protestierte, kein Versuchskaninchen sein zu wollen und so verblieben wir, dass sie einen Termin mit dem Kreuzfahrtdirektor machen soll. Damit war das etwas unfreundliche Telefonat beendet.
Keine 5 Minuten später klopfte es an unsere Kabinentür, davor stand der Techniker, den wir ja mittlerweile sehr gut kennen und ein Kollege mit einem Fernseher unterm Arm. Innerhalb weniger Minuten war der Austausch erfolgt.
Warum nicht gleich so. Und nun schau’n wir mal, ob das etwas gebracht hat.
64. Reisetag – Dienstag, 18.02.2025 – Adamstown/Pitcairn/Großbritannien
Das Inselchen Pitcairn liegt wirklich am A… der Welt. Die Entfernung nach Südamerika beträgt 5.400 Kilometer und nach Neuseeland 5.000 Kilometer.
Die Bewohner der 4,5 km² kleinen Insel sind zu einem Teil Nachfahren der Meuterer von der Bounty und ihrer polynesischen Frauen. Über die Anzahl der Bewohner kursieren zwei Zahlen. Einmal etwas mehr als 50 und einmal knapp über 30.
Bereits gestern teilte uns der Kreuzfahrtdirektor über Bordlautsprecher mit, dass auf Grund der Wetterlage ein Landgang nicht möglich sein wird. Wir hätten sowieso nicht mit unseren Tenderbooten an Land fahren können, weil diese nicht mit Pier kompatibel sind.
Vielmehr hätten wir uns von den Inselbewohnern mit ihren Langbooten, die einer Badewanne nicht unähnlich sind, übersetzen lassen müssen. Hierbei ist der Umstieg von der ARTANIA nicht ganz ungefährlich und setzt ein gewisses sportliches Geschick voraus.
Deshalb kann es passieren, dass selbst bei guter Witterung der Kapitän einem Landgang nicht zustimmt.
Stattdessen kommen in der Regel die Einheimischen an Bord und verkaufen Souvenirs und selbsterzeugten Honig.
Auch heute mussten wir uns die knappe Ressource Zeit mit der MSC Magnifica teilen.
Dieser vermaledeite Dampfer hatte uns heute Nacht überholt und nahm auch zuerst die Einheimischen an Bord.
Wir drehten derweil eine Warteschleife um die Insel, ...
... denn erst gegen halb zwölf war die ARTANIA dran, die Pitcairner an Bord zu nehmen.
Als es soweit war, hatten Doris und ich einen super Platz an der Reling auf der Steuerbordseite, um das Boarden der Pitcairner zu beobachten.
Die ARTANIA-Crew begann damit die Tenderplattform ...
... und Gangway halb herunterzulassen, ...
... womit man uns komplett die Sicht versperrt hatte. Die Insulaner „enterten“ die ARTANIA gar nicht, wie zunächst geplant und angenommen, über die Gangway,

Die Einstiegsluke befindet sich rechts von der ausgeklappten Gangway an der Bordwand, auf die jetzt die Sicht versperrt war.
sondern über die Ladeluke, aus der auch die Lotsen zurück auf ihr Lotsenboot umsteigen.
Warum der verantwortliche Offizier dann die Gangway nicht wieder zur Bordwand hin einklappen ließ, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben. Die Gangway hatte jetzt mit der halb drin-halb-draußen-Lage keinerlei Nutzen mehr, außer dass sie die Sicht versperrte.
Alle Leute, die mit uns in diesem Bereich der Reling standen, hatten dadurch praktisch ein großes metallenes Brett vorm Kopp.
Aber der diensthabende Offizier hatte (im übertragenen Sinn) anscheinend ein noch viel Größeres vor seiner Birne.
Die Plätze an der Reling jenseits der Gangway waren natürlich mittlerweile alle belegt, an einigen Stellen sogar in Doppelreihen.
Aber wenn man höflich fragte, wurde man für eine Fotoaufnahme für einen kurzen Moment vorgelassen.
Nachdem alle Insulanerinnen und Insulaner trotz des heftigen Schwells irgendwie ins Innere der ARTANIA geklettert waren, ...
... breiteten sie gleich in Harry’s Bar auf den bereitgestellten Tischen ihre Waren aus. Parallel dazu hielt in der Atlantik-Show-Lounge ein Dame aus dem illustren Trüppchen einen Vortrag über Fauna, Flora, Land und Leute von Pitcairn.
Hätte ich mir den Vortrag bis zu Ende angehört wüsste ich jetzt bestimmt, ob nun 30 oder 50 Leute die Insel bevölkern.
War das Gedränge an den Ständen schon während des Vortrags enorm, ...
... wo noch mehrere hundert Leute in der Show-Lounge saßen, ging dann, als diese sich noch dazugesellten, der Punk erst so richtig ab, ...
... wie im Sommerschlussverkauf früher an den Wühltischen.
Kurz nach 14:00 Uhr stiegen die Nachfahren der Meuterer, einer nach dem anderen ...
... über eine Jakobsleiter in ihr schwankendes auf den Wellen auf und ab tanzendes Langboot zurück.
Diesmal versperrte uns keine Gangway die Sicht.
Mit gezückter Handy-Kamera wollte ich jetzt die Abfahrt fotografieren. Aber da musste ich mich noch über eine halbe Stunde gedulden.
Mit Erstaunen sah ich, wie – nicht gelogen -, im Sekundentakt Karton um Karton aus der Luke, aus der die Pitcairner ausgestiegen waren, geworfen und von einem “Fänger“ im Boot aufgefangen wurde. Die Kartons wurden von dem Fänger in einer fließenden Bewegung ...
