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Weltumrundung mit der ARTANIA 2024/2025

In 185 Tagen um die Welt über Südamerika, Südsee, Down Under und Südostasien zurück nach Europa (17.12.2024 - 19.6.2025)

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84. Reisetag – Dienstag, 11.03.2025 – Napier/Neuseeland

Die Stadt Napier ist mit 60.000 Einwohnern mehr als nur ein kleines Hafenstädtchen und hatte demzufolge auch eine ordentliche Pier, an der die ARTANIA festmachen konnte, sodass wir heute nicht tendern mussten.
Die Stadt wurde 1931 durch ein Erdbeben völlig zerstört. Für den Wiederaufbau wurde beschlossen, die Stadt im Art-déco-Stil wieder aufzubauen.
Was jetzt der Art-déco-Stil genau ist, versuchten wir bei Wikipedia nachzulesen, haben aber letztlich nicht genau verstanden, was dort beschrieben ist.
So findet man dort Sätze wie:
Vielmehr handelt es sich um eine Entwicklung inmitten des generellen Aufbruchs der Klassischen Moderne, bei der die gestalterische Verbindung von Eleganz der Form, Kostbarkeit der Materialien, Stärke der Farben und Sinnlichkeit des Themas im Vordergrund stand.

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Das Napier Museum im Art-déco-Stil.


Wir haben den Art-déco-Stil für uns dann vereinfacht so definiert: Irgendwie anders.

 

So angemessen intellektuell vorbereitet fuhren mit dem bereitgestellten Shuttlebus in die City.

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Pania of the Reef ist eine Figur der Mythologie der Maori. Sie ist in Neuseeland ähnlich populär wir die Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen.


Unser Stadtrundgang führte uns zu den entsprechenden Sehens­würdigkeiten, wie sie auch in der Landgangs­information von Phoenix aufgelistet waren.

 

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An der Uferpromenade.

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Nach einem anstrengenden steilen Weg nach oben hatten wir eine schöne Aussicht über die Stadt.

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Neugieriger Tourist.

 

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Den Abschluss bildete ein Besuch des Kaufhauses The Warehouse Napier, das Doris ausfindig gemacht hatte.
Ich war auf der Suche nach einer ganz bestimmten Workware, nämlich neonfarbenen Shirts, wie sie überall hier in Neuseeland und in Australien von Arbeitern getragen werden, die outdoor, also im Freien, arbeiten.
In diesem Kaufhaus wurden wir fündig.

 

Mir gefallen diese Shirts nun mal außerordentlich (und Doris kann mich in einer Menschenmenge schnell ausfindig machen) und finde sie originell.

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Außerdem sind sie von guter Qualität, sind atmungsaktiv, haben einen Lichtschutzfaktor von 50 und sind obendrein noch preiswert. Es gibt sie in Gelb, Orange und Rosa, mit Kurz- oder Langarm, sowie mit Kragen oder Rundhalsausschnitt. In Summe gibt es also 12 verschiedene Varianten und meine damals 2020 in Sydney angefangene „Sammlung“ ist noch lange nicht komplett. 😊

 

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Zurück am Schiff erfreute die Heimkehrer ein Musiker-Trio mit Dixieland-Klängen ...

 

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... und der örtliche Oldtimerclub mit seinen „Hin­guckern“ ließ die Herzen der Foto­freunde höher schlagen.

 

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85. Reisetag – Mittwoch, 12.03.2025 – Picton/Neuseeland

Picton war unser erstes Ziel auf der Südinsel. Das Städtchen hat nur 5.000 Einwohner, aber dennoch ein Pier, die groß genug ist, dass die ARTANIA dort festmachen kann.

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Das Pinienholz wird zu großen Teilen nach China exportiert.


Wie gestern im Hafen von Napier wird auch hier im Hafen von Picton hauptsächlich Holz verschifft.

 

Die Anleger sind in der Hauptsache für die Frachtschiffe da; Kreuzfahrtschiffe sind hier eher in der Minderheit.
Das kleine Picton ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Von hier fahren die Auto- und Eisenbahnfähren nach Wellington auf der Nordinsel bzw. kommen von Wellington hier an.
Ebenso ist der Tourismus ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor.

