74. Reisetag – Freitag, 28.02.2025 – Seetag
Zusammen mit dem heutigen Tag liegen vier Seetage vor uns, bis wir in Auckland/Neuseeland festmachen werden.
Unser Kurs ist Süd-West, wir bewegen uns also vom Äquator weg und schon wird das Wetter schlechter, nur mehr etwas über 20°, bewölkt und ab und zu Regen, also ideale Bedingungen, um im Büro den 7. Blogeintrag fertigzustellen und dies per E-Mail und Facebook bekannt zu geben.
Laut Routenplan, so wie er auch immer noch im Internet steht, sollte am heutigen Freitag in der Nacht die Datumsgrenze überfahren werden.
Das hätte bedeutet, dass der Samstag (1.3.2025) übersprungen worden wäre und wir direkt im Sonntag (3.3.2025) gelandet wären.
Der Datumssprung fand aber gar nicht heute statt, sondern sollte erst morgen erfolgen. Das verriet uns das morgige Tagesprogramm, das wir heute am frühen Abend erhalten haben.
Wie es zu der Diskrepanz zwischen Routenplanung und Realität gekommen ist, blieb bisher im Dunkeln.
Jetzt könnte der geneigte Leser einwerfen, dass dies doch bei den vier Seetagen völlig egal ist, wann die Datumsgrenze überfahren wird und somit der Datumssprung erfolgt.
Es ist mitnichten egal!!! ☹
Bei der ursprünglichen Planung wäre der Samstag ausgefallen, jetzt aber fällt der Sonntag aus und damit drückt sich die ARTANIA erneut davor, die sonntägliche Schwarzwälder Kirschtorte zu kredenzen.
Wir können uns das nur so erklären, dass es an Bord eine geheime, bösartige Black-Forrest-Cake-Verschwörung gibt.
Das seit einigen Tagen bemerkbare leichte Kribbeln in der Nase hat sich heute zu einer richtigen Erkältung gemausert. Jetzt hat sie mich also auch erwischt, die ARTANIA-Seuche.
Das heißt, nach dem Abendessen den Tag nicht in Harry’s Bar beenden, sondern gleich Abmarsch ins Bett.
75. Reisetag – Samstag, 01.03.2025 – Seetag
Die Erkältung hält sich in Grenzen und ich konnte am normalen Bordleben teilhaben.
Reisetag, den es gar nicht gibt – Sonntag, 02.03.2025
Wie ist das nun genau mit dieser Datumsgrenze?
Seit wir Hamburg verlassen haben, wurde immer, wenn wir wieder 15 Längengrade von Ost nach West überfahren haben, die Uhr um eine Stunde zurückgestellt. Das machte ja auch insofern Sinn, weil die Sonne im Osten aufgeht, verschiebt sich der Sonnenaufgang je weiter man sich westlich bewegt.
Wenn man 24-mal jeweils solche15-Längengrad-Pakete überfahren hat, hat man in Summe 360 Längengrade überfahren (24 x 15 =360), also ist einmal rum um die Erde.
Bis heute haben wir die Uhr 11-mal zurückgestellt und beim Passieren des nächsten 15-Grad-Abschnitts werden wir die Uhr dann schon 12-mal zurückgestellt haben.
Wenn wir das Spiel so weitertreiben würden, hätten wir die Uhr genau 24 mal zurückgestellt, wenn wir wieder in Hamburg (bzw. Bremerhaven) ankommen. Dann hätten wir bei einem Abreißkalender auf dem Schiff ein Blatt weniger abgerissen als jemand, der während unserer Reisezeit in Deutschland geblieben wäre. Das Schiffsdatum würde mit dem Datum in Deutschland um einen Tag differieren, sprich hinterherhinken.
Spätestens jetzt müssten wir noch ein zusätzliches Kalenderblatt an Bord abreißen, damit die “Datümser“ wieder synchron sind.
Jetzt wurde uns, wenn wir die Uhr eine Stunde zurückstellen durften, diese Stunde nicht einfach geschenkt, wie oft behauptet wurde, sondern wir haben diese Stunde nur geliehen.