... an einen Kollegen weitergereicht, ...
... der das Ladegut dann blitzschnell in einer der Ladeluken verstaute.
Manchmal konnten wir sehen, was da aus der Luke geflogen kam, nämlich z. B. Papppaletten mit Cola- und Fanta-Dosen. Was in den geschlossenen Kartons sonst noch für Schätze verpackt waren? Unsere Neugier blieb unbefriedigt.
Als die Ladeluken voll waren, wurden die weiteren Kartons auf dem Boden im Boot verteilt.
Irgendwann versiegte der Strom der fliegenden Kartons,...
... das Boot drehte daraufhin ab, zurück Richtung Adamstown ...
... und wurde mit einem dreimaligen langgezogenen und lauten Tuuuut des Typhon, dem Nebelhorn der ARTANIA, verabschiedet.
Die ARTANIA nahm Nord-Westkurs auf, zwei volle Seetage vor sich, um dann vor Fakarava/Französisch Polynesien den Anker zu werfen.
65. Reisetag – Mittwoch, 19.02.2025 – Seetag
Der Fernsehtechniker hatte also recht. Das Austauschgerät zickte genauso wie das Vorherige auch.
Immerhin kann man jetzt sicher sein, dass das eigentliche Problem im Server bzw. im Netzwerk zu suchen ist, in dem alle TV-Geräte der ARTANIA eingebunden sind.
Wo der Techniker nicht recht hatte, ist seine Aussage, dass dieses Problem nur bei uns und sonst bei niemandem auftreten würde.
Wir wissen von mehreren Leuten, die regelmäßig das Stecker-raus-Stecker-rein-Spiel spielen müssen. Es ist wenig glaubhaft, dass ich bisher der Einzige war, der die regelmäßigen sporadischen Ausfälle an geeigneter Stelle angezeigt und bemängelt hat.
Ja und ich weiß aus beruflicher Erfahrung, dass in IT-Systemen die Analyse von sporadische Fehlern, die man nicht beliebig reproduzieren kann, äußerst knifflig sein kann.
Was also tun? Den Techniker immer wieder neu booten lassen? Die Hoffnung, dass man ernsthaft nach der Ursache sucht, habe ich aufgegeben.
Ein Sprichwort besagt: Hilf Dir selbst, dann hilft dir Gott.
Anhand des Typenschilds konnte ich die genau Modellbezeichnung des TV-Geräts ermitteln und auf der Internetseite von Samsung eine ausführliche Bedienungs- und Installationsanleitung finden und als PDF herunterladen.
In diesem Manual wurde die Tastenfolge auf der Fernbedienung “verraten“, mit der das Service-Menü aufgerufen werden kann.
Damit bin ich nun selbst in der Lage, relativ einfach und ohne das Stecker-raus-Stecker-rein-Spiel den Fernsehapparat wieder zur Vernunft zu bringen.
66. Reisetag – Donnerstag, 20.02.2025 – Seetag
Heute war eigentlich ein Seetag ohne besondere Ereignisse, bis auf eine Kleinigkeit.
Patricia, eine treue Leserin des Blogs, kennt die etwas versteckte Seite “Blogeintrag im Aufbau“, wo man schon mal vorab in den Entwicklungstand eines noch im Entstehen befindlichen Blogeintrags kiebitzen kann. Deshalb kannte sie bereits meine Ausführungen über das Stecker-raus-Stecker-rein-Spiel und hat sogleich den folgenden Eintrag im Gästebuch verfasst:
Damit wurde die Aussage des Technikers, dass dieses Phänomen einzig und allein nur bei uns in der Kabine auftreten würde, endgültig in den Bereich der Märchen und Sagen verbannt.
67. Reisetag – Freitag, 21.02.2025 – Fakarava/Tuamotu-Archipel/Franz. Polynesien
Doris konnte sich noch von unserer Kreuzfahrt 2017 daran erinnern, dass die Artania eine ganz enge Einfahrt passieren musste, um in das Innere des Atolls zu gelangen. Diese Passage war sehr spektakulär gewesen.
Doris war damals extra früh aufgestanden, während der Gemahl faul im Bette liegen blieb. Dieser Schlendrian sollte diesmal nicht Einzug halten. Der Wecker klingelte um 6:15 Uhr und nach einer kurzen Katzenwäsche standen wir am Bug der ARTANIA, um die tolle Einfahrt zu genießen.
Leider fand die tolle Einfahrt gar nicht statt, denn das Atoll Fakarava ist kein kreisförmiges Korallenriff, sondern hat mehr die Form eines auf dem Kopf stehendem “L“. Um zu unserem Ankerplatz vor dem (einzigen) Ort Rotoava zu gelangen, braucht es keine Einfahrt, sondern die ARTANIA konnte einfach direkt dorthin darauf zu fahren. Ansonsten hat Fakarava alle typischen Eigenschaften eines Atolls. Das Korallenriff bildet einen Saum von äußerst schmalen Inseln. Die See im inneren Teil ist ruhig und eignet sich zum Baden, während die Außenküste mit starker Brandung und gefährlichen Strömungen zum Baden und Schnorcheln nicht geeignet ist.
Das Rätsels Lösung für die fehlende spektakuläre Einfahrt: Es handelte sich damals um das Atoll Rangiroa, das zwar auch zum Tuamotu-Archipel gehört, aber 230 Kilometer nordwestlich von Fakarava liegt.