Am Vormittag gegen 11:00 Uhr machte die ARTANIA an der Pier fest. Der Hafen lag etwas außerhalb, sodass es von Vorteil war, dass ein kostenloser Shuttleservice in die City eingerichtet war. Von Nachteil war, dass das halbe Schiff um sofort nach der Freigabe für den Landgang kurz nach 11 Uhr geshuttlet werden wollte, sodass sich eine sehr lange Schlange bildete, obwohl 5 Busse gleichzeitig im Einsatz waren.
Der Kreuzfahrtdirektor wies über Bordlautsprecher auf die lange Warteschlange hin und empfahl den Passagieren, die noch an Bord waren, besser erst mal eine halbe Stunde abzuwarten. Die Durchsage missverstanden etliche Passagiere als Aufforderung, jetzt, gleich und unverzüglich auch geshuttlet werden zu wollen und die Warteschlange wuchs noch einmal kräftig an.

Doris und ich gingen erst mal in Ruhe zum Mittagessen, die Restaurants hatten heute schon ab 11:30 geöffnet und waren erfreulich wenig frequentiert.
So gestärkt kamen wir, ohne vorher in einer Schlange stehen zu müssen, im Zentrum von Picton an.

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Ferienhäuser, Hotels, Motels und Hostels waren reichlich vorhanden.

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Der große Yachthafen.

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Zu jedem Stadtrundgang gehört eine Kaffeepause.

 

Von unserem Streifzug durch die Stadt gibt es nichts Spannendes zu erzählen und ich bin deshalb mit meinem Tagesbericht schon fertig.

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Ein letztes Foto vor dem Ablegen.

 

 

86. Reisetag – Donnerstag, 13.03.2025 – Akaroa/Neuseeland

 

Akaroa ist ein kleiner Ort mit gerade mal 800 Einwohnern an der Westküste der Südinsel. Akaroa ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die größte Stadt der Südinsel, Christchurch mit ca. 400.000 Einwohner liegt 80 Kilometer von Akaroa entfernt.
Im 19. Jahrhundert gründeten französischen Siedler hier eine Kolonie, was aber die englische Krone wenig beeindruckt hat und einfach die britische Souveränität für die Südinsel verkündigte.

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Die französischen Spuren sind bis heute sichtbar, so z. B. an einigen Straßennamen, etwa der Rue Jolie.

 

Wir kamen am Vormittag um 9:00 Uhr an unserm Ankerplatz an und bis die Behörden an Bord waren und die Freigabe für den Landgang erteilten, wurde es viertel vor 10 Uhr.
Jetzt hatten alle Passagiere schon gefrühstückt und sowohl die Phoenix-Ausflügler als auch die privaten Landgänger scharrten mit den Hufen und wollten an Land, möglichst gleichzeitig.
Für das heutige Tendern wurde aber Geduld vorausgesetzt, da die Tenderstrecke recht lang war und es somit auch länger dauerte, bis ein Boot wieder neue Passagiere von der ARTANIA einladen konnten. So kamen wir erst, nachdem die Hufenscharrer alle schon weg waren, gegen 12:30 Uhr an Land.

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Der erste Weg führte zum Leuchtturm und von dort ...

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... zum Garten of Tane, ein Wald mit etlichen ausgewiesenen Spazier- und Wanderwegen.

 

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Mitten im Garden Of Tane.


Durch Wald, Natur und den Ort wurden wir wieder von unserem virtuellen Guide (Geocache Adventure Lab) geleitet.

 


Zwei Punkte auf dieser Tour sind dabei besonders hervorzuheben. Zum einem unser Mittagessen, das gemäß unserer Bestellung aus einem Hotdog und Pommes bestand, denn der sogenannte Hotdog war außergewöhnlich. Der Hot Dog war letztlich ein in einem Backteig frittiertes Würstchen am Stiel.

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Das Würstchen am Stil war durchaus geniesbar.


Diesen frittierten Backteig kennt jeder, der in England schon mal Fish and Chips bestellt hat.

 

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Das war aber bei näherer Be­trach­tung gar nicht sooo verwunderl­ich, denn das Restaurant oder besser der rustikale Imbiss nannte sich schließlich „Fish and Chips Shop“.

 

So gestärkt bestritten wir den steilen Aufstieg durch den Wald zum alten französischen Friedhof. Ein wenig verwundert bis leicht erschrocken war ich, als plötzlich ein kleiner Vogel von der Seite auf mich zu flatterte und mich einmal umkreiste und sich in die Nähe auf einen Zweig setzte.