Wenn wir jetzt die Datumsgrenze überschreiten, müssen wir zuerst die Uhr noch einmal eine Stunde zurückstellen, aber gleichzeitig müssen wir auch unsere Zeitschulden bezahlen, d. h. wir müssen die Uhr jetzt um 12 Stunden vorstellen. Aber das Zeitgeschäft ist damit immer noch nicht angeschlossen, denn wir müssen noch weitere 12 Stunden “einzahlen“, sprich die Uhr um weitere 12 Stunden vorstellen. Jetzt haben wir die Uhr um 24 Stunden vorgestellt und somit ein “Zeitguthaben“ von 12 Stunden. Dieses Vorstellen der Uhr um 24 Stunden auf einen Schlag bedeutet, dass wir ein Kalenderblatt zusätzlich abreissen müssen.
Jetzt hinken wir der deutschen Zeit nicht mehr 12 Stunden hinterher, sondern sind 12 Stunden voraus.
Diese 12 Stunden bekommen wir nun peu à peu "zurückbezahlt", indem wir die Uhr Stunde um Stunde zurückstellen, je weiter wir nach Westen fahren, bis wir die wieder in Deutschland sind.*
Phoenix hat dieses Phänomen im Tagesprogramm vom Samstag, den 1. März, wie folgt erklärt:
* Bei meiner Erklärung habe ich so getan, als ob Hamburg genau auf dem 0. Längengrad liegen würde und zur gleichen Zeitzone wie London/Greenwich gehört, was beides nicht stimmt. Aber dadurch, dass in Deutschland zurzeit die Winterzeit gilt, passt meine Erklärung trotzdem.
76. Reisetag – Montag (Rosenmontag), 03.03.2025 – Seetag
Der mit Spannung erwartete Rosenmontagszug auf Deck 4 begann beinahe pünktlich um 11:00 Uhr. Die kleine Verspätung war der Tatsache geschuldet, dass sinnvollerweise erst das Ende des Vortrags vom Bordlektor Uwe Lexow “Neuseeland im Überblick“ abgewartet wurde.
Der Zug wurde von Kapitän Alex Zinkovski und Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka angeführt.
Die Motivwagen (Transportkarren und Einkaufswagen) sowie die Fu0gruppen wurden von den verschiedenen Abteilungen der ARTANIA gestaltet und besetzt.
Das Phoenix-Team.
Das Show-Ensemble.
Das Restaurant-Team, featuring Ani, unsere Lieblingskellnerin aus dem Lido-Restaurant.
Das Houskeeping-Team, erkannbar als solches an den mitgeführten Klopapierrollen.
Last but not least:
Das Getränkekellner-Team.
Deren Kostümierung bestand weitgehend darin, dass sie das weiße Hemd, das sie normalerweise unter ihrer Weste tragen, einfach weggelassen haben.
So bekam der Rosenmontagszug zum Schluss noch eine besondere sexy Note. 😊
Um ein Fazit zu ziehen:
An der Qualität und Originalität der Zugnummern gab es aber auch diesmal rein gar nicht zu bekritteln.
Aber: Früher war mehr Lametta!
Der Zug umkreiste diesmal das Deck nur einmal, im letzten Jahr gab es noch zwei Umdrehungen.
Die Ausbeute an „Kamelle“ war äußerst dürftig, was nicht nur an der fehlenden Runde gelegen hatte, sondern die Wurffrequenz und die jeweilige Wurfmenge waren eher verhalten. Es muss halt überall gespart werden und außerdem ist das besser so für die Zähne.
In diesem Sinne: ARTANIA Helau und Alaaf.
Die größte Überraschung gab es dann am Nachmittag zur Kaffeestunde.
Es gab Schwarzwälder Kirschtorte.
Wie war das möglich, schließlich war doch Montag und nicht Sonntag?
Da muss ich zwecks Erklärung dieses Wunders etwas weiter ausholen.