Damals fuhren wir zuerst Fakarava und einen Tag später Rangiroa an, diesmal halt nur Fakarava. Hätten wir mal eher in unseren Blog von 2017 nachgeschaut, da stand das alles drin.
Somit hatten wir jetzt sehr viel Zeit bis 9:30 Uhr, dem Zeitpunkt, an dem alle Bewohner von Deck 4 (und Deck 8) zum Tendern in der Atlantik-Show-Lounge gesammelt und geordnet zur Tenderplattform geführt wurden.

Das Tendern ging bisher immer sehr zügig ohne lange Wartezeiten voran, das war die Jahre davor nicht immer so. Liegt's an den nagelneuen Tenderbooten?
Das Wetter war so, wie es sich für die Südsee gehört, sonnig und warm (30 ° im Schatten).
Unser Ziel: Spaziergang zum 3 ½ Kilometer entfernten Leuchtturm von Topaka, der 1957 erbaut wurde und das Aussehen einer Maya-Pyramide hat.
Auf dem Rückweg wollten wir eigentlich noch kurz im Meer schwimmen.
Aber es zog sich zu und kräftiger Wind kam auf, ...
...sodass wir dieses Vorhaben für später verschoben, schließlich standen für die nächsten Tage noch einige Südseeinseln auf dem Programm.
Unser Versuch, zur Tenderpier zurück per Anhalter zu fahren schlug fehl, was auch dem geringen Verkehrsaufkommen geschuldet war. Das erste Auto hielt nicht an und das zweite bremste zwar ab, aber es war schon voll besetzt, was uns einer der Insassen quasi als Entschuldigung zurief.

Mit der App "KOMOOT" haben wir unseren kleinen Spaziegang aufgezeichnet.
Man kann auf der Karte gut erkennen, wie schmal die Insel ist.
"A" ist der Startpunkt an der Tenderpier.
Um 15:00 lichtete die ARTANIA den Anker mit dem Ziel Moorea.
68. Reisetag – Samstag, 22.02.2025 – Moorea/Franz. Polynesien
Die Insel Moorea gehört, genau wie Fakarava, zu dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien: Aber während Fakarava ein flaches Korallenriff ist, ist Moorea von vulkanischem Ursprung mit bis zu 1.200 Meter hohen Bergen.
Auch Moorea hat, wie alle unsere Ziele in der Südsee (mit Ausnahme von Papeete), keine Pier, die für die ARTANIA groß genug ist.
Also ist wieder Tendern angesagt.

In der Südsee werden Kreuzfahrtgäste musikalisch begrüßt. Das wichtigste Instrument hierbei ist die Ukulele.
Doris hatte uns für heute das Cook's Bay Hotel rausgesucht. Mit dem Erwerb eines sogenannten Tagespasses kann man die dortigen Einrichtungen, wie Pool, Hotelstrand, Umkleide, Dusche, WC etc. nutzen. Weiterhin beinhaltet der Pass Hand- und Badetücher, eine Schnorchelausrüstung, sowie ein Mittagessen. Ganz billig ist der Spaß nicht, denn so ein Tagespass kostet 75 US-Dollar.
Denn Pass kann man schon vorab im Internet buchen.
Von dieser Vorab-Buchung machten wir aber keinen Gebrauch, da wir ja erst ein Taxi brauchten, um dorthin zu kommen. Und ob man mit den Taxifahrern handelseinig wird, weiß man vorher nie so genau.
Gegen 10:00 Uhr tenderten wir an Land. Große Verhandlungen mit der Taxifahrerin, die uns angesprochen hatte, waren nicht nötig, da die Fahrt mit einem Taxameter mit den gesetzlich geregelten Tarifen erfolgen sollte, wie in Deutschland auch. Geklärt werden musste nur, ob wir mit Kreditkarte bezahlen können (“nein, nur Cash“) oder mit US-Dollars (“kein Problem“).
Die Küstenstraße entlang ging es die 15 Kilometer zum Cook's Bay Hotel. Wir baten unsere Fahrerin, noch zu warten, bis uns im Hotel Einlass gewährt würde. Leider wurde uns der Einlass nicht gewährt, sondern verwehrt. Mit ehrlichem, großen Bedauern teile uns die nette Dame an der Rezeption mit, dass die Kapazität bezüglich der Tagesgäste bereits voll erschöpft sind. All unser Weinen, Bitten und Betteln half nichts – wegen Überfüllung geschlossen.
Auf unsere Frage nach einer Alternative, nannte uns die Dame das Hilton-Resort, von dem wir aber wussten, dass der Tagespass dort so richtig teuer ist. Plan B war also abgelehnt, aber Plan C klang gut. Ein paar Meter weiter befand sich das Hotel Kaveka. Die Rezeptionistin rief dort an und teilte uns freudig mit, dass wir dort erwarten würden.
Also wieder rein ins Taxi und nach einer Minute waren wir am Hotel Kaveka.
Das Taxameter zeigte den Fahrpreis in der hiesigen Währung, knapp 3.500 CFP-France, was auch genau dem Tarif für diese Strecke entsprach. (1.000 CFP Grundgebühr + 160 CFP pro Kilometer).
Meine Umrechnungs-App zeigte, dass dies etwa 30,68 US-$ sind.
Auf solche krumme Umrechnungsfaktoren war unsere Fahrerin aber nicht eingestellt, 100 CFP sind 1 US-Dollar, das kann man ganz leicht im Kopf rechnen. Also zahlten wir klaglos 35 $.
Wir vereinbarten noch, dass sie uns um 16:00 Uhr wieder abholen soll.