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Einen Augenblick später flog er wieder kurz auf und setzte sich auf einen anderen Zweig, aber wieder in meiner Nähe.

 

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Auch vor Doris zeigte er keinerlei Scheu.

 

Es kam sogar noch ein Kumpel von diesem zutraulchen Piepmatz vorbei und veranstaltete das gleiche Spiel.
Wir blieben gebannt stehen, um dieses Schauspiel zu beobachten. Selbst als wir weiterzogen, blieben die Beiden noch eine Weile unsere Begleiter.

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Auf diese Weise machte man in den Vor-Handy-Zeiten Selfies.



Gegen 18:45 machten wir uns auf den Rückweg zur Tenderpier, denn der letzte Tender sollte um 19:30 abfahren.

 

Wir gingen davon aus, dass die meisten Passagiere schon an Bord waren, aber diese Annahme war nicht ganz richtig. Auf dem Weg zur Pier fuhren vier vollbesetzte Phoenix-Ausflugsbusse an uns vorbei, was bezüglich Wartezeit an der Tenderstation nichts Gutes verhieß.
Als wir an der Pier angekommen waren, trafen wir auf eine lange Schlange, weil seit Ankunft der vier Busse noch kein Tender da war, um die Massen zum Schiff zu befördern.

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Ein Reptil, dem wir eigentlich nicht so gerne begegnen - die Warteschlange.

 

Wir wollten uns irgendwo abseits dieses länglichen Ungeheuers hinsetzen und in Ruhe abwarten, bis die Schlange sich aufgelöst hat. Davon nahmen wir dann aber rasch Abstand, als wir sahen, dass noch ein Ausflugsboot, vollbesetzt mit Phoenix-Gästen, auf den Anleger zusteuerte. Da reihten wir uns dann doch lieber ein, um noch vor  dem Schließen der Restaurants 20:30 Uhr auf der Artania an Bord zu sein. Das hat dann letztlich auch geklappt. Außerdem hatte das Hoteldepartment ein Einsehen und hat die Öffnungszeiten um eine halbe Stunde verlängerte, damit auch die letzten Spätheimkehrer noch einen Happen zu essen bekommen konnten.

 

 

87. Reisetag – Freitag, 14.03.2025 – Timaru/Neuseeland

Timaru ist ein weiterer neuseeländischer Hafen an der Ostküste der Südinsel.
Von der Pier ins Zentrum fuhr ein kostenloser Shuttlebus.

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Als zusätzlicher Service machte der Bus noch eine kleine Stadt­rund­fahrt ein­schließlich Er­klärungen durch den Fahrer, ...

 

 

... um uns am Ende in der Nähe eines kleinen Kusthandwerkermarktes abzusetzen.
Wir ließen uns wieder von einem virtuellen Stadtführer leiten und konnten so die wenigen Sehenswürdigkeiten dieses 25.000 Einwohner zählenden Ortes zu Fuß ablaufen. Dazu gehörte auch ein Abstecher in die Stafford Street, der Hauptgeschäftsstraße oder ein Halt beim Denkmal von Bob Fitzsimmons (*16.5.1863 †22.10.2017), der als erster Boxer mehrere Weltmeistertitel in drei verschiedenen Gewichtsklassen gewonnen hatte.

 

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Die Schaukel war ein Zufallstreffer und nicht Bestandteil der virtuellen Führung.

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Die Technik dieses Schaukelns war der einer Schiffschaukel sehr ähnlich.

 

Den 10-minütigen Fußweg zurück zum Schiff schafften wir locker ohne Shuttlebus.

 

 

88. Reisetag – Samstag, 15.03.2025 – Port Chalmers/Neuseeland

Unser letzter neuseeländischer Hafen dieser Reise war Timaru, eine Stadt mit 26.000 Einwohnern.

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Port Chalmers ist sowohl ein Holzhafen, als auch ...

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... ein Containerhafen.
Die Container werden mit langen Güterzügen auf der Schiene ab- bzw antransportiert.