Benjamin von der Phoenix-Reiseleitung sitzt meist, wenn er nicht gerade Reisen leitet, an Seetagen in der Bibliothek ...
... und ist für den Gold- & Silber-Service zuständig.
Dieser Service dient als Anlaufstelle für die Gäste der Kabinenkategorien Gold und Silber für jedwede Fragen, Anregungen und Beschwerden. Benjamin ist dann praktisch die Schnittstelle zu den verschiedensten Departments auf der ARTANIA und insbesondere zu seinen Phoenix-Kollegen, die ja alle auch ganz spezielle Aufgaben innehaben.
Er hat für alles ein offenes Ohr, aber vor allem hat er keine zwei offenen Ohren, denn sonst ginge ja das Gesagte zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus.
Wir mögen seine Art, wie er mit den Gästen umgeht und wie er bei Problemen kompetent nach Lösungen sucht und sie findet.
Und sein bereits erwähntes offenes Ohr ist auch sehr hellhörig. So bekam er vor einigen Tagen mit, wie wir in der Bibliothek mit einem Ehepaar am Nachbartisch über die Black-Forrest-Cake-Verschwörung flaxten.
Obwohl wir gar keine Gold- oder Silbergäste sind und wir auch nur geflaxt hatten, nahm er den Flax ernst, kam auf uns zu und gab an zu versuchen, gegen die besagte dunkle und im geheimen agierende Verschwörung vorzugehen.
Es gelang ihm tatsächlich, was wir nicht zu hoffen gewagt hatten, die Verschwörer zu neutralisieren. Am Kuchenbuffet strahlte uns die Schwarzwälder Kirschtorte entgegen.
Natürlich bedankten wir uns nach der Kaffeestunde bei Benjamin für seinen Einsatz, für den er übrigens einen sehr hohen Preis bezahlt hatte.
Denn montags ist eigentlich der Tag für den New-York-Cheese-Cake, sein Lieblingskuchen, auf den er sich die ganze Woche freut. Denn gab es heute natürlich nicht.
Im Eifer des Gefechts für die gute Sache hatte er die Konsequenzen seines Handelns nicht vollständig auf dem Radar gehabt und hat sich so selbst ins Knie geschossen.
Für seinen Einsatz gebührt ihm auf jeden Fall der Rosenmontagsorden am Band, ein kräftiger Tusch und der Narrhallamarsch.
77. Reisetag – Dienstag, 04.03.2025 – Seetag
Heute war der letzte Seetag des derzeitigen Reiseabschnitts. Somit standen Stadl-Frühschoppen, Abschiedscocktail und Galaabendessen auf dem Programm.
78. Reisetag – Mittwoch, 05.03.2025 – Auckland/Neuseeland
Um 7:00 Uhr machten wir an der Pier in Auckland fest. Da wir hier 3 Tage liegen werden, war keine besondere Eile bei den Vorbereitungen für unseren Landgang geboten.
So stornierten wir zunächst einmal die für morgen geplante 4-stündige Walbeobachtung, die wir im Internet über die Plattform Tripadvisor gebucht hatten. Stornierungen bis 24 Stunden vor Tourbeginn sind kostenlos.
Bei der Buchung war nicht klar, mit welcher Art Boot die Tour durchgeführt wird. Man muss erst buchen, erst dann kann man mit dem Veranstalter Kontakt aufnehmen. Aber der Veranstalter hielt es nicht für nötig, unserer Frage nach dem Boot zu beantworten.
So wussten wir nicht, ob es sich um ein „Freiluft-Schiff“ handelt oder ob es auch Innenräume hat. Bei Temperaturen um die 20 ° (und einer gerade überstandenen Erkältung) wäre es nicht besonders prickelnd 4 Stunden lang dem Fahrtwind ausgesetzt zu sein.

Foto aus 2023: Trotz Halstuch und Strickjacke hatten wir uns auf dieser windigen Fahrt eine Erkältung eingefangen.