Das Kaveka war nicht so mondän, wie das Cook's Bay, es hatte z. B. keinen Pool, aber es gefiel uns trotzdem sehr gut.
Tim, der dortige Rezeptionist und Bar-Mann, hatte uns schon erwartet und erklärte uns, dass wir für unseren reinen Aufenthalt nichts bezahlen müssten, aber wir würden ja sicherlich etwas trinken und essen.
Badetücher und Schnorchelausrüstung konnten wir gegen Gebühr ausleihen.
Gebühren: 500 CFP pro Handtuch (oder 5 $), 1.000 CFP für eine einfache Tauchermaske + Schnorchel (oder 10 $).
Da war er wieder der beliebte Umrechnungskurs. Doris war aber so pfiffig und bezahlte mit Kreditkarte in Landeswährung, weil die Kreditkarte auch mit krummen Umrechnungskursen sehr gut zurechtkommt und wir so fast 15% sparen konnten:
Die Kaution für Badetücher und Tauchermasken in Höhe von stolzen 90 $ zahlten wir in wieder in bar, da wir nicht vorhatten, die Sachen zu verlieren oder zu behalten und somit die Chance, das Geld wieder zu bekommen, sehr hoch war.
Wir hatten schon seit einer Ewigkeit nicht mehr geschnorchelt, hatten es aber noch nicht verlernt und es war wieder großartig, die Fische zwischen den bizarren Korallenformationen zu beobachten.
Unser Mittagessen, ein Burger zu 2.500 CFP (= 25 $ bei Barzahlung) war jetzt nicht gerade ein Schnäppchen, aber auf Grund des “freien Eintritts“ in das Ressort völlig OK.
Wir waren fast die einzigen Gäste. Ein junger Mann an einem Tisch vor einem Laptop sah irgendwie nicht nach Urlauber aus.
Neugierig wie wir waren, kamen wir ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er für die Organisation „Coral Gardeners“ (Korallen-Gärtner) arbeitet.
Diese Organisation hat sich, grob gesprochen, die Aufgabe gestellt, zerstörte oder abgestorbene Korallenriffe wieder „aufzuforsten“.

An einem großen Bildschirm zeigte uns Alex ein wenig über die Arbeit der Coral Gardeners.
(Bei Aufnahmen gegen die Sonne kommen Smartphones an ihre Grenzen, da hilft auch hinterher ein Bildbearbeitungsprogramm nichts mehr.)
Der junge Mann, Alex sein Name, war der Tourenmanager der Coral Gardeners.
Alex organisiert Schnorcheltouren zu den „Korallengärten“, die die Organisation auf Moorea anlegt und pflegt.
Wenn wir in 2 Jahren wieder hier sein werden (siehe 2027.pehoelzer.de), werden wir sicherlich eine solche Tour buchen.
Bis dahin begnügen wir uns damit, eine Koralle zu adoptieren, was über die Homepage von Coral Gardeners angeboten wird.
Pünktlich um 16:00 Uhr holte uns unsere Taxifahrerin wieder ab und brachte uns (wieder für 35 $) an die Tenderpier zurück.
Um 18:00 Uhr lichtete die ARTANIA den Anker, ...
... um keine 2 Stunden später an der Pier von Papeete, der Hauptstadt von Französisch-Polynesien, festzumachen.
Nach dem Anlegen warteten wir auf die Bekanntgabe über Bordlautsprecher, dass das Schiff von den Behörden zum Landgang freigegeben worden sei. Nachdem wir schon länger gewartet hatten, sahen wir aber vom Promenadendeck aus, dass Passagiere schon fleißig Gebrauch von der ausgebrachten Gangway machten. Eine Phoenix-Mitarbeiterin, die uns zufällig über den Weg lief, sprachen wir auf dieses Mysterium an und erfuhren, dass die Freigabe vor 10 Minuten erfolgt und vom Kreuzfahrtdirektor über Lautsprecher bekannt gegeben worden sei. Zu diesem Zeitpunkt saßen wir noch im Lido-Restaurant und dort kam definitiv die Durchsage nicht, wie sonst üblich, an.
Die Phoenix-Mitarbeiterin war darüber sehr erstaunt und versuchte sofort über ihr Walkie-Talkie den Kreuzfahrtdirektor zu erreichen. Für uns war die Sache erst einmal erledigt und wir verfolgten ihre Bemühungen nicht weiter. Von anderer Stelle erfuhren wir, dass auch in dem großen Restaurant Vier-Jahreszeiten die Durchsage nicht angekommen war.
Nur wunderten wir uns jetzt erst recht, dass die Durchsage trotzdem nicht wiederholt wurde.
Sonst wird doch auch jeder Kiki-Kram, der sowieso schon dick und fett im Tagesprogramm steht, noch einmal akustisch über das gesamte Schiff verteilt.
Warum sich also sehr viele Gäste die Info über die Freigabe selbst irgendwie beschaffen mussten, können vielleicht die Herren Waldorf und Statler klären.
Aber jetzt ging es raus an Land, denn zum Einbruch der Dunkelheit wird rund um den Anleger ein bunter quirliger Food-Market aufgebaut, mit Essenständen und mobilen Garküchen. Und dort herrscht ein reges und buntes Treiben und genau da wollten wir hin.
Soweit die Theorie.
Dort, wo immer dieser Markt aufgebaut wurde, (dieses Wissen stammt aus unseren beiden Kreuzfahrten 1999 und 2017) steht jetzt ein nagelneues Passagierterminal.