 

Für die touristischen Interessen bietet die Stadt einige Museen und Parkanlagen. Die interessanteren Alternativen waren ein Besuch der ca. 15 Kilometer entfernten Großstadt Dunedin oder eine mehrstündige Fahrt mit einer historischen Eisenbahn.
Da die Eisenbahn heute komplett von Phoenix gechartert wurde, blieb für uns nur noch der Großstadtbesuch.
Auch hier gab es wieder zwei Möglichkeiten:

  • Hin- und Rückfahrt mit einem Shuttlebus, Fahrpreis 15 € pro Person, Tickets an der Rezeption.
  • Hin und Rückfahrt mit dem öffentlichen Bus, Fahrpreis 6 NZD (ca. 3,15 €), Tickets beim Fahrer nur gegen einheimische Währung.

Der Shuttlebus fuhr alle 15 Minuten direkt an dem kleinen Passagierterminal ab. Der Weg zur Bushaltestelle für den Öffentlichen (Linie 14) war noch ca. 5 Minuten länger. Außerdem verkehrte die Linie 14 am Wochenende nur einmal die Stunde.
Es ist durchaus verständlich, dass die meisten Passagiere die teurere Variante gewählt haben, denn die Informationen für den öffentlichen Nahverkehr, wie Buslinie, Abfahrtszeiten, Haltestellen, etc. müssen aus dem Internet herausgefischt werden. Das ist nicht jedermanns Sache.

Langer Reder kurzer Sinn, Doris und ich wählten den ÖPNV und trafen rechtzeitig an der Haltestelle in der George Street ein und bestiegen planmäßig um 10:15 Uhr den fast leeren Bus. Die Fahrtzeit nach Dunedin betrug eine knappe halbe Stunde.

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Die Fahr­strecke war nicht nur ein reiner Trans­port von A nach B, sondern war gleich­zeitig eine Panorama­fahrt entlang der Bucht, die sich “Otago Harbour“ nennt.

 

Dunedin wurde 1848 von schottischen Siedlern gegründet und hat heute 120.000 Einwohner.

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Das Octagon in Google Maps (Satellitenansicht).


Das Zentrum, das sogenannte Octagon wird von einer achteckigen Ringstraße eingerahmt.

 

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Am Octagon war die Haltestelle des Phoenx-Shuttlebusses.


Genau hier vertrieben wir uns die Zeit.

 

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Unter anderem ließen wir uns von einem Geocache Adventure Lab zu verschiedenen Fassadenmalereien führen, die zum Teil etwas versteckt lagen und die ein schnell schreitender Tourist durchaus übersehen könnte.

 

Genau in der Mitte des Octagons steht das Denkmal des schottischen Dichters Robert Burns (* 25.01.1759 † 21.07.1796) . Ein Blick ins Internet verriet uns, dass Burns als der schottische National Dichter bezeichnet wird, also durchaus mit unserem Goethe oder Schiller vergleichbar.

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Sein weltweit bekanntes Werk ist der Text des Liedes Auld Lang Syne.

 

Es folgte noch ein kurzer Abstecher zum imposanten Bahnhofsgebäude, quasi nur ein Fotostop. Hier fährt ein historischer Touristenzug an verschiedenen Tagen zu unterschiedlichen Landschaftsfahrten ab. Aber heute nicht, da, wie bereits erwähnt, Phoenix den ganzen Zug gechartert hatte und der fuhr nicht hier, sondern direkt am Hafen in Port Chalmers ab.
Öffentlichen Personenzugverkehr gibt es in Dunedin seit mehr als 20 Jahren nicht mehr.

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Der Bahnhof von Dunedin.

 

Mit dem Bus der Linie 14 ging es wieder zurück nach Port Chalmers und um 18 Uhr legte die ARTANIA ab.
Vor uns liegen jetzt drei volle Seetage, bis wir auf der australischen Insel Tasmanien in Horbat anlegen werden.

 

 

89. Reisetag – Sonntag, 16.03.2025 – Seetag

Seit wir gestern die geschützte Bucht “Otago Harbour“ verlassen haben, kam kräftiger bis stürmischer Wind auf, der auch heute den ganzen Tag, an dem wir an der Westküste der neuseeländischen Südinsel entlangfuhren, anhielt.
Das blieb nicht ohne Konsequenzen.

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Der Champagner kostet 7,90 € pro Glas, die Austern und der Korn wurden gratis serviert.


Der maritime Früh­schoppen um 11:00 Uhr musste von der Kopernikus-Bar ins Innere des Schiffs verlegt werden, und zwar ins Restaurant Vier-Jahres­zeiten und ins Foyer.