Eine ähnliche Fahrt bei ähnlichem Wetter hatten wir vor einigen Jahren zusammen mit Bekannten 2023 im Khasab/Oman unternommen (Delfinbeobachtung), haben uns den Allerwertesten dabei abgefroren und wurden anschließend fast alle krank (siehe Blog von 2023).
Gleich ein Eye-Catcher nach dem Verlassen des Passagierterminals, ein Werbeplakat der All Blacks, der Rubgy-Nationalmannschaft von Neuseeland.
Die Mannschaft ist Kult und gehört zu Neuseeland genau so wie das Nationalsymbol, der Kiwi.
-20250306_084447_ji.jpg)
Das Downtown Ferry Terminal am Fährhafen.
Ein altes, aber sehr schön restaurierte Gebäude; ein Relikt aus einer anderen Zeit inmitten der mordernen Hochhäuser.
Unser heutiger Landgang führte uns zunächst zu den Fähranlegern.
Dort konnten wir feststellen, dass das Boot für die Walbeobachtung ein ausgewachsener Katamaran war und kein offenes Bötchen nur mit einem Sonnensegel ausgestattet.
Also sollte es kein Problem, die Tour erneut zu buchen. Es war aber doch ein Problem und zwar ein unlösbares. Es gab für morgen keine freien Plätze mehr.
Ein Alternativprogramm war aber schnell gefunden. Vom selben Fährhafen gab es auch eine Verbindung zur gut 10 Kilometer entfernten Insel Rangitoto.
Fahrkarten hierfür konnten wir direkt am Automaten kaufen.
Wir zogen gleich für morgen 10:30 Uhr unsere Tickets. (Für uns beide zusammen 116 NZD = 63 € für Hin und Rückfahrt.)
Nun konnte unser eigentliches Programm starten, nämlich ein Stadtrundgang mit dem virtuellen Stadtführer Adventure Lab.
Er führte uns zu den folgen Sehenswürdigkeiten:
- Memorial Beacon (Leuchtturm zur Erinnerung).
Dieses Denkmal befand sich ganz in der Nähe unseres Liegeplatzes an der Uferpromenade.
Im Gegensatz zu anderen Kriegsdenkmälern, die in der Regel nur an die Gefallenen erinnern, erinnert diese Denkmal namentlich an alle Mitarbeiter der Auckland Harbor Board (Hafengesellschaft von Auckland), die während des 1. Weltkriegs zum Militärdienst eingezogen wurden, also auch an die, die den Krieg überlebt haben. - Downtown Ferry Terminal, ebenfalls an der Uferpromenade gelegen. Ein 1912 fertiggestelltes Gebäude im Neo-Barock-Stil.
- Old Custom House, das alte Zollhaus aus dem Jahre 1880. Es wurde im neoklassizistischen Baustil errichtet.
- St. Patrick's Square, ein charmantes und ruhiges Plätzchen mitten im hektischen Großstadtgetümmel von Auckland.
- St. Patrick's Cathedral, eine römisch-katholische Kirche.
Während eines Aufenthalts in Auckland ist eigentlich der Sky Tower ein absolutes Muss, aber da wir dort 2017 bereits ganz oben waren, haben wir ihn diesmal links liegen gelassen. Stattdessen machten wir noch einen kleinen Bummel durch die sehr noble Queen Street. Sie ist die bekannteste Straße der Stadt.
Mit heiß gelaufenen Füßen kehrten wir am Nachmittag zum Schiff zurück.
-20250305_084051_ji.jpg)
Während wir uns ins der Stadt vergnügten, bunkerte die ARTANIA Lebensmittel und sonstige wichtige Dinge, wie z. B. Toilettenpapier.
79. Reisetag – Donnerstag, 06.03.2025 – Auckland/Neuseeland
Der zweite Tag unseres Neuseelandaufenthalts bedeutet: Neuer Reiseabschnitt und Passagierwechsel.
Der neue Reiseabschnitt wurde von Phoenix mit „Das Beste Neuseelands und Tasmaniens!“ betitelt.