Mehr aus Zufall fanden wir hinter dem Terminal einen jämmerlichen Abklatsch von dem, was einmal war.
Drei einsame Foodtrucks versuchten notdürftig die Tradition des ehemals sehens- und erlebenswerten Food-Market hochzuhalten.
Enttäuscht kehrten wir auf die ARTANAIA zurück in Harry’s Bar, wo Wolfgang Krik auf dem Flügel für dezente Pianoklänge sorgte. Da weiß man, was man hat!
Doris trinkt dort ihren allabendlichen Espresso, ich mein alkoholfreies Weizenbier und zur Krönung des Abends genehmige ich mir vom Late-Night-Buffet noch 2 Käsespieße (Käsewürfel mit Traube).
69. Reisetag – Sonntag, 23.02.2025 – Papeete/Franz. Polynesien
Eigentlich hätten wir schon am gestrigen Samstag früh morgens in Papeete anlegen und dann heute in aller Frühe nach Moorea schippern sollen. Aber gestern kreuzte die MSC Magnifica wieder mal unsere Route. Wir hätten uns deshalb mit einem weiter außerhalb liegenden Liegeplatz begnügen müssen (also Festmachen an der “Katzen-Pier“).
Deshalb hat die ARTANIA die Liegezeiten von Papeete und Moorea getauscht.
Nach dem Aufstehen, so gegen 7:10 Uhr gab es schon die ersten Prognosen aus Deutschland über den Ausgang der Bundestagswahl, denn dort war es bereits 18:10 Uhr.
Meinen Unmut über das Wahlergebnis (20% für eine als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestufte Partei) lasse ich hier nicht weiter aus, denn der Blog ist weitestgehend unpolitisch.
Bis Doris und ich gegen 10:00 Uhr fertig für den Landgang waren, hatte einer der Touristenmagnete, die große Markthalle, bereits geschlossen, schließlich war es ja Sonntag. (Danke MSC Magnifica! ☹)
Wir ließen uns wieder mal von einem Geocache Adventure Lab durch die Stadt führen und liefen folgende Stationen an:
- Place Vai'ete, das ist der Platz wo gestern der müde Food-Market stattgefunden hat.
- Marché municipal Mapuru a Paraita, die bereits erwähnte Markthalle, die um 10:00 Uhr geschlossen wurde.
- Cathédrale Notre-Dame.
- Assemblée de la Polynésie française; hier tagt das Parlament von Französisch-Polynesien.
- Jardins De Paofai, ein hübscher Park.
Es war heiß und drückend, sodass es uns nach der Beendigung unserer touristischen Pflicht auf das klimatisierte Schiff zog, nicht zuletzt wegen der Aussicht auf ein Stück Schwarzwälder Kirsch während der Kaffeestunde, denn heute war ja Sonntag.

Mit uns lag die Star Breeze der Reederei Windstar Cruises im Hafen, ein Luxus-Kreuzfahrer für maximal 312 Gäste.

.. während der Getränkeservice für die heimkehrenden Phoenix-Passagiere auf der Pier eher rustikal daherkommt.
Aber dem Durst sind solche Unterschiede völlig egal.
Gegen 18:30 Uhr schwammen wir noch eine Runde im Pool. Zur hohen Abendbrotzeit stand uns der Pool exklusiv allein zur Verfügung. Sehr bald dämmerte es und die Poolbeleuchtung schaltete sich ein – beinahe eine neue Erfahrung, Schwimmen bei Nacht. 😊
70. Reisetag – Montag, 24.02.2025 – Huahine/Franz. Polynesien
Einen genauen Plan für heute hatten wir nicht, nicht Mal einen Ungenauen. Wie auch! In der Landgangsinformation war zu lesen:
- Tenderpier: Baie Maroe an der Nordküste von Huahine Iti ca. 10 km vom Hauptort Fare entfernt. In der Regel ist an der Pier der eine oder andere private Tourenanbieter sowie Autoverleiher aus Fare präsent.
- Transport: Taxis kaum gegeben; evtl. offeriert ein privater Anbieter einen Shuttleservice nach Fare.
Zuviel eventuell und vielleicht, daher unser Konzept „schau’n wir mal“.
Also tenderten wir erst mal mit leichtem Gepäck an Land.
Es wurde tatsächlich ein Shuttle nach Fare angeboten. Dort sollte sich auch ein schöner Strand befinden.
Es war abzusehen, dass die Nachfrage nach einem Platz im Shuttle größer war als das Platzangebot.
Damit kam zumindest jetzt für uns der Shuttle nicht in Frage, weil wir Kämpfe um knappe Ressourcen in der Regel verlieren.
Es war wieder sehr heiß und so bogen wir erst einmal von der schmalem Küstenstraße ab, dorthin wo Bäume Schatten versprachen.
Neben einem Feld mit für uns unbekannten Pflanzen ...
... arbeiteten eine Frau und ein Mann.
Sie befreiten rübenartige Früchte von der anhaftender Erde.
Mit Hilfe der Übersetzungs-App Deutsch-Französisch / Französisch-Deutsch kamen wir ins Gespräch.
Auf dem Feld bauten die beiden Taro an. Taro wird häufig auch als „Kartoffel der Tropen“ bezeichnet, wie ich später im Internet nachlesen konnte.
So richtig spektakulär wurde es, als der Mann für mich mit der Machete eine Kokosnuss “köpfte“.
Doris hat dieses Schauspiel in einem kleinen Video festgehalten und auf YouTube hochgeladen.