 

Das hatte für mich den immensen Vorteil, dass es nur wenige Schritte vom Büro in Harry’s Bar sind. Von dort kann man auf das Foyer herunterblicken und die Austern-Theke und den Sektausschank fotografieren.

Der Maritime Frühschoppen ist jetzt nicht wirklich so unser Ding, aber er spielte uns trotzdem in die Karten, denn ein Highlight am Morgen und am Nachmittag wäre des Guten dann doch zu viel. So war heute eine ganz normale Kaffeestunde mit der zugehörigen Schwarzwälder Kirschtorte. Das Wiener Kaffeehaus wird erst morgen stattfinden.

Die für den frühen Nachmittag vorgesehenen Passagen durch den Dusky Sound (engl. Sound = deutsch Sund) und den Doubtful Sound mussten gestrichen werden, da starker Wind das Halten des Kurses in den engen Fjorden erschweren würde und demzufolge zu gefährlich war.

Sund? Fjord? Es handelt sich hier um Fjorde und nicht um Sunde, was die damaligen Entdecker bei der Namensgebung nicht wussten. Trotz des Irrtums wurde die Bezeichnung “Sound“ beibehalten.
ChatGpt erklärte mir den Unterschied zwischen Sund und Fjord wie folgt:

Sund: Ein Sund ist eine Meerenge, also eine schmale Wasserstraße, die zwei größere Gewässer verbindet und oft zwischen zwei Landmassen liegt. Ein Beispiel ist der Öresund zwischen Dänemark und Schweden.


Fjord: Ein Fjord ist ein tiefes, schmales und oft verzweigtes Meeresgewässer, das durch Gletschererosion entstanden ist. Fjorde sind von steilen Felswänden umgeben und reichen oft weit ins Landesinnere. Ein berühmtes Beispiel ist der Geirangerfjord in Norwegen.

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Im Milford Sound. Die Berge links und rechts sind mehr als 1.000 Meter hoch.


Am späten Nachmittag konnten wir dann doch noch in einen Sound einfahren, ...

 

... der in Wirklichkeit ein Fjord ist, nämlich in den Milford Sound, der als Trostpflaster herhalten musste.

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Dieser Fjord liegt weiter nördlich, wo der Wind nicht mehr so stark wehte, sodass einer Einfahrt nichts im Wege stand.

 

Nach dieser Passage und der Ausfahrt aus dem Fjord nahmen wir direkten Westkurs auf Tasmanien.

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90. Reisetag – Montag, 17.03.2025 – Seetag

Kaum hatten wir gestern die offene See erreicht, fing die ARTANIA wieder an zu schaukeln und das auch heute den ganzen Tag und die ganze Nacht.
Das hatte den Vorteil, dass zum Mittag- und Abendessen das Restaurant Lido nicht so voll war wie sonst. Einige Passagiere litten unter Appetitlosigkeit und andere bevorzugten die Restaurants ARTANIA (Deck 3) und Vier-Jahreszeiten (Deck 2), denn weiter unten sind die Auswirkungen der Schiffsbewegungen nicht so stark wie auf den oberen Decks.

 

 

91. Reisetag – Dienstag, 18.03.2025 – Seetag

Die Gästebuch-Schreiber werden bemerkt haben, dass nach dem Abschicken ihres Gästebucheintrags eine angstmachende Fehlermeldung erschienen ist:

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Für den Gästebucheintrag hatte das zum Glück keine Konsequenzen, denn der wurde sauber eingetragen.
Ich selbst hatte lange von dem Fehler keine Ahnung, da ich mir selbst gästebuchmäßig kaum etwas mitzuteilen habe.
Als ich vor einiger Zeit zufällig auf dieses Phänomen gestoßen bin, habe immer wieder, wenn Zeit dafür war, versucht, die Ursache für die Übellaunigkeit des Gästebuchs zu finden.
Vergeblich!
Die Software-FirmaKubik , die (unter anderem) die Gästebuchsoftware programmiert hat, bietet Support bei der Fehleranalyse an. Hierfür muss man für 20 € ein sogenanntes Support-Ticket kaufen, dann würde man schnelle und umfassende Hilfe bei Problemen erhalten.
Und genau so war es. Viktor Vogel selbst, der Inhaber von Kubik-Rubik hat innerhalb eines Tages mit Hilfe seiner Analysewerkzeuge den Fehler in meinem Blog gefunden.
Wie so oft in der Computerwelt saß das Problem vor dem Bildschirm.
Ich hatte bei System-Parameter-Einstellungen im Blog das dafür vorgesehene Feld für meine E-Mail-Adresse nicht ausgefüllt.
Das arme Gästebuch will mir aber, wenn jemand einen neuen Eintrag gemacht hat, dies per E-Mail mitteilen. Aber ohne E-Mail-Adresse irrte es hilflos in den Tiefen des Internets umher, um sich dann, völlig kirre, mit einer Fehlermeldung zu beklagen, die mit dem eigentlichen Problem gar nichts zu tun hat.
Nachdem ich meine E-Mail-Adresse dort hinterlegt hatte, war alles wieder so, wie es sein soll, Viktor Vogel sei Dank. Sein Support war jeden einzelnen Euro Wert