Während viele der Gäste sich im Abreisestress befanden, frühstückten wir erst einmal in Ruhe und bereiteten uns anschließend auf den Landgang vor. Das heißt z. B. Sonnenschutz auftragen. Obwohl die Temperaturen sich maximal um die 20° bewegen, ist die Sonne trotzdem sehr heimtückisch.
Nachdem auch der Rucksack fertig gepackt war, machten wir uns auf den kurzen Weg zum Fähranleger, um von dort zur Insel Rangitoto überzusetzen. Die Tickets hatte wir ja gestern schon gekauft.
Dort bestiegen wir die Fähre, die uns in einer knappen halben Stunde zur Insel Rangitoto brachte.
Die kleine runde Insel (Durchmesser ca. 5,5 Kilometer) ist unbewohnt.
In den 1920er und 1930er Jahre gab es her noch etliche Ferienhäuser. Diese waren dann aber seit 1937 verboten und wurden abgerissen, bis auf eine kleine Anzahl, die praktisch als Freiluftmuseum dienen.
Die Insel vulkanischem Ursprungs ist heute ein Naturreservat und außer Spazierengehen und Wandern kann man hier nichts unternehmen.
Die gut 100 Leute, die das Fährschiff auf der Insel abgeladen hatte, "verflüchtigten" sich sehr schnell und waren bald aus unserem Blickfeld verschwunden.
Die meisten machten sich wohl auf den Weg zum 260 Meter hohen Gipfel, was uns zu strapaziös erschien und so blieben wir die meiste Zeit nur knapp über dem Meeresspiegel.
Wir hatten das Gefühl, als wären wir ganz alleine auf dieser schönen Insel.
Menschen begegneten wir erst wieder, als wir in die Nähe des Stegs kamen, der zum Fähranleger führte.
80. Reisetag – Freitag, 07.03.2025 – Auckland/Neuseeland
In und um Auckland gibt es eine Reihe von erloschenen Vulkanen. Der Mount Eden ist einer davon und ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Mit dem Bus (der Linie 27H oder 27W fährt man vom Zentrum ca. 5 Kilometer bis zur Haltestelle Tahiki Reserve und gelangt so an den Fuß des Vulkankegels Mount Eden.
Das Bezahlen der Busfahrt (ca. 1,50 € pro Strecke) erfolgt sehr einfach, kontaktlos mit der Kreditkarte. Zuerst beim Einsteigen, dann wieder beim Aussteigen hält man die Karte an das Lesegerät und der Fahrpreis wird von der Karte abgebucht.
Mit 196 Meter Höhe ist der Mount Eden die höchste Erhebung von Auckland.
Die letzten 100 Höhenmeter mussten wir zu Fuß bewältigen.
Oben angekommen, konnten wir einen Blick in den 50 Meter tiefen grasbewachsenen Krater werfen und hatten einen wunderbaren 360° Rundumblick auf die Stadt und die Umgebung.
Unser Rückweg führte uns zum nahegelegenen Friend & Whau Café.
Hier konnten wir uns vom Auf- und Abstieg vom Mount Eden erholen.
In den Räumen des Cafés gab es auch eine interessante Ausstellung über die Geschichte des Vulkans.
Sowohl geologische Aspekte als auch die Besiedlung dieses Vulkankegels durch das indigene Volk der Māori wurden durch Fotos, Texttafeln und Exponate erklärt.
In einem kleinen Kino lief in Endlosschleife ein Film, der die Ausstellung ergänzte und Lust auf die anderen Vulkanberge in und um Auckland machte.
Noch eine kleine ARTANIA-Episode zur Abrundung des Tages. Der Episode gebe ich mal den Arbeitstitel “Skandal der Herzen“.
Zu Beginn einer jeder Reise bzw. jedes Reiseabschnitts fanden wir bisher in der Kabine zwei Schoko-Herzen vor. Aber diesmal verlief der Start der neuen Etappe für uns absolut herzlos.
Von unserer Kabinenstewardess erfuhren wir, dass deren Supervisor, das ist ihr direkter Vorgesetzter, verfügt hatte, dass sogenannte Transitgäste ab sofort von der Herzensgabe auszuschließen seien. Zur Erklärung, Transitgäste sind Passagiere, die bereits bei der vorherigen Etappe dabei waren und nicht neu an Bord gekommen sind.