Wir zogen weiter, jetzt wieder in der Sonne am Ufer entlang, als wir eine Stelle entdeckten, von der man bequem ins zunächst seichte Wasser waten konnte. Schwimmen wäre ungefährlich, da wir uns tief in einer Bucht befanden.
Die Stelle hatte zwar mit einem Traumstrand gar nichts gemein,
... aber das türkisblaue Wasser zog uns magisch an.
Mangels Badesachen tenderten wir zum Schiff zurück und kamen ausgestattet mit Badebekleidung, Badeschuhen (wichtig wegen der Korallen) und Badetüchern wieder zurück.
Nachdem wir reichlich geschwommen und geplantscht hatten, musste noch das etwas umständliche Umziehen ohne Umkleidekabine bewerkstelligt werden.
Mittlerweile hatte unser Beispiel Schule gemacht und den ein oder anderen badewilligen Artanier angelockt.
Wir waren sehr zufrieden mit dem Verlauf des Tages, der ja so völlig planlos begonnen hatte.
71. Reisetag – Dienstag, 25.02.2025 – Bora Bora/Franz. Polynesien
Bora Bora wird gerne synonym für den Südseetraum an sich genannt.
In der Tat ist die Landschaft kolossal und der Hauptstrand Matira Beach sehr schön. Aber dass sich beides signifikant von den anderen Südseeinseln abhebt, können wir eigentlich nicht bestätigen.
Berühmt wurde Bora Bora schon vor sehr vielen Jahren durch die ins Wasser gebauten Bungalows.
Bora Bora gilt als einer der exklusivsten und luxuriösesten Urlaubsorte in der oberen Preisklasse und gehört zu den teuersten Reisezielen der Erde (lt. Wikipedia).
Wir waren diesmal nicht so planlos wie gestern, denn wir wollten zum Matira Beach. Das „Wie“ stand allerdings noch offen.
Das Tendern klappte wieder ohne große Wartezeiten.
An der Tenderpier wurden diverse Bootstouren angeboten, aber von dem in Aussicht gestellten Shuttle zum Strand fehlte bei unserer Ankunft jede Spur und auch die Auskünfte darüber waren eher schwammig.
Wir taten uns deshalb mit noch drei anderen Paaren zusammen, um mit einem Großraumtaxi zum besagten Strand zu fahren. Die Preisverhandlung war einfach, denn der geforderter Fahrpreis von 5 US-$ pro Person war völlig OK.
Der Strand war sehr langezogen und einige Bäume spendeten auch etwas Schatten.
Was uns jedoch sehr entgegen kam, war ein einfaches Strandrestaurant, zu dem auch ein kleiner "Biergarten" mit einigen Tischen und Stühlen gehörte, wo ein großer Baum reichlich Schatten spendete.
Da wir lieber auf Stühlen sitzen als auf einer Decke zu liegen, bezogen wir hier gerne für 2½ Stunden Quartier. Für 12:30 Uhr hatten 3 Paare als Taxi-Fahrgemeinschaft die Rückfahrt bei unserer Fahrerin geordert. Für uns war diese Zeit für einen Strandaufenthalt genügend und die beiden anderen Paare hatten am Nachmittag noch Termine, nämlich Ausflüge mit Phoenix.
In dieser Zeit konnten wir in Ruhe ein Bier trinken (5$ für 0,33 l), Schwimmen und Meer und Landschaft auf uns wirken lassen.

Das ARTANIA-Restaurant hat heute Mittag geschlossen, so dass die dort normalerweise eingesetzten Crew-Mitglieder frei hatten.
Pünktlich um 12:30 Uhr traf sich unsere Fahrgemeinschaft an der vereinbarten Stelle. Allerdings war unser Taxi nicht da. Um 12:35 Uhr wurden die anderen unruhig und schauten sich nach Alternativen um, die es auch gab. Mit Pritschenwagen auf denen Bänke mit Platz für etwa ca. 10 Personen auf der Ladefläche montiert waren, konnte man sich für 5$ pro Person zur ca. 5 Kilometer entfernten Tenderpier transportieren lassen.
Um 12:40 Uhr wollte man nicht mehr länger warten und enterte den nächsten Pritschenwagen.
Kurze Zeit darauf kam ein richtiger großer Reisebus, mit einem Schild im Frontfenster, der ihn als den Shuttlebus auswies, von dem heute Morgen schon die Rede war. Mittlerweile hatte sich auch ein Grüppchen Crew-Mitglieder eingefunden, die den Bus bestiegen.
Das war für uns irgendwie das Signal, auch einzusteigen.
Kaum saßen wir drinnen, kam unser Taxi angefahren und die Fahrerin suchte überall ihr 6er-Grüppchen, schaute auch in den Bus, hat uns beide aber nicht erkannt oder nicht gesehen.
Jetzt stellte sich für uns die Frage, wie wir uns verhalten sollten. Was passiert, wenn wir mit dem Taxi zurückfahren würden? Würde die Fahrerin versuchen, uns in Sippenhaft zu nehmen und die jeweiligen 5 $ für die anderen vier entschwundenen Fahrgästen von uns einfordern? Oder würde sie erst dann wieder zurückfahren, wenn ihr Großraumtaxi wieder voll wäre? Es schien für uns auf alle Fälle stressfreier, still im Bus sitzen zu bleiben, zumal für die Fahrt auch hier der Einheitspreis von 5 $ zu entrichten war.
Als der Bus losfuhr meldete sich dann doch ein etwas schlechtes Gewissen und das Mitleid mit der Fahrerin.