 

 

92. Reisetag – Mittwoch, 19.03.2025 – Hobart/Australien

Hobart ist eine 250.000 Einwohner zählende Stadt auf der australischen Insel Tasmanien.

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Ca. 30 Kilometer von der Macquarie Wharf, unserem Liegeplatz, entfernt, befindet sich das Bonorong Wildlife Sanctuary.

 

Das Bonorong Wildlife Sanctuary ist ein 9,7 Hektar großes Wildschutzgebiet in Brighton, Tasmanien, Australien. Bonorong ist der Rettung, der Rehabilitation und dem Erhalt einheimischer australischer Tiere gewidmet und beteiligt sich aktiv an verschiedenen Naturschutzprojekten, trägt zu Zuchtprogrammen, Forschungsinitiativen und Interessenvertretungen zum Schutz der Tierwelt Tasmaniens bei.

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Bonorong_Wildlife_Sanctuary

Der Besuchern zugängliche Teil vom Bonorong Wildlife Sanctuary ist letztlich ein Tierpark. Hier waren wir vor 8 Jahren schon einmal und hier wollten wir auch dieses Mal hin.
Den Transfer hatten wir im Internet gebucht, Abfahrt beim Tasmanian Travel & Information Centre, ungefähr 10 Gehminuten von unserem Liegeplatz entfernt.
Die Fahrt im Minivan mit 5 weiteren Parkbesuchern dauerte 30 Minuten.
Gleichzeitig mit uns kam am Bonorong Wildlife Sanctuary ein Bus mit 50 Phoenix-Ausflüglern an. Die Ausflügler wurden als Gruppe am Kassenhäuschen vorbeigeschleust, während wir dort anstanden, um unsere Eintrittskarten zu kaufen (34,50 NZD – 20,00 €). Die Phoenix-Reiseleitung musste aber den ein oder anderen Ausflügler wieder einfangen, der sich brav hinter uns eingereiht hatte.

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Ein Tierpfleger mit einem jungen Wombat.

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Der Wombat ist neben dem Tasmanischen Teufel ein ganz typischer Vertreter der neuseeländischen Tierwelt.

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Hier ist er, der Tasmanische Teufel.

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Das Highlight vor 8 Jahren war das Handfüttern der freilaufenden Kängurus. Das Futter konnte man sich aus bereitgestellten Behältern nehmen.

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Viele Menschen und wenig Kängurus. ☹


Wie enttäuscht waren wir, dass auf der Wiese, wo sich damals jede Menge Kängurus tummelten, die sich nur zu gerne von den Besucher füttern ließen, lediglich zwei Tiere zu finden waren.

 

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Känguru Nr. 2 hatte weder Interesse am Futter noch an den Besuchern.



Und diese scheinbar völlig übersättigten beiden Gesellen wurden komplett von der Phoenix-Truppe in Beschlag genommen.

 

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Ich musste meine Fütterungs­ambi­tionen auf eine Gans ver­lagern, die aber nur wenig Interesse an dem Känguru­futter hatte.

 

Der Phoenix-Ausflug verließ nach einer Stunde den Tierpark und wir schlenderten ein wenig frustriert durch die Anlage, zumal wir vor einigen Tagen im Internet gelesen hatten, dass der letzte hier verbliebene Koala vor kurzem verstorben war.

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Rückzugsbereich für die Kängurus.


Unsere Laune verbesserte sich schlagartig, als, als wir einen Bereich entdeckten, wo sich etwa 20 Kängurus aufhielten.