Die Schoko-Herzen sind ein Willkommensgeschenk und der Transitgast wurde ja bereits willkommen geheißen. Diese revolutionäre Erkenntnis muss der Auslöser für die innovative Sparmaßnahme gewesen sein.
Das Streichen dieses kleinen Goodies mitten in einer Weltreise ist meines Erachtens aber hochgradig albern. Das sah der Kreuzfahrtdirektor übrigens genauso ...
... und am Abend fanden alle Transitgäste wie gewohnt ihre Schokoherzen auf der Kabine vor.
Nach der beinahe erfolgreichen Einführung „Kein Herz für Transitgäste“ könnte man ja mal über „Keine Rettungsübung für Transitgäste“* nachdenken. 😊
Heute um 19:45 Uhr mussten wir hierzu zum 5. mal samt Rettungsweste erscheinen.
* Anmerkung:
Die Rettungsübungen sind laut internationalem Seerecht auch für Transitgäste obligatorisch, während die Gabe von Schokolade international nicht geregelt ist und somit nicht verpflichtend.
81. Reisetag – Samstag, 08.03.2025 – Bay of Islands/Neuseeland
Bay of Islands bezeichnet eine nördlich von Auckland gelegene bekannte Urlaubsregion, die aus den Orten Paihia, Russel, Kerikeri und Kawakawa besteht sowie aus mehr als 140 Inseln und Eilanden.
Wir hatten im Internet über die Plattform einen Ausflug gebucht, der von den Zielen und der Dauer fast identisch mit einem Phoenix-Ausflug war. Preislich war unsere Buchung sogar preiswerter als bei Phoenix (dort 139 €/Person). Das ist aber nicht entscheidend. Für eine Tour mit wenigen Teilnehmern (hier: maximal 11 Personen) wären wir durchaus bereit gewesen, etwas mehr zu zahlen.
Unser Ausflug, durchgeführt von Mullarkey Tours nannte sich “Kawiti Glow Worm Caves, Hundertwasser Exhibition Centre & Opua Forest Walk Tour“.
Der Ausflug sollte schon um 9:30 Uhr losgehen, aber wir wären als private Landgänger laut Tagesprogramm erst um 10:15 Uhr mit dem Tendern dran gewesen. Für solche Fälle ist die Phoenix-Reiseleitung flexibel und wir durften als Beipack mit dem 8:45 Uhr Tender mitfahren.
An Land wartete bereits unser Guide Holger und die 6 anderen Tourteilnehmer auf uns. Holger ist ein gebürtiger Deutscher, der irgendwann nach Neuseeland ausgewandert ist.
Da unsere 6 Mit-Ausflügler ebenfalls ARTANIA-Passagiere waren, konnte die Tour in Deutsch statt in Englisch durchgeführt werden.
Mit Holger als Guide hatten wir das Glück, dass seine Erklärungen nicht nur in Deutsch, sondern auch verständlich, immer kurzweilig und oft humorvoll waren.
Im Mini-Van ging es los und nach einigen Fotostopps kamen wir bei der Glühwürmchenhöhle an.
Eine einheimische Maori-Guide führte uns durch die Höhle.
Vorher wurden wir vergattert die Wände der Höhle und die Stalaktiten und Stalagmiten nicht anzufassen. Außerdem durfte nicht fotografiert werden.
Die Höhlendecke mit den leuchtenden Glühwürmchen sah aus wie ein Sternenhimmel. Wir hätten auch viel über die Lebensform der Glühwürmchen lernen können, wenn unsere Englischkenntnisse besser wären, denn die Führung war in Englisch.
Gerade als unsere Führung zu Ende war, kam ein vollbesetzter Bus mit Phoenix-Ausflüglern an, deren direkter Weg gleich nach dem Aussteigen zu dem Toilettenhäuschen führte.