Es ist wahrscheinlich zu einfach, ihr vorzuwerfen, dass sie unpünktlich war und deshalb selbst schuld an der Situation ist (in der Südsee gehen die Uhren wahrscheinlich ein wenig langsamer). Aber sie müsste doch eigentlich wissen, dass Kreuzfahrtpassagiere wegen ihrer Termine Wert auf Pünktlichkeit legen. (Obwohl zumindest deutsche Bahnkunden Unpünktlichkeit als normal empfinden müssten.)
Vielleicht hatte sie noch schnell eine Fuhre dazwischengeschoben und war deswegen unpünktlich, sodass ihr Einnahmeverlust dadurch bereits wieder ausgeglichen war.
Wie dem auch sei, ein bisschen schaler Beigeschmack ist geblieben.
Um 18:30 Uhr verließ die ARTANIA ihren Reedeplatz, ...
.. während gleichzeitig am Heck die Party „Auf Wiedersehen Französisch Polynesien!“ in vollem Gange war.
Aus gegebenen Anlass wurde statt der üblichen Auslaufmelodie Tony Marshalls Hit „Bora Bora“ aus dem Jahr 1978 über die Bordlautsprecher gespielt.
2008 wurde Tony Marshall auf Grund dieses Hits zum Ehrenbürger von Bora Bora ernannt.
Das Abspielen von „Bora Bora“ gibt mir die prima Gelegenheit, ein wenig klug zu sch… .
Der Refrain dieses Liedes ist nämlich geografisch gesehen absoluter Unsinn und dazu noch grammatikalisch falsch.
Die beanstandeten Zeilen des Refrain lauten:
Bora Bora he,
Bora Bora in Tahiti he
Bora Bora und Tahiti sind zwei Inseln die 250 Kilometer auseinanderliegen.
Wenn Bora Bora tatsächlich ein Teil von Tahiti wäre, zum Beispiel ein Berg, ein Fluss, ein Naturschutzgebiet oder was auch immer, dann müsste es heißen „Bora Bora auf Tahiti he“ und nicht „in Tahiti“.
Nur wenn Tahiti ein Land wäre, wäre auch „in Tahiti“ richtig, wie z. B. „Bora Bora in Franz. Polynesien“.
Ich will aber nicht nur kritisieren, sondern auch gerne mit einem Lösungsvorschlag die von mir angekreideten Fehler ausmerzen:
Bora Bora he
Bora Bora humba täterää
72. Reisetag – Mittwoch, 26.02.2025 – Seetag
Die Nutzung des Pools auf Deck 9 bei Seegang hat seine Reize, denn dann mutiert er zu einem quirligen Wellenbad und das Wasser schwappt kräftig über den Beckenrand. Und wenn, wie am heutigen Spätnachmittag, außer uns niemand anders noch wellenbadet, machte es doppelt Spaß, sich von den Wellen im Pool hin und her schubsen zu lassen.
Hiermit wäre der Tagesbericht beinahe schon fertig gewesen, aber dann fanden wir das Tagesprogramm für morgen auf der Kabine:
Hier war zu lesen, dass die morgige Abfahrtszeit von Rarotonga um 18:00 Uhr sei und das letzte Tenderboot von Land um 17:30 abgehen würde.
In den uns vorliegenden „Hafeninformationen“, die wir von Phoenix als DinA4-Blatt erhalten hatten, war aber von 22:00 Uhr Abfahrt die Rede. Auch im derzeitigen Bordportal, das für alle Passagiere kostenlos über das Bord-Intranet aufgerufen werden kann, war die Abfahrt auf 22:00 Uhr terminiert.
Das war für uns insofern von Bedeutung, da wir für morgen privat eine Schnorcheltour an der Südspitze der Insel gebucht hatten, Beginn 13:00 Uhr voraussichtliches Ende 15:00 Uhr.
Wir begannen für den „worst case“ zu rechnen: Die Tour endet etwas später um 15:30 Uhr. Bis wir uns umgezogen und unserer Siebensachen verpackt haben ist es 16:00 Uhr. Der öffentliche Bus fährt nur einmal pro Stunde, also wenn wir Pech haben erst um 17:00 Uhr. Und für die 15 Kilometer lange Fahrt zurück zur Nordspitze braucht er eine gute halbe Stunde. Das Fazit für solche Sicherheitsfanatiker wie uns: Es könnte knapp werden.
Wir fragten an der Rezeption nach dem Grund der Planänderung, aber dort konnte man uns auch nichts Näheres sagen, versprachen aber, die Frage zu klären.
Kurz darauf rief uns der Kreuzfahrtdirektor auf unserer Kabine an und bat um Entschuldigung für die Informationspanne. Die frühere Abfahrt war schon seit Beginn dieses Etappenabschnitts bekannt. Die Behörden hätten verfügt, dass die ARTANIA noch bei Tageslicht ihre Weiterfahrt antreten müsse.
Dies wurde zwar in dem knapp 1-stündigen Vortrag im Bordfernsehen „Auf ein Wort“ erwähnt. Das haben wir allerdings in dem Sammelsurium von Informationen (Showprogramme, Nutzung des Bordausweises, Kleidungsvorschläge für die Restaurants und und und …) nicht zur Kenntnis genommen, insbesondere, da wir damals noch keinerlei entsprechende Pläne für Rarotonga hatten.
Aber der Kreuzfahrdirektor beruhigte uns und meinte, dass er keinerlei Schwierigkeiten sieht, dass wir nicht zeitig zurück sein könnten.