 

 

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Diesen Bereich konnten die Tiere, wenn sie wollten, durch Schlupf­löcher im Gatter verlassen,

 

was sie jetzt, wo es im Park nicht mehr so vor Menschen wimmelte, auch ausgiebig taten.

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Jetzt stand unserer Fütterungsorgie nichts mehr im Weg.

 

Zufrieden verließen wir gegen 13:30 Uhr den Park und unser Minivan brachte uns zurück nach Hobart.

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Der dem Big Ben nachempfunde Uhrturm spielte zu jeder vollen Stunde, wie sein Londoner Vorbild, die bekannte Big-Ben-Melodie.



Hier durchstreiften wir noch etwas die Stadt, ehe wir zurück zum Hafen marschierten.

 

Erst spät um 23:00 Uhr legte die ARTANIA ab.

 

 

93. Reisetag – Donnerstag, 20.03.2025 – Port Arthur/Australien

Port Arthur war einmal eine tasmanische Gefängnis-Halbinsel und ist heute, warum auch immer, ein beliebtes Ausflugsziel und Weltkulturerbe.
Das Gefängnis war berühmt berüchtigt für seine unmenschlichen “modernen“ Haftbedingungen – ständige Einzelhaft und absolutes Sprechverbot.

Gegen 11:00 Uhr tenderten wir an Land.

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Auf die dort an­gebo­tene Möglich­keit einer kosten­losen Katamaran­fahrt haben wir verzichtet, unter anderem, weil uns die Fahrt zu ölsardinig schien (siehe Foto).

 

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Das Gefängnis selbst hatten wir bereits 2017 besichtigt, deshalb machten wir lieber einen kleinen Spaziergang.

 

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Im Wald.

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Im Park.

 

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Nach zwei Stunden in Natur und im Park zog es uns wieder zurück aufs Schiff.
Nicht unbedingt wegen der zur Mittagessenszeit in der Kopernikus Bar angebotenen ...

 

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... „Im Ganzen gebratenen Rinderkeule", sondern einfach so.

 

 

Aber wenn wir schon mal da waren, die Pellkartoffeln und die Sauercreme, die bei solchen Events zu den Beilagen gehören, erfreuten unseren Gaumen.
Eigentlich finden solche zusätzlichen Verköstigungen nur an Seetagen statt, aber eben nur „eigentlich“, wie wir heute gelernt haben.

 

 

94. Reisetag – Freitag, 21.03.2025 – Seetag

Am Vormittag von 11 – 12 Uhr fand wieder der Stadl-Frühschoppen statt, ein untrügliches Zeichen, dass der Reiseabschnitt “Das Beste Neuseelands und Tasmaniens!“ in Kürze zu Ende sein wird.
Von den “Schmankerln“, die bei diesem Großereignis angeboten werden, nehmen wir gerne das Bauchfleisch, das zwar naturgemäß sehr fett ist, aber gerade deswegen sehr gut schmeckt. Das ist dann bereits unsere Mittagessen und wir gehen um 12:30 Uhr nicht nochmal zur normalen Essenszeit ins Lido.

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Die asiatischen Kellnerinnen im bayerischen Dirndl.

 

Leider ging unser Bauchfleisch-Konzept heute in die Hose. Die Bauchfleischscheiben waren nicht warm, nicht lauwarm, sondern schlicht und ergreifend kalt und somit nicht mehr genießbar. Da hat wohl die Küchen-Logistik total versagt.
Notgedrungen sattelten wir auf Leberkäse um, den man auch kalt essen kann. Aber, oh Wunder, er war warm und schmeckte gut (also: geht doch!). Auch das Freibier war wohltemperiert (kühl).

Heute bekamen wir eine E-Mail vom Projekt Coral Gardeners, das wir in Moorea kennengelernt hatten. Wir hatten inzwischen eine Koralle adoptiert und die ist heute in den sogenannten Korallenkindergarten (nursery) gekommen und wir erhielten ein erstes Foto.

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In Zukunft werden wir über den Wachs­tums­fort­schritt der Koralle weiter unter­richtet werden.

 

Nach etwa einem Jahr wird sie mit weiteren Korallen dann in ein geschädigtes Riff in der Südsee verpflanzt, um das geschwächte Ökosystem zu beleben.