Auch wir hatten gleich nach der Ankunft bei der Höhle diese Einrichtung genutzt.
Wir konnten aber das Häuschen „just in time“ nutzen, während sich bei den 50 Ausflugsteilnehmern zwangsläufig sofort eine Warteschlange gebildet hatte.
Bei der Höhlenführung musste dann die Busladung noch in mehrere Teilgruppen aufgeteilt werden, die dann nacheinander durch die Höhle geführt wurden.
Der Vorteil einer kleinen Gruppe ist einfach unbezahlbar
Unser nächstes Ziel war die Hundertwasser-Toilette in Kaewakawa.
Der bekannte österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser
(* 15.12.1938 – † 19.2.2000) ...
... lebte über einen längeren Zeitraum für jeweils 6 Monate im Jahr hier in der Gegend, um seine „Batterien aufzuladen“, wie uns Holger erklärte. Der Zyklus, immer für 6 Monate hier zu sein, war den Visa-Bestimmungen geschuldet. Ein Visum hat eine maximale Gültigkeit von 6 Monaten und erst nach Ablauf von weiteren 6 Monaten kann ein Neues beantragt werden.
Während seines Aufenthalt war eine öffentliche Toilette in Planung und Hundertwasser plante mit und sein Entwurf wurde schließlich realisiert.
2020 wurde das Hundertwasser Cultural Centre eröffnet, dass natürlich im Hundertwasser-Stil gestaltet ist, einschließlich der dortigen Toiletten.
Das Souveniergeschäfte an der Hauptstraße, wo sich auch das berühmte Toilettenhäuschen befindet, imitiert den Hundertwasser-Stil

Man lasse sich durch die Aufschrift "15 min" nicht täuschen. Mit Holger dauerte der Opua Kauri Walk mehr als eine Stunde."
Nach der Kultur stand jetzt noch einmal die Natur auf dem Programm, der Opua Forest.
Das Besondere an diesem Wald sind die Kauri-Bäume, die bis zu 4.000 Jahre alt werden können.
Die Kauri-Bäume sind kerzengerade und sehr hoch.
Das hatte zu Zeiten der Segelschiffe die Begehrlichkeiten der Schiffsbauer geweckt, denn diese gerade gewachsenen Bäume eigneten sich ausgezeichnet als Schiffsmasten.
Deshalb gibt es heute hier nur noch wenige Exemplare, die streng geschützt sind.
Der Opura Kauri Walk ist ein schmaler Pfad, der in den Wald hineinführt.
Vor dem Betreten des Pfads mussten wir uns mit groben Bürsten die Schuhsohlen säubern, damit nichts in den Wald hineinkommt, was da nicht hingehört, insbesondere fremde Samen und Sporen.
Schon auf dem Weg hierher, eine schmale Schotterstrecke, wären große Reisebusse gescheitert und 50 Leute hier durch den Naturpfad zu schleusen, hätte sowieso wenig Sinn gemacht.
Holger brachte uns auf dem Pfad die Besonderheiten und Eigenarten der Bäume und Pflanzen dank seiner Erzählkunst näher.
Nach über 4 interessanten und unterhaltsamen Stunden brachte er uns zur Tenderpier zurück, wo wir uns von ihm verabschiedeten.
Solche tollen Ausflüge, wo man sagen kann, dass sie jeden Euro wert waren, sind ein echter Glücksfall.
82. Reisetag – Sonntag, 09.03.2025 – Seetag (mit Begrüßungsgala)
Heute wäre, von der Gala einmal abgesehen, ein normaler Seetag gewesen, wenn die Black-Forest-Cake-Verschwörung auch an diesem Sonntag nicht wieder ihr Unwesen getrieben hätte.
Das Unheil kündigte sich schon zur Mittagszeit an, ...
... um dann am Nachmittag voll zuzuschlagen.
Schwarzwälder Kirsch Torte ade!!!