73. Reisetag – Donnerstag, 27.02.2025 – Rarotonga/Cookinseln
Die Cookinseln (englisch Cook Islands) sind ein unabhängiger Inselstaat in „freier Assoziierung mit Neuseeland“ und eine Inselgruppe im südlichen Pazifik. Die Fläche beträgt 236,7 km² und hat 14.987 Einwohner (Stand 2021). Die Hauptstadt ist Avarua auf der Insel Rarotonga (67, 1 km² und 10.863 Einwohner).
Quelle Wikipedia.
Das Bussystem, dieser fast kreisförmigen Insel ist recht einfach. Es gibt eine ca. 30 Kilometer lange Küstenstraße rund um die Insel. Die eine Buslinie umrundet die Insel im Uhrzeigersinn, die andere Linie gegen den Uhrzeigersinn.
Es gibt zwar Haltestellen, aber man kann den Bus auch per Handzeichen an einer beliebigen Stelle anhalten und zusteigen. Analog gilt diese Regelung auch für den Ausstieg.

Die ARTANIA lag wieder auf Reede, konnte aber bei einer Wassertiefe von 300m bzw. durfte wegen vorhandener Korallenbänke nicht ankern.
Stattdessen musste sie triften, d.h. sie treibt im Wasser und um die Position zu halten, muss auf der Brücke immer wieder gegengesteuert werden.
Mit dem 11-Uhr-Tender kamen wir an Land, an die Nordspitze der Insel.
Die Tourist-Information an der Pier erklärte uns, wo die Bushaltestelle in der Nähe ist und was eine Fahrt kostet, nämlich 5 Neuseeland-Dollar (NZD), alternativ 5 US-Dollar oder 5 Euro.
Hier war sie wieder, die vereinfachte Wechselkursarithmetik der Südsee, denn 5 NZD sind tatsächlich 2,86 US-Dollar oder 2,27 Euro:
Wir waren aber bereits mit Neuseeland-Dollars angereist, so dass uns das großzügige Aufrunden des Fahrpreises nicht betraf.
Wir waren noch 200 Meter von der Bushaltestelle entfernt, da kam auch schon der Bus und er hielt tatsächlich auf unser Handzeichen hin an, wir stiegen ein und bezahlten. Dann setzte sich der Bus wieder in Bewegung und fuhr die 200 Meter zur „offiziellen“ Haltestelle und nahm die dort Wartenden, meist Phoenix-Gäste, auf.
Die Fahrt zu „Snorkel Cook Islands“, dem Veranstalter unserer gebuchten Schnorchel-Tour dauerte 30 Minuten.
Damit hatten wir bereits die erste Hälfte einer kompletten Inselumrundung absolviert.
Der Veranstalter warb für seine Schnorcheltour wie folgt:
Swim with turtles at our top-rated snorkeling spot in Rarotonga! Encounter majestic turtles, vibrant coral gardens, and a variety of tropical fish.
Übersetzung:
Schwimmen Sie mit Schildkröten an unserem bestbewerteten Schnorchelplatz in Rarotonga! Begegnen Sie majestätischen Schildkröten, lebhaften Korallengärten und einer Vielzahl von tropischen Fischen.

Schilder warnten vor gefährlichen Strömungen. Schwimmen und Tauchen ohne qualifizierte Führer nicht erlaubt.
Was soll ich sagen, die Tour hielt, was sie versprach.
Zunächst erhielten wir eine ausführliche Einweisung in Englisch über die Ausrüstung (Badeschuhe, Flossen und Tauchermaske mit Schnorchel), die starken Strömungen, Verhaltensmaßregeln usw. Das meiste hatten wir aber nicht verstanden, ob es an unserem geringen englischen Wortschatz lag oder am Slang unseres Guides, blieb offen.
Über eine Sandbank wateten wir zu einer Stelle, von der wir zu den Riffen schwimmen konnten, wo sich die Schildkröten und Fische tummelten.
Aber anstrengend war das mehr als eine Stunde dauernde Schnorcheln dann schon. Für das lange Schwimmen an sich brauchte es schon eine gewisse Kondition und das Strampeln mit Flossen an den Füßen ermüdet die Beine bei gleichzeitigen Strömungen, die nicht zu verachten waren.
Aber es war auf alle Fälle ein tolles Erebnis!
Natürlich waren wir hinterher die Letzten, die die Station verlassen haben. Bis wir geduscht und uns umgezogen hatten, waren alle anderen schon verschwunden, einschließlich des Guides und seiner Helferinnen. Diese Helferinnen fungierten als Rettungsschwimmer und haben aufgepasst, dass alle die Tour gut überstanden haben.
Für die Rückkehr zur Tenderpier hatten wir jetzt zwei Möglichkeiten, wir konnten sowohl mit der Uhrzeigersinn-Linie fahren oder auch mit der Gegen-den-Uhrzeigersinn-Linie, denn beide Strecken zur Nordspitze waren ziemlich gleich lang.
Der erste Bus, der kam, war von der Sorte Gegen-den-Uhrzeigersinn. Somit hatten wir am Ende eine komplette Inselrundfahrt absolviert.
Zurück an Bord (rechtzeitig!), klingelte das Kabinentelefon. Der Kreuzfahrtdirektor war dran und erkundigte sich, ob wir unser Landgangs-Pensum trotz verkürzter Aufenthaltsdauer stressfrei absolvieren konnten. Das konnten wir ihm uneingeschränkt bestätigen. Er gelobte Besserung in Sachen Informationsweitergabe und ließ es sich nicht nehmen, uns am Abend ein Getränk in Harry’s Bar zu spendieren.