Unser Held Benjamin, der vor zwei Wochen dafür gesorgt hatte, dass trotz des wegen Datumssprung ausgefallenen Sonntags dann am Folgetag die heißgeliebte Torte angeboten wurde, ist nicht mehr auf der ARTANIA. Er begleitet das Nachprogramm in Auckland und fliegt anschließend nach Hause; er hat dann Urlaub, konnte also nichts für uns tun.
Missmutig machten wir uns um 15:30 Uhr auf den Weg in das Restaurant Vier Jahreszeiten und kreisten lustlos um das Kuchenbuffet.
Da sprach uns unerwartet Antony an, der hier als Supervisor die Aufsicht führte. Wenn wir wollten, könnte er uns Schwarzwälder Kirsch besorgen. Das wollten wir.
Auf welchen Kanälen diesmal der Schlag gegen die Black-Forest-Cake-Verschwörung gelungen war, blieb im Dunkeln. Vielen Dank an den Robin Hood des Black-Forest, der im Stillen und im Untergrund wirkt.
83. Reisetag – Montag, 10.03.2025 – Gisborne/Neuseeland
Gleich nach dem Aufstehen, die ARTANIA hatte bereits den Anker vor Gisborne geworfen, genügte ein Blick aus dem Fenster und es war klar: Heute kann nicht getendert werden.
Alsbald erfolgten auch die entsprechenden Durchsagen über Bordlautsprecher und das Bordfernsehen.
Ursprünglich wollte man noch 2 Stunden abwarten, ob das Wetter vielleicht doch besser wird, aber sowohl der Wetterbericht als auch der Hafenmeisters legten uns nahe, dass das Warten auf besseres Wetter keine Aussicht auf Erfolg haben würde.
Die Idee, schon heute nach Napier zu fahren, um dort am späten Abend festzumachen, wurde ebenfalls fallen gelassen.
Das Anlegen schon heute Abend gegen 22:00 Uhr hätte mit 85.000 NZD (ca. 45.000 €) an zusätzlichen Hafengebühren zu Buche geschlagen. Da das Nachtleben von Napier eher sehr übersichtlich sein soll, wäre das Kosten-Nutzen-Verhältnis ungünstig, also hohe Kosten, wenig Nutzen. So hatte die Reiseleitung dann beschlossen, gemächlich Richtung Napier zu fahren und dort wie geplant am morgens um 7:00 Uhr anzukommen. Eine Entscheidung, die wir gut nachvollziehen können.
Gegen 9:00 Uhr wurde das schnell auf die Beine gestellte neue Tagesprogramm bekannt gegeben.
Bei der Bekanntgabe des Programmpunkts „Locker vom Hocker“ im Bordkino durchzuckte es uns.
„Locker vom Hocker“ war nämlich bis 2020 im Bordkino eine humorvolle Vortragsreihe von Professor Gerd Habenicht. Professor Habenicht war Stammgast auf der ARTANIA und bekam vom Phoenix-Entertainment-Manager immer mal wieder die Gelegenheit, im Bordkino etwas zum Besten zu geben.
Er, auf einem Barhocker sitzend mit einer kecken Fliege um den Hals, trug vor und seine Frau Elke bediente die Technik, speziell Laptop und Beamer. Neben seinen humorvollen Vorträgen (z. B. zum Thema Limericks) referierte er auch über Richard Wagners Ring der Nibelungen.
Sehr viele Passagiere haben Prof. Habenicht und seine Frau Elke gekannt. Beide waren äußerst beliebt. Auch wir haben oft beim Essen zusammen mit Familie Habenicht gesessen und uns unterhalten.
Prof. Habenicht hätte gerne im Januar 2021 auf der ARTANIA seinen 90. Geburtstag gefeiert, aber wegen Korona gab es zu dieser Zeit keine Kreuzfahrten.
Am 12. Oktober 2021 ist er verstorben. Wir fanden damals mehr zufällig die Todesanzeige in der Süddeutschen Zeitung.
Vielleicht kann der Leser jetzt ein wenig verstehen, dass sich für uns „Locker vom Hocker“ im Zusammenhang mit Sitzgymnastik im Bordkino irgendwie nicht richtig anfühlt.